1
kerren,
3
karren,
kirren,
quirren,
V., unr. abl.;
zu
mhd.
kërren
›einen grellen Ton von sich geben‹
(
Lexer
1, 1557
).
›grunzen, piepsen‹ (von verschiedenen Tieren); ›knarren, knirschen‹ (von Gegenständen); ütr.: ›etw. hersagen, herunterleiern‹.
Bedeutungsverwandte:
ergellen
,
geigen
 2,
greinen
(V., unr. abl.) 2,
hallen
,
klaffen
 1,
klingeln
,
krachen
 1,
pfeifen
 2,
plärren
 1,
schallen
 1,
tönen
 1,
winseln
.
Wortbildungen:
kirrig
(seit 1594).

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
5, 34, 1
(Hs. ˹
md.
auf nd. Grundlage,
v. M. 14. Jh.
˺):
Ein hane sol kren, ein hunt sol bellen, kerren ein swin.
Schöpper
34a
(
Dortm.
1550
):
Sonitum ædere. Ergellen schallen hallen klingeln thoͤnen ¶ schreyen ruffen goͤlen ¶ prasteln proscheln stampffen plauderen rasseln scharren brasseln bolderen rauschlen bochen klopffen roͤßlen ¶ rauschen sausen ¶ brummen schwermen ¶ kiren kurren krachen tosen bersten knellen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
8124
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Und kann auch mit smere wol smeren | Das bose radt das da karret sere.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 553, 32
(
Frankf.
1602
):
diejenigen, so bey ihm waren, immerdar gedaucht, sie höreten etwas quirren oder kirren in des kinds haupt.
Stoltzius, Chym. Lustg.
53, 5
(
Frankf./M.
1624
):
Das grewlich vnd schreckliche Thier / Mit grausamen gthoͤn kirrts / glaubs mir.
Luther, WA
17, 2, 335, 4
(
1527
):
Da sie solchs hoͤrten [...] zurschneyde es jn jr hertz, und kirreten mit den zeenen uber jn.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
37, 13
(
Nürnb.
,
1446
):
sie langet yn die hant, sie smuntzelt vnd kirret in lachen mit yn.
Sachs
15, 222, 2
(
Nürnb.
1566
):
Ich winnselt wie ein kranch und schwalb | Und kirrt wie ein taub allenthalb.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2835, 27
(
Nürnb.
1610
/
8
):
Da must ich zu Chor singn vnd plerrn, | Metten, frümeß vnd vesper kerrn.
Thiele, Minner. II,
12, 150
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wurd er dann lutte karren | so hat er nit vil helender frucht inbynnen.
Lemmer, Brant. Narrensch.
59, 26
(
Basel
1494
):
Eyn duͤren angel gar bald kyerrt.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
9, 23
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
das i [...] ist vhast der laut des kirrens der Sew wenn mans sticht oder würget.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
143, 15
(
oobd.
,
1349
/
50
):
er fürht auch der reder schoteln und ir kerren an dem wagen.
Primisser, Suchenwirt
15, 58
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Die orss begunden cherren | Von hurtichleichen stozzen.
Niewöhner, Teichner
140, 6
(Hs.˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
wann sew under ein ander waren | und die chlainen huͤntel charn.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
14169
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
2, 553, 30
;
Mayer, Folz. Meisterl.
2, 80
;
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 232, 1346
;
Sachs
8, 584, 1
;
17, 39, 13
;
Bell, G. Hager
532, 1, 9
;
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 35, 16
;
Pfeiffer, a. a. O.
153, 8
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
506, 5
;
Alberus
cc iijv
;
Golius
223
;
Maaler
244r
;
258v
;
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
273
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
195
;
Martin/Lienhart
1, 464
;
Schwäb. Wb.
4, 414
;
6, 2305
;
Schweiz. Id.
3, 443
.
Vgl. ferner s. v.
ädern
 3.