knode,
knote,
der
;-n/-n
;-d
und -t
s. Dwb
; 5, 1499
Pfeifer
; 2000, 682
Kluge/S.
. – 1; 2; 4 eher mit 2002, 505
-d
, 3 eher, 5 ausschließlich mit -t
.1.
›rundliche (evtl. krankhafte) Verdickung von Gewebe‹; auch ›Hoden‹.Obd.; gehäuft Fachtexte.
Bedeutungsverwandte:
beule
geschwulst
kröspel
knolle
knopf
knorre
Syntagmen:
einen k. aufschneiden / auftreiben; k. an der gurgel, am finger / hals; dicker / grober k.
Belegblock:
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
232v, 20
(md.
/oobd.
, 1446
/8
): das geschit, wen der arcz das / nicht kan webarenn ader das der knotte ist czu dicke ader czu grop gewest.
Fastnachtsp.
98, 15
(nobd.
, v. 1486
): Darumb so ist im furgepoten | Bei solcher puß und bei den knoten, | Die im zwischen nabel und knie hangen.
Sudhoff, Paracelsus
7, 225, 1
(1529
): so machen sie [krankheiten] ir giftigung heimlich und verborgen, das ist, sie machen knoden, knorren, treiben die gleich auf.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
18, 25
(oobd.
, 1349
/50
): diu kel ist voller kruspeln und knoden und hât geleich staffeln.
Deinhardt, Ross Artzney
347
(oobd.
, 1598
): so schir das haar sunder vnnd schneid den khnoden auf creüzling mit ainem messer.
Scholz, a. a. O.
227r, 18
; Stedtfeld, Roger-Glosse
79
; Sudhoff, a. a. O.
5, 303, 31
; Golius
93
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
280
.2.
›Knöchel, Gelenk an der Hand, am Fuß‹; metonymisch: ›Hand‹.Wobd. / oobd.
Bedeutungsverwandte:
artikel
1
bein
2
enkel
ferse
2
geleich
rukbein
knöchel
knorre
Syntagmen:
den k. entdecken / netzen / verrenken; jm. an den k. gehen, bis an die k. in etw. stecken, bis auf die k. gehen, etw. aus den k. lassen; k. des daumen / der glieder; k. am finger / fus, an den händen; grosser k
.Wortbildungen:
knodenader
knodengeleich
Belegblock:
Menge, Laufenb. Reg.
5553
(Hs. ˹nalem.
, um 1470
˺): Obe es ouch by dem enkeln sy | Vnderm knoden an dem fuͦß | So tuͦt dir die lassy buͦß.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 333, 16
(Straßb.
1522
): Mein Man hat mich geschlagen und hat mich an dem Knoden an dem Fuͦß troffen.
Adomatis u. a., J. Murer. Bab.
3737
(Zürich
1560
): Das ich den text sing biß an boden | ee ich das buͦch laß uß den knoden.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 429, 13
(halem.
, E. 15. Jh.
): Wir wend dys sachen selber richten mit ünsseren knoden.
Schib, H. Stockar
164, 25
(halem.
, 1520
/9
): lies mir Ottmar Scherer zur sporoder aim grossan knoden aim fus.
Wiessner, Wittenw. Ring
6504
(ohalem.
, 1400
/08
): er spitzt der finger chnoden.
Sudhoff, Paracelsus
1, 313, 34
(um 1520
): auch in knoden und in allen den selbigen orten so vil stuck bein sind, die auf ein ander stoßen.
Ebd.
4, 405, 4
(1527
): die knoden ader [...] brauchent ir zu den obern glidern des leibs.
Ebd.
5, 317, 21
(1527
/8
): Fingergleich, zehengleich, knoden an füßen, knodengleich und rastetengleich.
Voc. rerum
15r
(Augsb.
v. 1474
): Talus enckel vel knod.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 140, 19
(Regensb.
1524
): wie söllen lange röck biß über die knoden antragen.
Menge, a. a. O.
1651
; Mollwo, Rotes Buch Ulm
194, 13
; Chron. Augsb.
