krampf
I
krampe,
der / die
;
–/-n
;
Fortsetzung von
mhd.
krampe
›Spitzhacke‹
und
krampf
›Krampf‹
(
Lexer
1, 1706
; vgl. auch
Kluge/S.
2002, 934
).
1.
›Haken zum Festhalten, Schließen für verschiedene Zwecke, z. B. zum Aufziehen der Armbrust, an der Kleidung, an Türen, Halteband an Weinreben‹.
Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
krampennagel
,
krampfnäbiger
.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
505, 20
(
preuß.
,
1430
):
2 lattennebiger und 1 krampnebiger.
Ebd.
582, 38
(
1449
):
3 krampennaile, item 6 spannaile.
Blümcke, Hans. Gesandtsch.
193, 32
(
nrddt.
,
1603
/
05
):
28 Schil. Lüb. dem Schmiede fur die Krampen und andern beschlag.
Buch Weinsb.
2, 374, 34
(
rib.
,
1578
):
Die wambis [...] sin vor offen mit krempen oder remen gebunden.
Lippert, UB Lübben
2, 250, 25
(
osächs.
,
1527
):
14 d. von 2 schlussel und krammenn zcum thor.
Dasypodius
362r
(
Straßb.
1536
):
Krampff an einer reben Clauiculus.
Winter, Nöst. Weist.
1, 139, 36
(
moobd.
,
1527
):
läst ers [armprost] aber an dem krampen ab, so ist er des wandls ledig.
Rechn. Kronstadt
1, 234, 37
(
siebenb.
,
1520
):
pro krampenn et bandenn [...] asp 18.
Blümcke, a. a. O.
178, 7
;
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 344, 3
;
Buch Weinsb.
2, 150, 28
;
Rechn. Kronstadt
1, 391, 7
;
481, 27
.
2.
›Haue, Spitzhacke; Hacke, Rechen‹.
Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
krämpel
1.

Belegblock:

Aubin, Weist. Hülchrath
75, 21
(
rib.
,
1671
):
das reißholz zu krämbfen mit einem siebenfußigen krampf.
Gille u. a., M. Beheim
99, 507
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
An kranpfen, hăken, gabeln | zach man sy zu hauffen mit ain | und hakt sy als daz craut vil clain.
Ebd.
116, 114
:
wirt prechen turn und mauer | Mit czeug und chramphen resch und pell.
Niewöhner, Teichner
216, 91
(Hs.˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
er hiez czirren uͤber all | daz flaisch mit chrampen ab dem pain.
Winter, Nöst. Weist.
1, 222, 15
(
moobd.
,
1630
):
von ainer hauen oder krampen fünf gulden.
Ebd.
824, 21
(
1515
):
es sol auch ein ieder leitgeb nit mer porgen [...] auf ein hacken schnitmesser krempel [...] dann 1 ℔.
Ebd.
4, 48, 42
(
M. 16. Jh.
):
es soll auch kain hausgenoss [...] auf ain hawn, weinmösser oder krampen nit mer porgen dan ain pfening.
Schmitt, Ordo rerum
185, 31
;
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 3153, 10
;
Winter, a. a. O.
1, 1001, 36
.
3.
›Kralle‹.
Phraseme:
in teufels chramen
›beim Teufel‹ (euphemistisch für
teufels namen
).
Syntagmen:
jn. aus seinen krampen lassen, mit den krampen reissen
.
Wortbildungen:
krämpel
2.

Belegblock:

Spechtler, Mönch v. Salzb.
39, 84
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
deiner minne gart und joch | prech des zornes chrammen.
Niewöhner, Teichner
316, 23
(Hs.˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
hiet der sparber nicht den chramen | er hiet vogel vil derchlamen.
Ebd.
339, 133
:
da von sol sich nieman weten | durich sein chind ins teuffels chramen.
Reithmeier, B. v. Chiemsee Vorr. VI (
München
1528
):
Dieselben laesst dewfel nymmer aus seinen kraempeln.
Ranke, Umgangsspr.
1951, 184
.