leut,
der / das
;-es/–
.– Zur Lautung von 'Leute' in den rezenten deutschen Mundarten s.
regionalsprache.de, s. v.
. Leute
– Im mittleren Frnhd. auslaufend.
1.
›geringe Anzahl bis größere Menge von Menschen; Volk; Menschheit generell; einem Herrscher zugehörige Menschen, Untertanen, Leute‹.Vielfach Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Wortbildungen:
leutlos
leutsdrek
leutskot
leutsstein
leutswurm
Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
4145
(preuß.
, um 1330
/40
): An cleiderin rîcheite | und ubirvluzzikeite | nicht achtit noch daz selbe lût.
Große, Schwabensp.
104a, 34
(Hs. ˹nd.
/md.
, um 1410
˺): Mich suͦchet vil luͦtes nach miner vfirstende.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
4390
(nrddt.
, 14. Jh.
): du [Crist] bist war heil des lutes.
Ders., H. v. Hesler. Apok.
5323
(nrddt.
, 14. Jh.
): Lut und vie wirt selic dort.
Leman, Kulm. Recht
2, 23
(Thorn
1584
): Begrift eyn man eyne iuncvrouwe vf eyme ackir, do nicht lute en ist.
Fischer, Folz. Reimp.
9b, 100
(Nürnb.
, um 1485
/86
): alls es
[
worber ›eine Wahrsagerbeere‹]
ein richen hot ›riecht‹,
| So iß nicht anders dan leütskot. Sachs
17, 203, 20
(Nürnb.
1557
): Der feyhel schmeckt gleich wie leutsdreck!
Hulsius
L iijr
(Nürnb.
1596
): Leut / gens.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
564, 14
(els.
, 1362
): Von disem zeichen wart vil lútes glǒbig.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 150, 26
(els.
1521
): an feirtag, so vil leut zuͦm opfer kumpt in allen dörfern.
Merzdorf, Historienb.
673, 3
(alem.
, Hs. 2. H. 14.
/A. 15. Jh.
): so wart er rich und gewan in demselben zil gar vil lútes und guͦtes.
Adrian, Saelden Hort
5212
(alem.
, Hss. E. 14.
/15. Jh.
): swaz lútes in der gegene | man da sach kainen presten han.
Schmidt, Rud. v. Biberach
73, 1
(whalem.
, 1345
/60
): Verstentnissi ist ein kraft der sel [...] ,zvͦ ervarne goͤtlich heimlichi, vnd dar zvͦ kvmt wenig luͥttes‘.
Päpke, Marienl. Wernher
141
(halem.
, v. 1382
): Den ainen tail si mǎssen | Mit trúwen dem armen lút.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
32, 25
(oobd.
, 1349
/50
): die veigen machent niht guot pluot und dar umb machent si dem menschen vil leutswürm.
Ebd.
305, 16
: pediculus haizt aigencleich ain füezling. daz ist ain leuteswürml oder ein kintpeiz, und haizt dar umb ain füezling [...], daz ez vil füez hât.
Ebd.
456, 8
: Piropholos mag leutsstain haizen. wan [...], der stain ist gar edel und wirt auz ains menschen herz, daz mit vergift ist getœtt, wan daz herz mag in feur niht verprinnen.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
18302
; Pyritz, Minneburg
1926
; Williams u. a., a. a. O. Aurea
632, 24
; 671, 29
; 750, 16
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 112
.2.
›Kriegsvolk; Kriegsknechte; militärisches Aufgebot‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. kriegsvolk
Belegblock:
Päpke, Marienl. Wernher
10004
(halem.
, v. 1382
): Das si
[Beine Christi]
do von ainander nút | Bringen mocht das vaige lút. Bernoulli, Basler Chron.
5, 5, 175, 7
(alem.
, 1421
): die kurfúrsten [...] schribent iederman sine summ lútz, mit wie vil er solte kommen.
Chron. Strassb.
856, 12
(els.
, A. 15. Jh.
): do wart ouch menig schif so vol lütes, das daz schif underging.