kufe,
kube,
vereinzelt kupfe
, die
;–/-n
;zu gleichbedeutend
mhd.
kuofe
(Lexer
).1, 1786
1.
›Gefäß aus Holz für verschiedene Zwecke (z. B. Bier, Wein, Farbe, Löschwasser bei Feuersbrunst)‹; auch als Maßangabe.Bedeutungsverwandte:
1
barn
becken
das
) 1, bütte
fas
fuder
gefäs
kübel
mulde
tonne
zuber
Syntagmen:
eine k. bestellen / eichen / entnemen / füren / haufen / machen / werfen
; einer k. den boden einhauen
; etw. aus einer k. nemen / werfen, etw. in eine k. stecken, in eine k. fallen, jn. in einer k. brennen
Strafe für Münzfälscherei, in einer k. baden / liegen / sitzen, um eine k. schlingern, unter eine k. kriechen
; k. (mit) kalk / salz / wasser / wein
; alte / bodenlose / grosse / kleine / neue k
.Wortbildungen:
kufband
kufdaufel
kufenfürer
kufenknecht
kufenmacher
kufenreif
kufenspiel
kufenzol
kufholz
kufkar
kufsalz
kufwerk
Belegblock:
Chron. Magdeb.
2, 171, 21
(nrddt.
, Hs. 1601
): haben [...] etzliche [...] getantzet, als wehre es der fastnacht, wie man alhie umb die Kueffe pfleget zu schlingern.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 430, 12
(rib.
, 1420
): so dieselve Kerpgyns frauwe [...] dieselve side uis der kuipen nemen.
Kurz, Waldis. Esopus
3, 92, 45
(Frankf.
1557
): wie viel kuͤffen must machen lassen, | Das grosse Meer darin zu fassen.
Hertel, UB Magdeb.
3, 53, 5
(nd.
/omd.
, 1469
): Der Kuffenfurer sal auch alle nacht die bornkuffe ful wassers [...] haben zcu rettung.
Chron. Nürnb.
1, 175, 35
(nobd.
, 1388
): sol iederman ein kuffen oder ein vaz mit wasser in seinem hause haben.
Chron. Nürnb.
4, 319, 2
(nobd.
, 15. Jh.
): wa von wir nemen sulle [...] preugeschirr als von keßlen, vessern, kupfen und anderm.
v. Groote, Muskatblut
89, 14
(nobd.
, 1. H. 15. Jh.
): der selbe mentsch gewynt eynen ruff | recht als ein bodenlosz kuff.
Sachs
8, 517, 36
(Nürnb.
1558
): der könig [...] ließ setzen ein kuffen bier | In sal.
Spanier, Murner. Narrenb.
81, 24
(Straßb.
1512
): ich [...] wil bad / kinder / schütten vß, | Den küben nach in werffen vß!
Mollwo, Rotes Buch Ulm
84, 23
(schwäb.
, E. 14.
/A. 15. Jh.
): haben wir gesetzt [...] daz alle die karrer, die daz wazzer buwent [...] ieglicher mit ainem kuͦf [...] zuͦfaren sol.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
2, 894, 12
(schwäb.
, 1531
): der herr [...] sölle [...] weder kofen noch baren mit im nemen.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 3, 4115, 101
(moobd.
, 1466
): der sol von ainem phunt kufflsalcz geben 4 sh. dn.
Winter, Nöst. Weist.
2, 935, 17
(moobd.
, 1604
): alle die so auf ihren wagen [...] ein grosse kuefen oder vier klaine kuefl salz füerten sein davon [...] nichts schuldig.
Ebd.
2, 1054, 12
(1491
; Hs. A. 16. Jh.
): meine herrn sollen haben in der preß [...] ainen schapfen und ir kuefkar und alles geschirr.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
8, 25
(smoobd.
, 17. Jh.
): im fahl aber ainer [...] holz hette, das [...] zu gelt mecht gemacht werden, es sei zu koll, kuef- und widtwerch.
Ebd.
32
: der soll für ieden stam, so zu kiefholz [...] und zaunholz tauglich [...] gestrafft werden.
Ebd.
123, 8
: Verbott kuef- und raifpands zum kerbl und reischen zein.
Qu. Brassó
5, 438, 19
(siebenb.
, n. 1646
): bis sie [...] den Kuffen mit dem Wein und Honch die Bedem eigehauen und alles in Grund verderbt.
Quint, Eckharts Trakt.
300, 2
; Bobertag, Schwänke
355, 29
; Fastnachtsp.
207, 38
; Mayer, Folz. Meisterl.
23, 58
; Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
402, 26
; Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
107, 23
; Volkmar
308
; Dief./Wü.
722
; Pfälz. Wb.
4, 664
; Schwäb. Wb.
4, 820
; 6, 2392
; Patocka, Salzwesen.
1987, 280
; 288
.2.
›Schlittenkufe, vorne aufwärts gekrümmter Holzbalken, auf dem der Schlitten ruht und gleitet‹. Belegblock:
Dwb
5, 2530
(a. 1517
).