jünger,
der
;
–/-Ø
.
1.
›Anhänger Jesu, Apostel‹; auch allgemein, dann ›Christ‹.
Gehäuft in Texten religiösen Inhalts.
Bedeutungsverwandte:
apostel
 1,
himlischer bürger
(s. v.
bürger
 2,
zwelfbote
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
1, 170, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
wer mîn jünger wil werden, der muoz sich selben lâzen.
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 83, 21
(
Worms
1527
):
Gehet hin und leret, oder macht alle völcker zu jungern tauffende sie.
Froning, Alsf. Passionssp. 
7014
(
ohess.
,
1501 ff.
):
nemmet wol des grabes war, | das syn jungern icht kommen dar | und steln uch den toden man.
Luther, WA
33, 305, 6
(
1531
):
gleich wie Judas ist ein Apostel gewesen undt die zwei undt Siebenzig Junger auch Christi Junger waren.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
142, 25
(
Nürnb.
1548
):
ob geleich Christus mit disem wunderwerck seine Juͤngern […] zum rechten glauben hat woͤllen fuͤren.
Anderson u. a., Flugschrr.
7, 12, 13
(
Straßb.
1524
):
wirt mein vatter gepreyset / das ir vil frucht bringent vnd werdẽt meine iunger.
Morrall, Mandev. Reiseb. 
75, 11
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
do erschain unser herre da selbs sinen júngern und sprach daz sie vischetend.
Chron. Magdeb.
2, 171, 2
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw. 3v,
22
;
Strauch, Par. anime int.
59, 26
;
Adrian, Saelden Hort 
5457
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1214
;
Wyss, Luz. Ostersp. 
4509
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
28, 27
.
Vgl. ferner s. v.
abendessen
(
das
) 2,
abendwirtschaft
 2,
apostel
 1,
auferstendnis
,
auferstendung
.
2.
›Anhänger, Schüler von jm.; Lehrjunge, Gehilfe‹.
Bedeutungsverwandte:
geselle
 3; 8; 9,
knecht
 3; 7; 11,
nachfolger
 3,
schüler
; vgl.
junge
 2.
Gegensätze:
altvater
 2; 3,
2
lerer
 2,
meister
 1; 2.

Belegblock:

Jostes, Eckhart
19, 6 
(
14. Jh.
):
Alz ein meister […] einen iungern het, in den er gůzz alle sein chůnst, so offenbar der iunger seinen meister.
Sachs
23, 70, 1
(
Nürnb.
1555
):
Wer ausplieb, junger oder gsel, | Zw pus ain gröschlein geben sel | Den urten-gseln alle mal.
Bihlmeyer, Seuse 
106, 19
(
alem.
,
14. Jh.
):
Ein junger fragte einen altvater, wie lang er swigen soͤlte.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
728, 23
(
els.
,
1362
):
do inne wonete er mit ahzig iungern in strengem geistlichen lebende.
Michels, Murner. Badenf. Vorr.
16
(
Straßb.
1514
):
Darum, min iunger, setz dich har, | Vnd nym al miner reden war.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
58, 35
(
tir.
,
1464
):
die nicht haben ain hirtten, si sint nu junnger an ein lërer.
Chron. Magdeb.
2, 226, 36
;
Ziesemer, Marienb. Konventsb. 
158, 1
;
Österley, Kirchhof. Wendunmuth 
3, 131, 5
;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
122, 26
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1656
;
Schlosser, H. v. Sachsenh.
3308
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
21, 7
;
Maaler
238v
;
Rwb
6, 594
;
Uhl, Theol. Deutsch.
1912, 53
.
Vgl. ferner s. v.
amptman
,
angeben
 8,
armut
 1.