mithellen,
V., unr. abl.
›e. S. zustimmen, beipflichten, mit etw. übereinstimmen, einig sein‹; mehrfach belehrend von Gegebenheiten (mit Dat. der Sache) gesagt, denen man nicht zustimmen sollte;
vgl.
mit
2; 3, 1
hellen
3.Gehäuft obd.
Bedeutungsverwandte:
einen
vereinbaren
zuhellen
astipulieren
beifallen
beihellen
beipflichten
stimmen
Syntagmen:
die chroniken m
.; e. P
. (Dat.obj., z. B. Lucifer
) m., dem buch / gesazt, der heiligen geschrift, der irrenden bescheidenheit, den sentenzen (nicht) m., sich einem buch m
.; die mithellende meinung
; subst.: schweigen als mithellen achten
; das mithellen des willens
; als subst. Part. Präs.: mithellende
›Zustimmende‹ haben
.Belegblock:
Neumann, Rothe. Keuschh.
4052
(thür.
, 1. H. 15. Jh.
): vortribe der bosen liblicher gelust | di dir in gefallet alsust | van dines willen mit hellen.
Chron. Nürnb.
3, 33, 9
(nobd.
, 1488
): daß vil sint, die iren sentenzen nit mithellend und sie für klepperer haltent.
˹ Jörg, Salat. Reformationschr.
70, 6
(halem.
, 1534
/5
): ouch schwygen by wylen jn sachen geacht wirt alls mithaͤlen.
Maaler
292r
(Zürich
1561
): Mithaͤlen / Wenn zwo partheyen sich mit einanderen vereinbarend oder anlegend vnd ein verstand machend / den drittmañ zebetriegen
˺ (beide Belege von der Schreibung her eher zu
mithelen, semantisch gesehen eher hierher).
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
181, 30
(schwäb.
, 14. Jh.
): der wille, der da mithellende ist der irrenden bescheidenheit.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
4, 9
(moobd.
, 1478
/81
): umb des willen, das vil der Cronicken gelesen werden, die sich villeicht nicht ainen oder mithelen werden disem puech.
Turmair
1, 433, 29
(Augsb.
1517
): adsentire vel adsentiri ,zuehellen, mithellen, ains meinung sein und sinn‘.
Gille u. a., M. Beheim
126, 75
; Jörg, a. a. O.
154, 8
; Steer, Schol. Gnadenl. 3, A
2
, 71
; Niewöhner, Teichner
10, 165
; Spiller, a. a. O.
130, 2
; Rwb
9, 766
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
244
.