2
meren,V.;
zu
mhd.
mërn
›tauchen und einweichen‹
, nhd. mehren
›herumrühren‹
(Lexer
; 1, 2115
Dwb
).6, 1893
›etw. in etw. eintauchen; in etw. herumrühren, etw. mischen‹; speziell: ›(Wein) panschen‹.
Phraseme:
jm. im munde meren
›jm. die Worte verdrehen‹ oder ›jm. die Speise aus dem Mund nehmen‹ (?).Bedeutungsverwandte:
speziell: vgl. arzen
Wortbildungen:
merde
merdum
zu interpretieren; im Dwb
und 1889 unter 6, 1468
Mehrde
und Mährte
geführt, dort auch Diskussion der Etymologie).Belegblock:
Luther, WA
38, 117, 22
(1533
): Wie man den Leihen beider gestalt solt geben, man muͤste eine Mehrde draus machen. [...] das sie [lesterer] sich selbs mit jrer eigen zungen schenden und nennen das heilige Sacrament eine Mehrde.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
72, 905
(Magdeb.
1608
): Da ich im Blut vnd ingeweid / | Der todten Thier / must schendlich mehren.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 107, 17
(Hs. ˹md.
auf nd. Grundlage, v. M. 14. Jh.
˺): mit reinen wiben ich gewer | wol vrouwen, der | mut hat die ger, | daz ere in ir becher mer
(wohl: ›daß Ehre ihnen die Becher mische / fülle‹). Reissenberger, Väterb.
19163
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Der bruder der zumersten quam, | Mit wazzer einen copf nam, | Dar inne merte er sine brot.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
374, 7
(thür.
, 1421
): unde nante om die irbaren lewte: „der merhet dir yn dem munde, der beschatzt dir die deynen, der underwyndet sich des deynen“.
Feudel, Evangelistar
46, 31
(omd.
, M. 14. Jh.
): Do sprach Jhesus: ,wer mit mir meret in dem napphe, der wil mich vorraten‘.
Eis, Gottfr. Pelzb.
137, 29
(nobd.
/thür.
, 3. V. 14. Jh.
): Ouch sullin si nicht merin in wassir odir in andir vuchtikeit.
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib. 1989, S.
196
(1658
): will es zehert werden, so meer es mit honig.
Gille u. a., M. Beheim
333, 12
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): ir [haid] mischung und vermarw | die ist in aller varw | gemerwet und vermenget | und allenthalb durchsprenget | mit lichten rosen braun
(Beleg hierher?). Piirainen, Stadtr. Sillein
96a, 13
(sslow. inseldt.
, 1378
): Dez tagez merte vnser herre got mit seynen iungern in dem chelch.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
485
; Luther, WA
38, 118, 1
f.