lorber,
das / die
–/-(e)n
;über
mhd.
lörber
›Lorbeere‹
- mit dem Vorderglied aus lat.
laurus
(Lexer
; 1, 1955
Kluge/S.
).2002, 582
›Beere des Lorbeerbaumes‹;
vgl.
3
bere
1.Gehäuft Wirtschaftstexte und arzneikundliche sowie medizinische Fachtexte.
Wortbildungen:
lorberbere
lorberbier
lorberer
lorberkorn
lorberkranz
Belegblock:
Ziesemer, Gr. Ämterb.
120, 22
(preuß.
, 1519
): 1 vasz eherbir, 1 thon lorbirbir, 1 thon rautenbir.
Follan, Ortolf. Arzneib.
81, 6
(rib.
, 1398
): Nym [...], lorberen eyn lot, stoz et cleyne, sut ez myt deme wyne, twach eme dat houet vnde besla eme dat houet.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
25, 12
(osächs.
, 1570
/7
): Vor die hundesleüße. Rp. vor 2 pf. lorbeeren, vor 2 pf. ungenüzten schwefel, vor 2 pf. hirschen oder böckin unzschlot. Den schwefel und lorbeern in einem mörser klein zurstoßen.
Ebd.
33, 26
: heilwurzel, negelein, lorbern und benedictwurzel in wein und bier gehenkt erhalten es bei guttem schmagk.
Eis, Wahrsagetexte
54, 42
(omd.
, 15.
/16. Jh.
): so sal man eynen rouch machen in deme slouff gemache des kranken von den wurtzen thimema, mirren und weyrouch, lorbern und wachandeln.
Mylius
E 1v
(Görlitz
1577
): Baccælauri Lorberbeer.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
53, 7, 2
(schles.
, 1327
, Hs. 1358
): Welch gast brengit alune, Seife, komil, lorber, Sweuil, winstein, [...], der Czenthen gibt ein halb lot.
Haage, Hesel. Arzneib.
13r, 10
(Hs. ˹noobd.
/md.
, E. 15. Jh.
˺): Wenne dy fraue die kranckhait nit enhatt, so sol sy nemen holwurcz und bibergail, segelpawm und lorpıͤr, und seud daz durch einander in ainem pier.
Fastnachtsp.
478, 4
(nürnb.
, v. 1494
): [du] gibst fur lorper hin geißkot | Und fichtenspen für zimentrinten.
Keil, Peter v. Ulm
193
(nobd.
, 1453
/4
): Ein salb zu alten schaden. So nym vj lot gallitzen-stein, ij lot sweuel, v lot lorber vnd stoß die iij stuck zu puluer gar clein als mel.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
211r, 29
(Hs. ˹nalem.
, um 1400
˺): Dem die lungg we tuͦt vnd im fulet der / nem lorber.
Rohland, Schäden
469
(nalem.
/schwäb.
, 1400
/33
): nym xx lorber körner vnd bulffer die klein.
Arndt, biechlin
A iiijv
(Freiburg
1523
): Wein mit alant vñ mit lorbern gewermet / ist gesund zuͦ trincken.
Ebd.
B jv
: fenchel ephew / ysopen samen / lorber / alant / vnd thuͦ dartzuͦ baum oͤl. Vnd daz sol man alles mit honig durcheinander temperieren / vnd sol auch den gantzen leyb damit schmieren vnd bestreychen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
327, 26
(oobd.
, 1349
/50
): die lorper gebent öl, daz man dar auz machet, daz ist guot den kranken glidern, diu dâ âdersuht habent.
Eis, Gottfr. Pelzb.
180, 15
(öoobd.
, 15. Jh.
): wiltu toten all wurm, dy da waxen an den paumen. Nym pfeffer vnd larbir, vnd rautten, misch das mit guettem wein.
Ders. u. a., Asanger Aderl.
3, 20
(sböhm.
, 1531
): ain guet pulfer fur dy pestilentz [...]: Recipe paider wurtzn, genant des teufflpis, zyttwar, piguel vnd lorber.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1978
(oobd.
, 1607
/11
): ein nacket weiblin, helt ein lorberkrantz in der hand endtbor.
Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 134, 11
; Ermisch u. a., a. a. O.
76, 15
; 182, 23
; Keil, a. a. O.
183
; Rohland, a. a. O.
469
; Deinhardt, Ross Artzney
44
; Bücher, Berufe Frankf.
1914, 79
; Alberus
II iijr
; Bremer, Voc. opt.
48139
; Voc. rerum
118v
; Harsdoerffer. Trichter
3, 329, 1
.‒
Vgl. ferner s. v. 2
alant
, becher
1.