5, 243,
A. 2; Sudhoff, a. a. O.
10, 305, 13
; Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
49, 27
; Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
256
; Brack
a 6v
; Dasypodius
360r
; Schöpper
114b
; Maaler
246v
; 427r
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
201
; Schwäb. Wb.
4, 551
; Schweiz. Id.
3, 734
; Vorarlb. Wb.
2, 103
; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 167
.3.
›rundliche Verdickung an Pflanzenteilen, Astknoten‹; auch ›Samenbehälter, Kapsel‹.Bedeutungsverwandte:
1
bolle
fruchtträger
glied
Syntagmen:
k. bringen / gewinnen; in k. erwachsen; k. am halm / ror / stengel, von flachs; fruchtiger k
.Wortbildungen:
knodast
knodenlos
Belegblock:
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 20, 10
(md.
1521
): die pfaffen [...] heißen uns grobe rülzen und knotasten.
Kurz, Waldis. Esopus
1, 16, 35
(Frankf.
1557
): Der Flachs ward reiff, vnd bracht viel Knotten.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
60, 37
(osächs.
, 1570
/7
): laß den lein, so daz jahr in knotten erwachsen und ausgedroschen ist ein ganz jahr auf boden liegen.
Ebd.
103, 7
: Das merk darbei, das ein jeder zweig knotten hat, gleich wie ein finger glied hat.
Luther. Hl. Schrifft.
Hld. 2, 13
(Wittenb.
1545
): Der Feigenbawm hat knoten gewonnen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
93, 15
(oobd.
, 1349
/50
): verhüllet diu natûr diu fruhttragerlein, daz sint die frühtigen knödel auf den paumen.
Ebd.
351, 13
: der weinreb hât die art, daz er ain seit an dem ast an ainem knoden das weinplat auzscheuzt.
Ebd.
390, 30
: daz kraut ist der grôzen pinzen und wehst lang über sich auf ân all knoden.
Diefenbach, Mlat.-hd.-böhm. Wb.
2, 14
; Voc. inc. teut.
n iijv
; Alberus
Q iiijv
; Apherdianus
125
; Mylius
E 5v
.4.
›Schlinge, Bandknoten‹; (vereinzelt): ›Docht‹; in Rechtstexten ›durch Knoten an einer Schnur bezeichneter Anteil an Schreinsgebühren, Halmknoten bei Verlosung von Anteilen‹.Syntagmen:
einen k. aufbinden / auflösen / machen; etw. von einem k. entbinden; k. am seil; fester / grosser k
.Wortbildungen:
knodenbeisser
knodenseide
Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
16886
(preuß.
, um 1330
/40
): daz er der cristnin rote | von der bande knote | intbunde, die gevangin warn.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
205
(rib.
, 1444
): Want also mich gantz bedoecht | Hadde hey
[sant Franciscus]
eyn seel stijff geknocht | Mit knoden. Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 427, 1
(rib.
, 1490
/1
): in dem ferfhuse zom Lewen, do den meistere ind meisterschen de knodensijde in der farfen fonden han.
Buch Weinsb.
1, 77, 10
(rib.
, um 1560
): Diss amt gilt man und was inkomt, teilt man zu seltmalen und gift jederm sin teil, das nennet man knoden.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
688, 23
(thür.
, 1421
): hatten geisseln mit dren rymen, do waren vorne knoten an do stackten naldin spitze ynne.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 30
(Hs. ˹omd.
, 1465
˺): fester knode, den niemant aufbinden mag.
Fastnachtsp.
618, 16
(nobd.
15. Jh.
): Ich wil dein nit, du pöser knodenpeißer!
Chron. Nürnb.
3, 33, 1
(nobd.
, 1488
): gee in das mos und such, ob ein pawer ein knoden an ein binzen gemacht hab.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
74, 24
(nobd.
1523
): dann soll der landknecht den besten strick noch mit einem knoten umb den stein binden, also das drey knothen am seyl werden.
