jagd,
das
,
die
,
(selten)
der
;
-es/
auch
Ø
;
große Schreib- und Formenvielfalt, darunter Kontraktion zu
jaid
(vorwiegend oobd.); die Genera verteilen sich wie folgt: zunächst Neutr.; ab 16. Jh. setzt sich md. Fem. schriftsprachlich durch; als Mask. sind obd.
jaget
und
jaid
belegt.
1.
›Verfolgung und Erlegung des Wildes (als Beruf oder Kunst)‹;
offen zu 2; zu
jagen
 1.
Syntagmen:
ein j. halten / treiben; des jagdes pflegen; an dem j. umkommen, auf das j. abrichten
(von Hunden),
viel geld auf das j. wenden, sich an einem j. begeben, etw. am j. fangen, an / auf / in dem j. sein, an / auf j. reiten, an / in das j. ziehen, jn. mit dem j. beschweren, jm. mit dem j. schaden tun, von dem j. ziehen, von dem j. kommen, zu dem j. dienen, jm. zu dem j. die kost geben; grobes / grosses / hohes / oberstes j.
(›Jagd auf Großwild‹),
kleines / niederes j.
(›Jagd auf Niederwild‹),
edelliches / freies / landesherliches j
.
Wortbildungen:
jagdausrichtung
›Veranstaltung einer Jagd‹ (a. 16. Jh.),
jagdbezirk
(a. 1554),
jagddienst
(seit 1592),
jagdsache
(a. 1433),
jagdschied
›Erlaß des Landesherrn in Jagdangelegenheiten‹ (a. 1615).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
40, 20
(
preuß.
,
1355
):
item 2 m. her Mattis des meisters kumpan gegeben, alzo her in die jagt zoch uf die Nerie.
Kurz, Waldis. Esopus 
4, 56, 28
(
Frankf.
1557
):
Das jederman zeucht an die jacht | Vnd thun vns armen Thiern nachstellen.
Sachs
22, 349, 8
(
Nürnb.
1545
):
Diana ein göttin des jaides.
Niewöhner, Teichner 
21, 42
(Hs. ˹
moobd.
,
1360
/
70
˺):
dem wirt […] getan | als einem hund der manigen tag | edeleichen jaidez phlag.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron. 
259, 36
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Er beschwäret die Leüt mit dem Ungellt und mit dem wilprädt und mit dem Jaidt.
Turmair 4, 
307, 2
(
moobd.
,
1522
/
33
):
truegen an ir claine wolfspelzlein, so si am jait fiengen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. 
290, 21
(
smoobd.
,
1494
):
zu sölhem jaid sol ain kellner […] den jägern allen die chost geben.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
141, 23
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
sullen auch all vischer […] auch roboten zum jaid.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. 
5521
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
168, 30
;
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
134, 45
;
Mosler, UB Abtei Altenb. 
2, 494, 10
;
Sachs 17, 
373, 14
;
Turmair
5, 226, 5
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 369, 37
;
Stieler
1, 875
;
Schweiz. Id.
3, 19
;
Rwb
6, 339/47
;
365
/6;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 108/9
.
Vgl. ferner s. v.
abrichten
 10,
bärenfänger
.
2.
›gesellige Veranstaltung, bei der eine Gruppe von Jägern auf bestimmtes Wild jagt‹;
zu
jagen
 1.

Belegblock:

v. Tscharner, Md. Marco Polo
8, 12
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
in der ebin sint gelegin vil stete und burge und gar lustige jayt odir vank vil rephuner.
Dinklage, Frk. Bauernweist. 
52, 20
(
nobd.
,
1536
/
49
):
ob eyner in einer jagt sein pferdt zu beschlagen hette.
Sachs
2, 44, 31
(
Nürnb.
1546
):
Wir sind offt außgeritten ferr | Ans jayd.
Ebd.
16, 244, 18
(
1562
):
Eins tags begab sich an eim jeyd | Daß er von seim hofgsind abscheyd.
Leidinger, A. v. Regensb.
606, 6
(
oobd.
,
um 1430
):
Dy waren eines tags nach irer gwonhait am gayd […] in dem wald.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1583
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Der grosse vergulte becher mit deckel unnd hohem fuß, daran allerley jagten getriben.
Turmair 5, 
76, 1
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Da kam er und sein hausfrau an dem jaid umb.
Chron. baier. Städte. Regensb.
116, 18
(
noobd.
,
1532
):
ist kaiserlich majestät mit hertzog Ludwig auffs jaid geriten.
v. Tscharner, a. a. O.
7, 29
;
Sachs
20, 451, 12
;
v. Keller, Ayrer. Dramen 
676, 13
;
Heidegger. Mythoscopia 
31, 22
;
Leidinger, a. a. O.
644, 32
;
Bauer u. a., a. a. O.
60
;
2759
;
Turmair 4, 
1031, 8
.
Vgl. ferner s. v.
ausarbeiten
 2.
3.
›Revier mit dem dazugehörigen Wildbestand‹; Metonymie zu 1; hierzu seinerseits metonymisch: ›Berechtigung, in einem bestimmten Revier die Jagd auszuüben‹; aus dem Zusammenhang nicht immer ersichtlich, ob die eine oder andere eigentliche oder metonymische Verwendung gemeint ist;
zu
jagen
 1.
Bedeutungsverwandte:
weidgang
,
wildban
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 386, 18
(
preuß.
,
1422
):
umbe dy ffischerey und yaget, das wir doby gelasen werden noch unser brife und hantfeste uswisung.
Ebd.
4, 427, 36
(
1454
):
awsgenomen die jacht in demselben werder, die wer vor uns […] behalden.
Brinkmann, Bad. Weist.
45, 11
(
rhfrk.
,
1549
):
In diesem wald hat mein gnedigster her hagen, jagen klein und groß, und Hans vom Habern als Pfandher jagt nach rehern und hasen.
Jacobs, UB Langeln 
81, 24
(
omd.
,
1589
):
Zum dritten, die jagt in und vor dem Sachsenberge belangend.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
21, 10
(
schles.
,
1343
):
alz wirs vnd vnse vorvarn gehabt han […] mit Vischerien, mit Jait, mit Weydewerke vnd mit ackern.
Winter, Nöst. Weist.
2, 951, 29
(
moobd.
,
1605
/
23
):
als weit meines gnedigen herrn lantgericht ist, gehort [ihm] alles jäigt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
38, 20
(
m/soobd.
,
1508
):
Es soll auch dhain waidmann dem andern in seinen bestant und jaid nicht geen.
Toeppen, a. a. O.
2, 33, 35
;
Lohmeyer, K. v. Nostitz
167, 18
;
Küther, UB Frauensee 
243, 11
;
Bischoff u. a., a. a. O.
277, 44
;
Zingerle, Inventare 
55b, 41
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 108/9
.
4.
›Verfolgung e. P.‹;
zu
jagen
 1.

Belegblock:

Vetter, Pred. Taulers
52, 33
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
dis tůt Got […] das er die jegede lot kummen über den menschen, wan von dem gejegede wurt der hirtz billichen zů Gotte gejaget.