1
lache,die
;zu
mhd.
lache
, dies über afrz.
lac
aus lat.
lacus
(Pfeifer, Etym. Wb. d. Dt.
).1993, 756
›stehendes Gewässer unterschiedlicher Größe und unterschiedlicher Konsistenz‹, im einzelnen z. B. ›Pfütze‹; ›Tümpel‹; ›Suhle‹; ›Sumpfgebiet‹; ›Weiher, (Fisch)teich‹.
Bedeutungsverwandte:
grube
hülwe
kotlache
3
loh
pful
pfütze
se
sumpf
wasser
Syntagmen:
die l. ablassen; l.
(Subj.) trüb werden; in die l. fallen / springen, in der l. liegen, sich in die l. werfen, jn. in die l. vertreten / werfen, aus der l. schöpfen/ trinken, jn. aus der l. bringen; l. mit fischen, l. der sünde, des lebens, des wassers l.; stinkende / tiefe / unsaubere / wüste l
.Wortbildungen:
lachenmatte
lachenpfad
lachig
Belegblock:
Dedekind/Scheidt. Grob.
122, 5
(Worms
1551
): gieß ein lange lach daher / | Als obs des müllers Esel wer.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
382, 4
(osächs.
, um 1466
): das die lach und der garten zu der pfarr geeignet [...] seind.
Matthaei, Minner. I,
7, 82
(Hs. 15. Jh.
): ich lieff da von dez waßers lach | und sprang mit freuden uff den wert.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 56, 22
(nobd.
, 1464
): Auch in der lach in Roren geschicht aufhebung der fisch.
Gille u. a., M. Beheim
257, 5
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): zu Jerusalem, da war | Prabatica, ain lache | mit vischen, die hiess ebraisch Betsaida.
Sachs,
3, 212, 14
(nobd.
1531
): Die quell, brünnlein und klaren pechlein. | Verfroren waren hül und lechlein.
Schade, Sat. u. Pasqu. II,
243, 1736
(nobd.
, 1524
): uns graben | Cisternen, die kein waßer bhaben, | Hand muͤßen trinken uß den lachen.
Rieder, St. Georg. Pred.
7, 5
(Hs. ˹önalem.
, 1387
˺): da ain mentsche in ain lachun vallet und gar unsuber wirt.
Bihlmeyer, Seuse
161, 31
(alem.
, 14. Jh.
): der ist ein tore, der sich mu̇twilleklich in ein unsuber lachen wirfet.
Ebd.
486, 1
: wie ich die menschen us der tieffen lachen ires súntlichen lebens bringe.
Enders, Eberlin I,
51, 15
(Basel
, 1521
): Das man für hyn die predig schoͤpffe auß dem brunnen der Bibel [...], nit auß den grůben, cistern vnd lachen newer predig buͤcher.
Chron. Augsb.
1, 324, 7
(schwäb.
, E. 15. Jh.
): welcher nit recht prot bůch von zuig oder von gewicht, den ließ man in ain korb vallen in die lachen.
Ebd.
7, 340, 8
(1559
): die jeger haben [...] ain groß, wilds, hauendts schwein in den lachen umbzogen.
Rot
323
(Augsb.
1571
): Lack oder lackn, vom Latein lacus. ein see / tumpff / sumpff / pfützen / prutschen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
258, 32
(oobd.
, 1349
/50
): ûfersneken, die an dem ûfer [...] ligent [...] in den pfüeln oder in den lachen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
27, 2
(oobd.
, 3. Dr. 15. Jh.
): Sy [die Turckhen] [...] habend [...] die kind an die zewn gespist und in die lackhen vertretten.
Winter, Nöst. Weist.
1, 355, 21
(moobd.
, E. 15. Jh.
): die oͤrtler mussen die lacken ablassen und einen graben machen das si ab mag rinnen.
Ebd.
3, 168, 12
(um 1500
): das das gotshaus [...] hat ain laken oder loo, da sol niemant auf vischen.
Harms u. a., Alberus. Fabeln
44, 20
; Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
92, 1
; Bindewald, Texte schles. Kanzl.
7, 18
; Mon. Boica, NF.
1, 167, 31
; Gille u. a., a. a. O.
257, 25
; Bihlmeyer, a. a. O.
71, 3
; Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 241, 3
; Chron. Augsb.
1, 324, 5
; 2, 154, 26,
Anm. 4; Koller, Ref. Siegmunds
262, 44
; Turmair
1, 350, 17
; 5, 443, 25
; Winter, a. a. O.
3, 168, 12
; Bremer, Voc. opt.
13020
; Schmitt, Ordo rerum
26, 40
; Voc. Teut.-Lat.
s jr
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
291
; Bad. Wb.
3, 345
; Schwäb. Wb.
4, 903
; 909
.