nachdichten,
V.
1.
›einer positiv oder negativ bewerteten Sache nachgeben, sich e. S. hingeben‹; vgl.
nach
3, dichten
2.Bedeutungsverwandte:
vgl. lassen
nachdenken
Belegblock:
Fischer, Folz. Reimp.
25, 230
(Nürnb.
1479
): [frasheit] Ist schleckhaftig, geneschig und fastet nicht, | Der full sie tag und nacht nachticht.
Sachs
6, 118, 16
(Nürnb.
1550
): er
[der König]
ist gantz ergeben | Der weißheit thut er stets nach-tichten. Ebd.
20, 511, 27
(1563
): Wo du aber nur hangest an | An deiner klafferei nach-dichten | Ander leut ubel außzurichten.
2.
›etw. nachgestalten‹; vgl.
nach
1; 4, dichten
6.Wortbildungen:
nachdichter
Belegblock:
Buch Weinsb.
2, 66, 7
(rib.
, um 1560
): der stat seigel kunstrich und felselich nachgedicht und dar angehangen.
Mayer, Folz. Meisterl.
91, 141
(nobd.
, 1517
/8
): Bey straff es verbotenn wer | Das man der nachdichter don nit solt singen.
Ebd.
92, 8
: Seit ir gedicht | Gebreisset wird auff erden | Fur al nach dichter, die ietz seint.