luderer,
der
;
–/-Ø
,
-e
.
›(meist: männliche, erwachsene) Person, die der moralischen und rechtlichen Ungebundenheit, dem Lotterleben, Laster, der Genuß- und Spielsucht nachgeht‹;
vgl.
ludern
 2.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld):
fras
,
freiheiter
,
fresser
,
füller
,
galgenschwenkler
,
gassentreter
,
hoflecker
,
hurer
,
jaufkind
,
prasser
,
rasler
,
rippelreiger
,
ruffian
,
saufer
,
spieler
,
1
tabernierer
,
trinker
 2,
zerer
.
Wortbildungen
luderin
(dazu bdv.:
bübin
,
lotterin
).

Belegblock:

Reissenberger, Väterb.
13233
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Eines nahtes quamen vur sin hus | Diebe unde luderere.
Jostes, Eckhart
65, 25
(
14. Jh.
):
Sunderlich lieb on huͦte die ist ein valsch minnerin und ist ein ubergreifferin dez rehten gemaheln [...] und ist ein luderinne der heimlich.
Chron. Nürnb.
3, 142, 20
(
nobd.
,
1488
):
da fiel der geist der geitigkeit durch die augen ein in das hertz der weinbuben, tabernierer, füller, spiler, gaßentreter, freiheiter, jaufkinder, galgenschwenkler, luderer.
Voc. Ex quo, S
346
(
15. Jh.
):
Scurra ein luderynne [...] pübin [...] hoflecker [...] lötrin.
Gille u. a., M. Beheim
186, 10
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
also tut auch der luderer, | der frass fuller und trinker, der | auf chain sach achtet nichten mer, | dann nach des pauches fure.
Chron. Strassb.
1029, 40
(
els.
, o. J.):
wer in dirre stat oder vorstetten muͤsig got, [...] besunder aller luͦderer, spiler, rippelreiger und riffion, die sich tage und naht nit anders begont denne spilendes, luͦderndes und rippelreigendes, wo man die hinnanvürder vindet muͤßig gon, [...], es sie an dem wege, in den wurteshüsern oder wo man die suß vindet, die sol und wil man angriffen und sü an irme libe stroffen.
Barack, Teufels Netz
11932
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
von ainr nacht zuo der ander sitzen, | Ob spil und luodri switzen, | Und sol denn glich morn mesz han!
Roder, Stadtr. Villingen
197, 4
(
önalem.
,
1582
):
wie vil auch ein würth einem solchen luderer verborgt hette [...]; (daß) ein solcher übelhausiger gesell auch mehrers oder gar nichts zue bezalen angehalten werden solle.
Niewöhner, Teichner
600, 56
(Hs. ˹
moobd.
,
1469
˺):
spiller: swerrer, | luedrar: zerer, | leb wol: chelner.
Mollay, Ofner Stadtr.
330, 8
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Auch mag man sÿ [chinder] ent erben, Op eß czu eÿnem offinparen luderern, Rasler, spiler ader hurer wurde.