krimmen,
V., unr. abl.
1.
›jn. / etw. mit Klauen packen, jn. / etw. kratzen, zwicken‹; auch: ›um etw. kämpfen, sich um etw. reißen‹; intrans.: ›stechen, zwicken‹.Bedeutungsverwandte:
beissen
jucken
kratzen
schaben
stechen
Syntagmen:
jn. mit den klauen k.
; krimmender hund / vogel
.Wortbildungen:
krimvogel
Belegblock:
Ziesemer, Proph. Cranc Ez.
39, 4
(preuß.
, M. 14. Jh.
): den crimmyndin vogiln und allim gevogele [...] habe ich dich gegebin czu vrezzin.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
11527
(omd.
, 1338
): Wan di mich an allez luder | Lieb solden han als di bruder, | Di crummen mich sam di trachen.
Luther, WA
21, 18, 31
(1528
): Es wird gros bawen sein und gros vleis, krimmens und kratzens nach zeitlicher narung.
Gille u. a., M. Beheim
176, 149
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): Ist unleidlich, er niemen czimpt | wan als ain dorn, der sticht und chrimpt.
Bihlmeyer, Seuse
282, 10
(alem.
, 14. Jh.
): Mir ist beschehen als einem ergremten voͤgellin, daz under eins krimvogels klawen lit.
Barack, Zim. Chron.
3, 216, 38
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): die lewen hetten ainandern nachgesehen, dann das sie also wider einandern kratzen und krimmen.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
214v, 17
; v. Tscharner, Md. Marco Polo
25, 18
; Luther, WA
17, 2, 342, 23
; Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 267, 35
; Gille u. a., a. a. O.
202, 83
; Gereke, Seifrits Alex.
6147
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
286
.2.
›jn. schmerzen, Krämpfe, besonders im Bauch haben‹; ütr. ›sich ärgern‹; (subst.): ›Schmerz, Bauchweh‹.Teils fachliche Texte.
Bedeutungsverwandte:
vgl. grimmen
Belegblock:
Follan, Ortolf. Arzneib.
24, 13
(rib.
, 1398
): Ist ez auer, daz en sere krymmet in deme lyue na deme dranke, so lege eyn lynen [...] vppe dat lyf.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
164, 18
(Frankf.
1535
): Sein [Nitrum] brauch ist wider das krimmen vnd bauch wee.
Strauss, A. v. Villanova dt.
158v, 23
(obd.
, Hs. 1421
): Milch [...] schadet allen leuten, dy den ritten oder daz krymmen yn dem leyb haben.
Kurz, Murner. Luth. Narr
1860
(Straßb.
1522
): sein im sicher gifftig stimen, | Das er daruon gewint das krimen.
Menge, Laufenb. Reg.
2842
(Hs. ˹nalem.
, um 1470
˺): Den suren [win] vnd den grymen | Vermyde / wann er machet das krymen | In dem lybe.
Sudhoff, Paracelsus
14, 465, 6
(um 1570
): das ist das wirklich instrument, den zorn zu vertreiben, daraus vil großer krankheiten als leme, der schlag, krimen und andere komen.
Belkin u. a., a. a. O.
132, 18
; Luther. Hl. Schrifft.
Offb. 10, 9
; Strauss, a. a. O.
169v
, 8; Menge, a. a. O.
3749
; Sudhoff, a. a. O.
2, 377, 26
; Maaler
254r
.‒
Vgl. ferner s. v. 1
pappel
, bauchgrimmen
.3.
›wimmeln‹.Belegblock:
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 411, 5
(Frankf.
1602
): Es kramm und wamm aus allen ecken | Im landt bracht es ein großen schrecken.