herdstat,
die
;–/-Ø
(+ Uml.), -e
(+ Uml).1.
›(offene) Feuerstelle, Kochstelle eines Hauses; Ofen, Herd‹; seltener nur für den Platz, auf dem die Feuerstelle errichtet ist, oder für die Bodenplatte eines Kamins; zu
herd
2, stat
(die
) 1.Wobd./oobd.
Bedeutungsverwandte:
feuerstat
kamin
ofen
anzündung
heizstat
Syntagmen:
die h. beschauen / besehen, besorglich / ordentlich halten
; holz auf die h. tragen
; die h. unter dem kamin
; die warme h
.Belegblock:
Rennefahrt, Stadtr. Bern
470, 16
(halem.
, 1408
): die hertstatt under dem kemin gemacht, was in gefallen, und widerumb versorget mit steinen, doruff ein guͦten estrich mit ziegelen und ein grossen muͥlistein enmitten in der herstatt.
Maaler
218v
(Zürich
1561
): Warme Herdstatt. [...] Holtz auff die Herdstatt tragen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 30, 26
(schwäb.
, 1574
): alle einwoner des ampts Althain sollen ire feurstatten, bachöfen, herdstatten und schlätt besorglich und ordenlich [...] halten, das kain schad daraus ervolg.
Winter, Nöst. Weist.
1, 787, 4
(moobd.
, 1460
): sol auch dhainer ander hortstett haben denn do der wirt ze essen macht.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
146, 5
(smoobd.
, 1694
): Erstlich solle man alle jahr die feuerstöth und hertstöth mit fleiß beschauen, damit ainem von dem anderm nit schaden beschech.
Merk, Stadtr. Neuenb.
111, 8
; Rennefahrt, a. a. O.
469, 19
; Boner, Urk. Brugg
412, 11
; Gehring, a. a. O.
3, 218, 2
; Brack
c 2v
; Schöpper
72a
.2.
›selbständiger Haushalt mit eigener Feuerstätte (als Zeichen eines festen Wohnsitzes), (Wohn-)Haus‹; in den Belegen meist als Einheit im rechtlichen Sinne, die Abgaben leisten muß; Synekdoche zu 1.Wmd./obd.; gehäuft frühes und mittleres Frnhd.; beinahe ausschließlich Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
haus
anwesen
hausere
hausgesesse
das
), hausgesinde
haushabe
haushalt
haushaltung
häuslichkeit
hausstand
hausung(e)
hauswesen
Syntagmen:
die h.
(Subj.) verbrennen / vergehen, jm.
(z. B. der herschaft
) etw.
(z. B. ein hun
) geben, schuldig sein
; j. von jeder h. jm. etw. dienen
.Wortbildungen:
˹herdstatgeld
herdstatpfennig
Belegblock:
Brinkmann, Bad. Weist.
183, 16
(rhfrk.
, 1608
/09
): Jeziger zeit geben die zwölf herdstatt zue Schwanheim und Allemühlen jerlichen dem haus Münenberg für ihren fron sechs fl., müßen auch brief tragen, hagen und jagen.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 182, 13
(mosfrk.
, 1342
): ouch ist mir iegelich herdestad daselbes schuldig jerlichen zu winachten zwu burden holzes und ein hun zu vastnach.
Chron. Strassb.
755, 12
(els.
, A. 15. Jh.
): in disem brande verbrantent uf 400 hertstette in der stat und in Crutenowe.
Rennefahrt, Recht Laupen
202, 38
(halem.
, 1558
): in der kilchori Ferrenbalm, so in daß lantgricht ghoren, sind 26 herdstet, da fuͥr und liecht sind; sind aber ettlich, die nit vil hand und arm sind an guͤtter.
Fuchs, Urb. Göttweig
257, 13
(moobd.
, 1361
): ze Rêna 9 hertstet und der zehͤnthoͤf ze Muͤldaͤrf, daz daz alzz gehoͤrt in daz gericht ze Choͤtans.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
127, 3
(smähr. inseldt.
, 1414
): Auch dint man meinn herrn von yeder hertstat ein vaschanghün.
Kollnig, Weist. Schriesh.
179, 8
; Brinkmann, a. a. O.
59, 39
; Mon. Boica, NF.
1, 202, 22
; Roder, Hugs Vill. Chron.
155, 3
; Winter, Nöst. Weist.
1, 445, 18
; Pfälz. Wb.
3, 851
f.; Rwb
5
,‒
Vgl. ferner s. v. 1
ase
2.