hecke,
hegge
(selten),
hecken,
die
;
–/-n
(für
hecke, hegge
),
–/-Ø
(für
hecken
).
1.
›Dornstrauch (z. B. die Heckenrose), Dornbusch; Gestrüpp‹.
Bedeutungsverwandte:
dornbusch
; vgl.
gehecke
.
Wortbildungen:
heckenwald
1 (a. 1561).

Belegblock:

Haage, Hesel. Arzneib.
6v, 4
(Hs. ˹
noobd.
/
md.
,
E. 15. Jh.
˺):
Fur die blut rure so nym doren, dy hayssen hecke.
Bell, G. Hager
111, 2, 3
(
nobd.
,
1592
):
So wil ich rund | Eüer fleisch mit dörnen er schrecken | aus der wüesten, vnd mit der Hecken | wil ichs zer dreschen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
237, 17
(
els.
,
1362
):
Do von zoch er [sant Benedictus] sich blos vnd warf sich in dorne, disteln vnd hecken die do worent vor sinre wonunge.
Harsdoerffer. Trichter
2, 148, 6
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 106, 2
;
Chron. Augsb.
2, 107, 18
;
Maaler
215v
.
2.
›durch niedriges, ineinander verwachsenes Gesträuch gebildete Begrenzung oder Umzäunung eines Gebietes (z. B. eines Gartens)‹.
Bedeutungsverwandte:
truderung
,
zaun
; vgl.
hag
 1.

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb.
30
(
md.
, Hs.
um 1400
):
ir guten werfet nuwen segen | mir hin obir mine hecke.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 513, 35
(
schwäb.
,
1550
):
welcher ain zaun, hecken, berhaft paum oder felben zerheue oder zerbreche, kumbt umb 3 ℔.
Rauwolf. Raiß
23, 29
([
Lauingen
]
1582
):
in welcher ebne herumb vil Wein vnnd wolgepflantzte Krautgaͤrten zusehen / die mehrthails mit thoren vnd heggen vmbzaͤunet.
Gehring, a. a. O.
3, 72, 7
;
440, 2
;
Winter, Nöst. Weist.
2, 461, 21
.
3.
›Busch, Unterholz, Gehölz, kleines Waldgebiet‹.
Phraseme:
etw. zu hecken werden lassen
›etw. verwildern lassen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
busch
 1,
wald
; vgl.
hag
 2,
buschecht
(
das
),
gehölze
 1.
Syntagmen:
eine h. ausreuten / ausroden / haben / hauen / rappen
;
durch die h. rennen, etw.
(Subj.)
zu hecken wachsen
.
Wortbildungen:
heckenapfel
(a. 1536),
heckenblühe
,
heckenvogel
(a. 1633),
heckenholz
,
heckentraube
(a. 1531),
heckenwald
2.

Belegblock:

Oorschot, Spee. Trvtz-N.
113, 16
(
wmd.
,
1634
):
Sie
[Bienen]
fleissig aller enden, | Vnd orthen späth, vnd früh | Den gelben Safft entwenden | Von Bäum- vnd Heckenblüe.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
1668
(
rib.
,
1444
):
Salomon nye sulch cleyt en droech | As der de heggen haint genoech.
Loersch, Weist. Boppard
117, 17
(
mosfrk.
,
1436
, Hs.
17. Jh.
):
wann einer in der mark ein heck hauet, soll man die reiser und holz jahr und tag leigen lassen.
Struck, Joh. Pfannstiel
61, 43
(
mosfrk.
,
um 1543
):
Verzeichnus, waß von wißenn, eckernn unnd heckenn zum Pfanstill gehorigk.
Kollnig, Weist. Schriesh.
136, 16
(
rhfrk.
, o. J., Abschrift
1732
):
were es sach, daß einer under der gemein were, so gut an den bergen het ligen und ließ dasselb gut zu hecken werden.
Ebd.
187, 36
(
1613
):
Wo in dießem flecken ungebaute güeter, alß hecken, busch und dergleichen wünste felder, so züvormalen nie kein frucht getragen, zum fruchtbaw gebracht werden.
Voc. Teut.-Lat.
o jv
(
Nürnb.
1482
):
Hecke pusche in dem walde. dumus.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
272, 35
(
m/soobd.
,
1391
):
Es sold auch kainer mer hekenholz schlahen oder speltn, [...], aber zu haußnotturft ist es im nit verpotten.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
129, 16
;
Kollnig, a. a. O.
53, 6
;
Leidinger, A. v. Regensb.
606, 9
;
Maaler
215v
;
346r
;
Schwäb. Wb.
3, 1321
.
Vgl. ferner s. v.
ausfegen
 1,
ausmärker
,
baumgarten
 1.
4.
›Falle zur Jagd von Wildtieren (wohl eine Art durch Reisig verdecktes Gehege oder eine Umzäunung, in die das Wild hineingetrieben wurde)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
hasenhürt
,
stelfalle
.
Wortbildungen:
heckenjagd
(a. 1363),
heckenjäger
(a. 1338).

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
3845
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
so had man ein kusche maget. | di sesst man an ein hecken | unnd beginnet den ein horn uff schrecken.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 183, 46
(
schwäb.
,
1443
):
von schwin hetzends und beren jagendtz wegen sol Eberhartt Truchsaͤsz dehain hek in grave Johansen vorst nit machen.
Neumann, a. a. O.
3852
;
Sappler, H. Kaufringer
30, 84
;
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 85
;
Shess. Wb.
3, 205
.
5.
›aus Reisig geflochtene oder aus Latten gezimmerte Tür eines Zaunes auf einem Weg als Zugang zu einem Dorf‹ (vgl.
Dwb
4, 2, 741
, s. v.
heck
, n. 2).

Belegblock:

Wilkes, Sta. Xanten
214, 31
(mnl.,
1407
):
dat, want dye wegh vorscr., daer nu tertijt een beslaten poert oft een hecke voer gehangen is, een apenbaer straet end een ghemeyn wegh heft gheweest.