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kiefel,1
kiefer, der
;zu
mhd.
kiuwel
(Lexer
).1, 1594
›Kiefer, Kinnbacken‹.
Phraseme:
etw. tut jm. den kiefel regen
›etw. erweckt js. Appetit‹.Bedeutungsverwandte:
keue
kin
kinbacke
Syntagmen:
den k. stossen, jm. den k. auseinanderstossen / hinwegzerren / zerschmettern; der k.
(Subj.) auseinandergehen / schwellen / zerbrechen; jn. beim k. erwischen, im k. zäne haben; k. eines esels / löwen; oberer / unterer k.; müde im k.
Wortbildungen:
kiefelbein
kiefelzan
Belegblock:
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
10499
(rhfrk.
, um 1405
): Das dut mich den kybel regen | Und den mont uffdun.
Bächtold, N. Manuel. Barb.
178, 1245
(Zürich
1526
): Mich wundret, wenn du müed im kifel sigist | [...] | Dir gat das mul, wie einr wasserstelzen der hinder!
Schib, H. Stockar
52, 6
(halem.
, 1519
): stiess min ros mir ain kiffel us ainandren mit dem fürderen vus in aim graben.
Barack, Zim. Chron.
4, 62, 33
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): ein schwache, zufellige fraw, das ir der kiffer ussainandern gieng.
Maaler
243r
(Zürich
1561
): Kifelzaͤn / Die vier vordersten zaͤn damit man keüwet oder malet.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
232
(oobd.
, 1607
/11
): 1 [...] stuckh bain, ist ein stuckh von einem kifel oder kinbacken etwa eines walfisches.
Bauer u. a., a. a. O.
116
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
194
; Martin/Lienhart
1, 427
; Schwäb. Wb.
4, 365
; 6, 2293
; Schweiz. Id.
3, 175
.