lehenbrief,
der
;
-s
, auch
/-e.
›Urkunde, schriftliche Vereinbarung über die Vergabe eines Lehens (z. B. von Grund und Boden, eines Amtes, von Rechten) und die dabei vereinbarten Rechte und Pflichten von Lehensnehmer und Lehensgeber; Urkunde über leihartige Verträge‹;
vgl.
lehen
(
das
) 2,
brief
 1.
Zur Sache:
Hrg
2, 1701
.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
lehenbrieftax
›Gebühr für die Beurkundung eines Lehens‹ (a. 1630).

Belegblock:

Kollnig, Weist. Schriesh.
216, 25
(
rhfrk.
,
1606
):
gehörte dem selben der pfrungenzehent (laut churfürstlicher Pfalz darüb gegebener lehenbrief).
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
291, 7
(
thür.
,
1474
):
wel her dy lehen [...] bewisen unde erhalden, so muß her daz thun met vorsegilten, volstendigen lehenbriffen des lehenheren adir met synem bekenteniß, als danne lehen zcu bewiesen so gewonheyt unde recht ist.
Küther, UB Frauensee
395, 23
(
thür.
,
1530
):
diweil m. g. h. von Beichlingen das ampt Cregenberge [...] erkaufft hat mit allen geistlichen und weltlichen lehen nach vermuge kauff und lehenbrieffe.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
451, 3
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Seintmal Rußels wittibe ir das gut zu einem leibgedinge zugesagt, das sie mit dem lehnbrife beweisen moge.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 181, 25
(
nobd.
,
1464
):
Haincz Heffner hat auch zwͤ manlehen dritthalben morgen ackers, [...] und hat darumb ein lehenbrief.
Merz, Urk. Lenzb.
59, 11
(
halem.
,
1477
):
das die allten lechenbrieff, [...] in crafft bestaͧn [...] soͤllent.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
168, 18
(
halem.
,
1525
):
Deshalb begert sin gnad die begnadung und nachlassbrief der gotzhuslüten zuͦverhören, darin der erschatz och werd vorbehalten, desglich ein keiserliche friheit, darin der erschatz och gemeldet, och etlich sprüch und vertragbrief, desglich in den offnungen, darzuͦ in alten lehenbriefen und reversen, so wir all verhört, werde gar luter verstanden, wie der erschatz harkommen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 327, 13
(
schwäb.
,
1603
):
sopald deren güetter ainß ledig wurde, eß were durch todtfähl [...] erb- oder schupflehen, sollen derselben alle lehenbrief zuer cantzley gelifert [werden].
Ebd.
751, 17
(
1580
):
Nachdem und wir auß craft der oberkayt ain aigen gericht zu haben laut des lehenbrieffs zugelassen, hab ich mir fürgenommen, [es] auß euch als meine undertonen zu besezen.
Fuchs, Kart. Aggsbach
261, 1
(
moobd.
,
1419
):
Lechenbrieff vom h(errn) Nicolao abbten zu Moͤlckh ŷber zweÿ lechen zu Hainoͤedt.
Kollnig, a. a. O.
202, 2
;
Löscher, Erzgeb. Bergr.
143, 20
;
Grosch u. a., a. a. O.
306, 8
;
Schib, Urk. Laufenb.
279, 11, 289, 9
;
356, 7
;
Müller, a. a. O.
211, 1
;
11
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
320, 29
;
Hör, Urk. St. Veit
224, 19
;
Zingerle, Inventare
1b, 2
;
43, 1, 30
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
128, 13
;
Öst. Wb.
4, 1179
.
Vgl. ferner s. v.
1
adel
 1,
aufsandbrief
.