Drescher, Hartlieb. Caes.
113, 15
(moobd.
, 1456
/67
): do enzunt sich der erloschen chnoden oder zache von seinem plasen.
Dasypodius
483r
; Stieler
1, 998
; Rwb
7, 1158
.5.
›Band, Fessel; schwierige Frage, Problem‹; Ütr. zu 5.Nrddt. / omd. / nobd; gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Phraseme:
hier liegt der knoten
›das ist der Kern der Sache‹; jm. einen knoten stricken
›jm. das Handwerk legen‹.Syntagmen:
einen / den k. binden / entbinden / entlösen / entschliessen / entstricken / lösen; die sünden ein k. sein; der k. in js. leben; k. des glaubens, der heiligen schrift, der werrung; falscher k.
(›Zauberknoten‹) / grosser k
. (häufig bei Luther: ›schwere Sünde‹) / harter / rechter / warhaftiger k.
Belegblock:
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
20708
(preuß.
, um 1330
/40
): wart irre betrubunge rost | und das joch so snel irlost | wart der werrunge knote | an der vormeinten rote.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
257
(nrddt.
, 14. Jh.
): in entpunde den knoten | Cristenliches gelouben, | Den blinden und den touben.
Ebd.
5565
: Da lese wir von einen knoten | In deme lebene der zwelfboten.
Ebd.
8540
: Knoten der heiligen schrift.
Reissenberger, Väterb.
54
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Hie belibet unzerloset der knote, | Er ist zu ho gebunden.
Ebd.
33453
: Min herre har mir ouch enpoten | Er wolle entlosen den knoten.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
4330
(omd.
, 1338
): Wan dy sunde sint eyn knote | Der den menschen gir verwirret.
Gerhard, Hist. alde e
5308
(omd.
, um 1340
): Da wart er aber vorscriben | Und uz Egypten vortriben | Mit der Romere boten, | Di strikten im di knoten.
Ebd.
5056
: ein valscher knote | Und der Juden koukelkunst, | Hetten sines mutes gunst | Vorwandelt und ummegetan.
Hübner, Buch Daniel
4738
(omd.
, Hs. 14.
/A. 15. Jh.
): Entslozzen ist der knote | Der dich nu getwungen hat.
Luther, WA
10, 1, 1, 662, 26
(1522
): da hangen sich die weyber an, ßonderlich die starck, groß knoten heymlich auff yhn haben.
Ebd.
22, 160, 36
(1544
): Komen nu erst die rechten grossen knoten. Das ist erstlich Abgoͤtterey.
Ebd.
30, 3, 196, 1
(1530
): Das sind die rechten knoten vnd artickel, dafur sie der welt guͤter fressen.
Ebd.
30, 3, 349, 5
(1531
): Hie ligt der knote, [...] Nemlich, Ob man Gottes wort musse halten odder nicht.
Ebd.
41, 148, 17
(1535
): so bleiben doch allzeit jnwendig im hertzen die rechten knoten, boͤse luͤste, unglauben, heimlicher widerwil, zorn und hass gegen Gott.
Ebd.
47, 118, 39
(1538
/40
): das ist der knotth, das Christus itzt sol ein Teuffel sein, und die menschen wollen gerecht und Christus selbst sein.
Ders. Hl. Schrifft. Hebr. Vorr.
17
(Wittenb.
1545
): hat sie einen harten Knoten / das sie [...] verneinet vnd versaget die Busse der Sündern / nach der Tauffe.
Gille u. a., M. Beheim
283, 91
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): die lagen in der helle sot | verbunden in des teufels knot.
Helm, a. a. O.
2320
; 7174
; 10340
; Reissenberger, a. a. O.
11179
; Karsten, a. a. O.
3350
; 7082
; Gerhard, a. a. O.
6121
; Hübner, a. a. O.
6509
; Luther, WA
21, 358, 17
; 22, 221, 23
; 30, 2, 39, 33
; 32, 350, 20
; 33, 503, 4
; 48, 230, 16
; 49, 521, 27
.