lasser
(mehrfach mit Uml.),
der
;-s/-Ø
.1.
›Person, die eine andere Person oder ein Tier aus medizinischen Gründen zur Ader läßt‹; vgl.
lassen
26.Bedeutungsverwandte:
aderlasser
fliedman
schröpfer
stuger
vintauser
Wortbildungen:
lässerbinde
lässerin
lässerlon
lasserregel
Belegblock:
Luther, WA
37, 84, 28
(1533
): Nur in ein badstuben hin ein gesteckt und verbrand, quia tantum sumus [Teufel] heisser und lasser.
Schmitt, Ordo rerum
257, 5
(omd.
, 1466
): Fleubotomus lesser [...] later stuger [...] aderlasser [...] loͤsser [...] schrepfer [...] fliedman.
Niewöhner, Teichner
560, 31
(nobd.
, E. 14. Jh.
): der herr [...] | [...] haizt nach eim lazzer senden.
Sachs
17, 324, 24
(Nürnb.
1563
): Wo denn der leut nit warten recht | Scherer, lasser und bodenknecht.
Ebd.
379, 29
: Nach dem sich auff die laßbanck setzet, | Da hett der lasser nit gewetzet | Die fliten, schlug hart, macht dem heiß, | Die zän er auff einander beiß; | Der lasser zitert mit der hent | Und in mit dem laßdigel brennt.
Barack, Teufels Netz
10218
(Bodenseegeb.
, 1. H. 15. Jh.
): Der lässer spricht: ,Lieber man guot, | Du hast sicher bœs pluot, | Du muost ietz zuo dem milz lan.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 190, 8
(Arnau
1525
): Nůn ists weger, sein gnad
[der Bischof]
hab ein jungs metzlin bei im zůr läßerin denn nach römischen sitten ein jungen knaben (hier in obszöner Übertragung).
Bremer, Voc. opt.
31016
(halem.
, 1328-30
): Fasciola lesserbind.
Barack, Zim. Chron.
4, 176, 23
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): wiewol die gemainen laserregln am maisten dahin deuten, das man sich die läse ordenlich und mesig halte und sonderlich allen zorn [...] vermeide.
Voc. rerum
79r
(Augsb.
, v. 1474
): Flebotomator lasser vel vintauser.
Kummer, Erlauer Sp.
4, 101
(m/soobd.
, 1400
/40
): heler und steler, | pader und laßer, | [...] | di pring ich all mit.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 67, 34
; 1, 429, 13
; Schultheiss, Achtb. Nürnb.
123, 24
; Bell, G. Hager
591, 2, 2
; 592, 2, 19
; Barack, Teufels Netz
10176
; 10184
; 10293
; Voc. Teut.-Lat.
s iijr
; Brack
d 3r
; Voc. inc. teut.
o iiijv
; Maaler
69r
; Bremer, Voc. opt.
31013
; Schwäb. Wb.
4, 1005
; Schweiz. Id.
3, 1290
; Bücher, Berufe Frankf.
1914, 78
.‒
Vgl. ferner s. v. lässe
1.2.
›Person, die von einer anderen Person aus medizinischen Gründen zu Ader gelassen wird‹; antosem zu 1.Belegblock:
Menge, Laufenb. Reg. v.
3885
(Hs. ˹nalem.
, um 1470
˺): Was eins lässers spyse sol sin.
Bobertag, Schwänke
168, 27
(o. O. 1555
): das gesind ist auff dem veld vnd ich ligen hinder einem vmbhang, bin ein lässer. Spricht der kauffmann: ,wie lang bist ein lässer geweßt? [...] morn ist der neündt tag.
Maaler
492r
(Zürich
1561
): Weynwarm (das) Speyß für die kindtbetteren vnd laͤsser.
Bihlmeyer, Seuse
39, 18
; Schmid, Pilgerreisen.
1957, 418
.