prasseln,
praslen,
V.;
Iterativbildung zu prassen
.1.
Geräusche von Feuer, Wasser, Waffen, Geräten ›rasseln, krachen, rauschen‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. brasteln
brasten
bratzeln
Belegblock:
Göz. Leichabd.
163, 2
(Jena
1664
): sie hoͤren das Prasseln der Wagen.
Bell, G. Hager
543, 2, 2
(nobd.
, 1611
): Als Hören detten | Die Bauren das broslen gemein, | Er schrackens vnd kein Hercz mer Hetten.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 709, 9
(Nürnb.
1631
): Bald sinckt mit grossem brascheln ein, | Die Erd vnd macht ein Gruben.
Sudhoff, Paracelsus
8, 329, 6
(1530
): am ersten wissen, das das feur astrum ein donner gibt, der erden astrum ein erdbidem, des lufts astrum ein prazlen.
A. à S. Clara. Glori
19, 6
(Wien
1680
): indeme nemlich die gantze Stadt Sodoma durch einen von Himmel herab praßleten Feuer-Regen gaͤntzlich in Aschen gelegt worden.
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 213
; Schöpper
34a
; Dietz, Wb. Luther
1, 337
; Crecelius
1, 197
.2.
von Menschen ›lärmen, schreien, toben‹.Bedeutungsverwandte:
rasseln
schreien
Belegblock:
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
33, 24
(Straßb.
1650
): Dort kam ich in eine Strasse [...] da ich gewar wurde, wie alles mit raßlen vnd praßlen, mit schreyen vnd speyen, mit fressen vnd sauffen, mit huren vnd buben wimmelte.
Turmair
4, 60, 7
(moobd.
, 1522
/33
): saufen trinken raslen praslen werchtag, feiertag die nacht bis an den tag, das es oben wider herauß mueß.
Ebd.
4, 166, 28
: schelten nun uns als die nichts künnen, zue nichte guet sein dan zue rasln und prasln, saufen und trinken.
3.
›verschwenderisch leben, schlemmen, prassen‹.Bedeutungsverwandte:
füllen
schlemmen
über|2weinen
Belegblock:
Chron. Augsb.
4, 358, 14
Var. (schwäb.
, v. 1536
): haben herr A. v. H. rock verkaufft und verzert und sind ob irem praslen über die maß frelich gewessen.
Turmair
4, 294, 28
(moobd.
, 1522
/33
): der guet frum jung herr [...] lies sein volk, dem domals der wein seltsam und ungewönlich was, überweinen, praslen, füllen, vol und trunken werden.
Ebd.
4, 294, 20
: ließ under im wein, alle speis und notdurft, was nur zue der füll, zue schlemmen und praslen gehört.