1
kerren,3
karren, kirren,
quirren,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
kërren
›einen grellen Ton von sich geben‹
(Lexer
).1, 1557
›grunzen, piepsen‹ (von verschiedenen Tieren); ›knarren, knirschen‹ (von Gegenständen); ütr.: ›etw. hersagen, herunterleiern‹.
Bedeutungsverwandte:
ergellen
geigen
greinen
hallen
klaffen
klingeln
krachen
pfeifen
plärren
schallen
tönen
winseln
Wortbildungen:
kirrig
Belegblock:
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 34, 1
(Hs. ˹md.
auf nd. Grundlage, v. M. 14. Jh.
˺): Ein hane sol kren, ein hunt sol bellen, kerren ein swin.
Schöpper
34a
(Dortm.
1550
): Sonitum ædere. Ergellen schallen hallen klingeln thoͤnen ¶ schreyen ruffen goͤlen ¶ prasteln proscheln stampffen plauderen rasseln scharren brasseln bolderen rauschlen bochen klopffen roͤßlen ¶ rauschen sausen ¶ brummen schwermen ¶ kiren kurren krachen tosen bersten knellen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
8124
(rhfrk.
, um 1405
): Und kann auch mit smere wol smeren | Das bose radt das da karret sere.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 553, 32
(Frankf.
1602
): diejenigen, so bey ihm waren, immerdar gedaucht, sie höreten etwas quirren oder kirren in des kinds haupt.
Stoltzius, Chym. Lustg.
53, 5
(Frankf./M.
1624
): Das grewlich vnd schreckliche Thier / Mit grausamen gthoͤn kirrts / glaubs mir.
Luther, WA
17, 2, 335, 4
(1527
): Da sie solchs hoͤrten [...] zurschneyde es jn jr hertz, und kirreten mit den zeenen uber jn.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
37, 13
(Nürnb.
, 1446
): sie langet yn die hant, sie smuntzelt vnd kirret in lachen mit yn.
Sachs
15, 222, 2
(Nürnb.
1566
): Ich winnselt wie ein kranch und schwalb | Und kirrt wie ein taub allenthalb.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2835, 27
(Nürnb.
1610
/8
): Da must ich zu Chor singn vnd plerrn, | Metten, frümeß vnd vesper kerrn.
Thiele, Minner. II,
12, 150
(Hs. ˹nalem.
/sfrk.
, 1470
/90
˺): wurd er dann lutte karren | so hat er nit vil helender frucht inbynnen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
59, 26
(Basel
1494
): Eyn duͤren angel gar bald kyerrt.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
9, 23
(wohl ˹Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺): das i [...] ist vhast der laut des kirrens der Sew wenn mans sticht oder würget.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
143, 15
(oobd.
, 1349
/50
): er fürht auch der reder schoteln und ir kerren an dem wagen.
Primisser, Suchenwirt
15, 58
(oobd.
, 2. H. 14. Jh.
): Die orss begunden cherren | Von hurtichleichen stozzen.
Niewöhner, Teichner
140, 6
(Hs.˹moobd.
, 1360
/70
˺): wann sew under ein ander waren | und die chlainen huͤntel charn.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
14169
; Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 553, 30
; Mayer, Folz. Meisterl.
2, 80
; Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 232, 1346
; Sachs
8, 584, 1
; 17, 39, 13
; Bell, G. Hager
532, 1, 9
; Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 35, 16
; Pfeiffer, a. a. O.
153, 8
; Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
506, 5
; Alberus
cc iijv
; Golius
223
; Maaler
244r
; 258v
; Dict. Germ.-Gall.-Lat.
273
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
195
; Martin/Lienhart
1, 464
; Schwäb. Wb.
4, 414
; 6, 2305
; Schweiz. Id.
3, 443
.‒
Vgl. ferner s. v. ädern
3.