leidsam,
Adj.;
Zusammenfall von
mhd.
leid-
und vereinzeltem
lîd-
.
1.
›schmerzlich, traurig; schrecklich‹; vgl.
leid
(
das
) 2; offen zu 2.
Bedeutungsverwandte:
arbeitselig
 1,
arm
(Adj.) 15,
elend
(Adj.) 5,
hartselig
 1,
jämerlich
 2,
kummerhaft
 1,
müselig
 1,
verlassen
,
weislos
.

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
718
(
pfälz.
,
1436
):
wann aber ist, das die sele jn trurigen, leidsamen gedencken ist, so zücht sich das hertze zu einander.
Schwartzenbach
B viv
(
Frankf.
1564
):
Arm. Elend. Weißlos. Verlassen. HArtselig. Arbeitselig. Muͤhselig. Leidsam. Kummerhafft. Voll beschwerd vnd arbeitseligkeit. [...] Mit armut beladen.
Gille u. a., M. Beheim
84, 101
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
durch dy leidsam swere pein | des piterlichen sterbens sein.
Bachmann u. a., Volksb.
192, 36
(
alem.
,
15. Jh.
):
Do nun die leitsam botschaft dem keyser Loys kam, das sin tochter Elys tod wer.
Drescher, Hartlieb. Caes.
351, 9
(
moobd.
,
1456
/
67
):
wann ich wil eyln zu dem tod der pösen, zu sagen wie jámerlich und laydsamlich sterben die wuͤchrer.
Bachmann u. a., Volksb.
193, 5
.
2.
›schmerzbringend, leidbringend; schädlich‹;
vgl.
leid
(
das
) 2.
Wortbildungen:
leidsamen
›etw. schädigen, verletzen‹,
leidsamigkeit
›Schaden‹.

Belegblock:

Eggers, Psalter
76, 5
(
thür.
,
1378
):
Si gaben mir vbele wider daz gute, di vnberaftikeit miner sele. [...] Aber da si mir leitsam waren, da tet ich heren gewete an mich.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
26, 10
(
osächs.
,
1343
):
Waz sit ir leitsam disem wîbe?
[
Mentel
1475
2
-1480:
hoͤrt
, 1483:
schwer
;
Lang
1521:
waru͂ / macht vnrueg
;
Luther
1545:
Was bekümmert jr
].
Löffler, Columella/Österreicher
1, 149, 13
(
schwäb.
,
1491
):
Aber das der schab oder wǔrm den jungen figen bǒmen nit laidsam sye.
Ebd.
2, 30, 11
:
Es ist minder arbaitt samkaitt der kranckhaitten die clavǔs gehaissen wiertt und gemainklich die hals auderen laidsamend.
Ebd.
2, 183, 11
:
es mag ǒch in den húslin mit minder laidsamikait die lútzelkait der binen die mit etlichen schelmen oder presten gekrenckt, gewent werden.
Bechstein, a. a. O. Mk.
14, 6
;
Bäumker, Geistl. Liederb.
13, 39, 1
.
3.
›leidensfähig, duldsam, geduldig‹.
Bedeutungsverwandte:
duldmütig
,
geduldig
,
verträglich
.
Wortbildungen
leidsamkeit
›Leidensfähigkeit, Geduld‹ (dazu bdv.:
duldmütigkeit
,
geduld
,
geduldigkeit
).

Belegblock:

Schöpper
10b
(
Dortm.
1550
):
Patiens. geduͤltig duͤldmuͤtig leidsam verträglich. [...] Patientia. Gedult leidsamkeit duldmuͤtigkeit geduͤltigkeit.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
755
(
rib.
,
1444
):
Dyn hertze sij lidesam ind gudertieren | Na dyme vurgenger in allen manieren.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 640, 16
(
Köln
1619
):
Herr gib mir krafft vnd leidsamkeit.
Ebd.
3, 23, 4
(
Köln
1583
):
Er woͤl al gute werck vns lern, | [...] | Gluck gebn in widerwertigkeit, | Und die genad der Leidsamkeit.
Serranus
116v
(
Nürnb.
1552
):
Leydsam / vide Dultig.
Schmitt, Ordo rerum
673, 22
(
oobd.
1466
):
geduldig leydsam.
Voc. Teut.-Lat.
k iiijv
;
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
273
.