kummerhaft(ig),
kommerhaft(ig),
Adj.
1.
›bedrückt, traurig, voller Schmerz, Elend‹;
vgl.
kummer
 5.
Bedeutungsverwandte:
angsthaft
 2,
arbeitselig
 1,
bekümmert
 1,
benötigt
,
besorgt
,
betrübt
 2,
elend
(Adj.) 5,
erbärmlich
 1,
hartselig
 1,
jämerlich
 1,
leidig
 2,
traurig
 1,
unmütig
.
Syntagmen:
jn. k. machen, k. sein / werden
;
kummerhaftiger man, kummerhaftige mutter, kummerhaftige leute
.

Belegblock:

Koppitz, Trojanerkr.
11450
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
beschwerd und ungemach | Giengen mich, ir herren, baide an | Als ainen kumerhaften man.
Adomatis u. a., J. Murer. J. Man. Spieg.
512
(
Zürich
1560
):
Er ist yetz lecht / sunst kümmerhafft | byn kümmerten man wenig schafft.
Schib, H. Stockar
23, 3
(
halem.
,
1519
):
also was ich kumaratt und drurig und hatt weder früd noch mutt.
Barack, Zim. Chron.
1, 369, 5
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ward sie so gar kumerhaftig, das sie täglichs anfieng abzunemen und schwach zu werden.
Ebd.
446, 8
:
derhalben der alt herr [...] ain lange zeit ganz kommerhaftig gewest.
Schöpper
21b
;
Maaler
65r
;
466r
;
Schwartzenbach
B jv
;
Stieler
1, 926
;
Schwäb. Wb.
4, 832
;
Schweiz. Id.
3, 303
.
2.
›Schmerz hervorrufend, schwierig‹;
vgl.
kummer
 5.
Bedeutungsverwandte:
streng
 5,
verdriessig
,
wiederwärtig
.
Syntagmen:
kummerhaftiger handel / schmerz / zufal, kummerhaftige botschaft, kummerhaftiges jar, kummerhaftige sorgen
.

Belegblock:

v. Keller, Amadis
381, 37
(
Frankf.
1571
):
ist leichtlich zuermessen, daß ir freud in dieser jr begegnung souil desto grösser war, als jr abschied hieuor jnen kummerhafft vnd verdriessig gewest.
Welti, Stadtr. Bern
315, 16
(
halem.
,
1450
):
als wir denn da har eben lange zitt [...] ander erbereb luͥten kumberhafter zuͦuellen wegen vnser spittale mit armen luͥten [...] beladen gehept hant.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 42, 24
(
halem.
,
1489
):
Wir haben [...] gemerkt, wie die kumberhaften händell zuͦ Zürich stan.
Dierauer, Chron. Zürich
243, 14
(
halem.
,
15. Jh.
):
was das selb jar us gar ein kumperhaftig jar in maͤngen weg.
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 172, 7
(
whalem.
,
1484
):
So wurde auch das den Eidgnossen gar kumberhaftig, si alle mal nach inhalt der vereinung zǔ entschútten.
Maaler
256r
;
Stieler
1, 926
;
Schwäb. Wb.
4, 832
;
Schweiz. Id.
3, 303
.
3.
›arm‹;
vgl.
kummer
 3.
Bedeutungsverwandte:
arm
(Adj.) 1,
dürftig
 1,
mangelhaft
 5,
notdürftig
 1.
Wortbildungen:
kummerhafte
›Armut‹.

Belegblock:

Schöpper
55a
(
Dortm.
1550
):
Pauper. Arm duͤrfftig mangelhafft notduͤrfftig kummerhaft.
Leisi, Thurg. UB
8, 113, 17
(
halem.
,
1393
):
daz wir [...] von únser kumberhaftin wegen verkoͮft haben ain guͤtli ze Guͤtisedel.
4.
›verschuldet‹;
vgl.
kummer
 2.

Belegblock:

Behrend, Magd. Fragen
129, 2
(
omd.
,
um 1400
):
Were her ouch so kummerhafftig unde benotiget [...] so mag her is vorkummern durch leibes not.