2
leffel,
2
löffel,
der
;
–/-Ø
;
zu
2
laffe
und
laffen
. – In den Belegen mehrfach wortspielerischer Bezug auf
1
leffel
.
›Narr, törichter Mensch, Schwätzer‹; Spezialisierung dazu: ›Verliebter, Freier, Liebhaber‹.
Gehäuft Texte didaktischen und unterhaltenden Inhalts.
Wortbildungen:
leffel
(Adj.) ›verliebt tuend‹,
leffelei
›Buhlschaft, nicht ernst gemeinte Liebelei, Techtelmechtel‹,
leffelgebis
›Narrenholz‹,
2
lefler
›närrischer Liebhaber‹ (dazu bdv.:
freier
,
werber
),
leflerei
›Narretei‹ (Beleg s. v.
1
leffel
).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm. 117, M
2298
(
Magdeb.
1608
):
Die vntrewe leffel Jungfraw.
Luther, WA
21, 377, 28
(
1544
):
Solches wollen unser BapstsEsel, Sew und Leffel nicht achten.
Ebd.
49, 488, 37
(
1544
):
wenn die Jungen leffel sich wider die alten setzen, do gehts ubel zu.
Volkmar
504
(
Danzig
1596
):
Procus [...] ein werber / freyer / leffeler.
Gille u. a., M. Beheim
248, 35
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Durch disen läffel lerffen | schied ich mich von des fursten hǎf.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Ayrer. Sidea
271, 145
(
Nürnb.
1618
):
im walt sol er hie bei mir bleiben, | und das keine löfflei nit treiben.
Spanier, Murner. Narrenb.
27, 5
(
Straßb.
1512
):
Die iungen loͤffel wendt regieren, | Do mit sy iung vnd alt verfieren.
Ebd.
66, 62
:
Ein ander gbiß wirt yngeleit | Allen mannen vnd ouch wyben, | Die lychtfertig woͤrter tryben; | Ein loͤffel gbiß ist es genant. | Wer do trybt ein lappen tandt, | Dem ist das loͤffel gbiß gerist.
Roloff, Brant. Tsp.
1909
(
Straßb.
1554
):
[Lieber Herr] loß den narren sein lebtag do ston | Ich mag dem loͤffel nit me zuͦgucken.
Goedeke, Fischart Flöh Haz,
3406
(
Straßb.
1594
):
Dieweil es jungfrauwasser ist, | Nach dem viel löfler wol gelüst.
Sudhoff, Paracelsus
8, 191, 9
(
1530
):
die weißtu, was zu scheissen dienet und kozen, was aber die heilung antrifft und trifft die arcanen, die da gemelt worden sind von allen, bistu bruder leffel.
Lemmer, Brant. Narrensch.
62, 3
(
Basel
1494
):
von nachtes hofyeren. Jetz wer schyer vß der narren dantz | Aber das spiel wer nit all gantz | Wann nit hie weren ouch die loͤffel | Die gassentretter / vnd die goͤffel | [...] | Wann sie nit vff der gassen gan | Und schlagent luten vor der tuͤr | Ob gucken well die maͤtz har fuͤr.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
301
(
Genf
1636
):
Leffeley / wann man der Bulschafft nachhengt.
Gille u. a., a. a. O.
319, 86
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
2200, 17
;
Schles. Wb.
2, 818
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
225
.