1
leiben
II
V.;
zu
mhd.
leiben
›übrig lassen‹
(
Lexer
1, 1862
), dies zur 2. Hochstufe von
mhd.
lîben
(
Lexer
1, 1895
).
›etw. übrig lassen, (jm.) etw. belassen, etw. sein lassen, was es ist; jn. auslassen, übergehen‹.
Phraseme:
jm. weder haut noch har leiben
.

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
494, 16528
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
di brûdir abir in vreise | stiftin eine reise | zu Pogezenin in daz lant | und daz mit creftigir hant | hernde durchtreibitin | und ôt dâ nicht leibitin | noch habe noch gebuide.
Reissenberger, Väterb.
27446
(
md.
,
14. Jh.
):
Vil sere er [lewe] zagil weibete | Nindert er einen leibete, | Er enstreichte sich an in | Vil vrolich.
Chron. Strassb.
374, 15
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
[die Gothen] fuͦrent do herwiderumb gein Rome, und was sü dovor geleibet hettent, das noment sü do für sich.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
702
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Diß ist des gaistes art, | Das er [...] | [...] | blüt und flaisch nit lieb wil han. | Wa sin úbrig wäre, | Das wär dem gaist vast unmäre. | Er laibt in weder weltlich er noch güt.
Barack, Teufels Netz
6239
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
[Die armen] Die alle ding durch in hand gelan | [...] | Das si tætind daz ewangeli erfüllen; | Und hand in selber gelaipt nütz.
Ebd.
13287
:
Man hœrt och über grafen und frigen | Ir arm lüt clagen und schrigen, | Si beschätzends als gar | Und laibend in weder hutt noch har.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
127, 5
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Das was groß wuder die Lutterischen und iren brediger, der wolt das meßhalten und heylig sacrament nit layben.
Bernoulli, Basler Chron.
4, 288, 11
;
5, 60, 11
;
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
2, 48, 28
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
217
;
Schwäb. Wb.
4, 1121
.