parteke,
die
;
–/-n
(meist im Pl.);
aus
mlat.
parteca
›Dargereichtes‹
unter Anlehnung an den Bettelruf
partem
(so die Erläuterung zu
Luther, WA
33, 7, 22
).
1.
›Stück Brot oder Almosen, das sich herumziehende Kurrendschüler oder Bacchanten ersungen haben; Almosen, Gabe‹; im Beleg
Rot
(s. u.) auch metonymisch: ›Almosensack‹; bei Luther oft metaphorisch.
Bedeutungsverwandte:
almosen
 1,
gabe
 1; vgl.
partem
 2.
Syntagmen:
p. begeren / ersingen / lesen / sammeln / suchen / tragen, die p. mit dank annemen
;
mit der p. um sich werfen, mit p. trippeln, nach p. laufen / gehen
;
geringe / schäbichte / schöne / zeitliche p
.
Wortbildungen:
partekenhansen
(abwertend für die Schulmeister, a. 1618),
partekenhengst
,
partekenprediger
,
partekensak
,
partekenschiessen
›Betteln um Parteken‹.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus 
4, 47, 23
(
Frankf.
1557
):
hetstu fleissig | Zugsehn vnd mit der Molten gmetzt, | […] | Doͤrffst jetzund nit Partecken lesen.
Luther, WA
30, 2, 576, 29
(
1530
):
Jch bin auch ein solcher parteken hengst gewest und hab das brot fur den heusern genomen.
Ebd.
32, 43, 27
(
1530
):
darffst keiner guten werck da zu, […], er schenckt dirs, allein sey du so from und nim die parteken zu danck an.
Ebd.
33, 656, 26
(
1531
):
Ich bin nicht ein parteckenprediger, der do von dem bettelstab als von zeitlichem Reichtumb […] predigte.
Ebd.
41, 581, 17
(
1536
):
die nichts denn ein schebichte parteken haben gegn ewr herrliche Goͤttliche guͤter.
Ebd.
49, 601, 27
(
1544
):
Das sind seine gute Werck und Almosen gewesen, das er umb sich wirfft mit der schoͤnen Parteken, der heilsamen Lere.
Sachs
2, 32, 14
(
Nürnb.
1545
):
ich in erzogen han | Umb Gottes willen an dem hoff. | Erstlich er nach partecken loff.
Ebd.
17, 3, 1
(
1552
):
Ein faßnachtspiel mit vier personen: Der parteckensack.
Ebd.
11, 4
:
Ich hab vil partecken ersungen. | […]. | Lauff auch herumb nach den partecken | Die gantz statt auß, all winckl und ecken, | Darmit ich mein nahrung erjag.
v. Keller, Ayrer. Dramen 
3318, 30
(
nobd.
,
um 1600
):
Muß nun ein Armer Pauper sein, | Ersingen die Partecken Mein.
Schade, Sat. u. Pasqu. 
2, 141, 5
(
els.
1521
):
der schůler verstats nit. laßt in nach partegen gon!
Bächtold, H. Salat 
85, 10
(
Luzern
1544
/
51
):
so du schüzischer cornutt ettwan kum brot jn dim partegkensak han magst.
Rot
336
(
Augsb.
1571
):
Parteckn, Ein stuck brot oder was dergleichen / damit sich die armen schůler behelffen / dauon man sie die partecken hengst nennet / hieß aber vil mehr / der sack ort / dahin die stuckbrot gelegt werden.
Niewöhner, Teichner 
444, 49
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
der [rukk] vil sleg derliten hat | und parteken waz sein speis.
Luther, WA
33, 7, 22
;
47, 777, 30
;
Sachs 17, 
14, 35
;
v. Keller, a. a. O.
3322, 10
;
Sudhoff, Paracelsus
2, 183, 3
;
6, 356, 7
;
Eckel, Fremdw. Murners.
1978, 42
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
264
;
Schwäb. Wb.
1, 656
;
6, 1593
;
Schweiz. Id.
7, 632
;
Nyström, Schulterminologie.
1915, 233
.
2.
›Bruchteil von etw.‹.

Belegblock:

Luther, WA
49, 528, 19
(
1544
):
gedancken sind zolfrey. Jst ein gering parteck, die den Ehebruch strafft, magistratus.