haufen,
der
;
-s/-Ø
;
haufe,
der
;
–/-n
.
1.
›Menge übereinandergeschichteter Gegenstände; hügelähnliche Anhäufung von etw.; Stapel‹; gelegentlich ütr.;
zu
haufen
(V.) 1.
Bedeutungsverwandte:
aufwurf
 1; vgl.
3
leise
,
1
staffel
 2,
steig
(Subst.),
stos
 10.
Syntagmen:
einen h. mit etw.
(z. B.
sand
)
machen, den h. klein / schmal machen
;
etw.
(Subj.)
auf einem h. liegen, etw. auf einen h. legen, an einen h. schaufeln
;
der h. der guttat / sünde, ein h. schüsseln / steine / stricke / wolle, ein h. mit holz / pfeilen / sand
;
der grosse h
.

Belegblock:

Luther, WA
21, 441, 12
(
1544
):
Da ligt der Schatz auff einem hauffen, Er ist aber darumb nicht uberall ausgeteilet noch an geleget.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
2661
(
Köln
1476
):
Des vnflaetz hat man groyssen houff, | Want do der suw was duren kouff.
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
241, 6
(
preuß.
,
1410
):
16 sol. 6 tagloner, dy delen im graben abczuladen und off hufen czu legen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
206, 5
(
thür.
,
1474
):
Heynrich Keyßer [...] hath geschuldiget [...] zcu Hermanne Schuchmanne als umbe eynen hufen steyne, dy er yme enwegk geladen hatt.
Asmussen, Buch d. 7 Grade
984
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
Hie wirt freuden also vil, | [...] | wan der der werlt / sußikait | alle auf ainen huffen lait.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 387, 32
(
Straßb.
1522
):
so sach er [Malchus], als wie die Omeissen haußhielten in iren Huffen.
Sappler, H. Kaufringer
16, 725
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das macht den haufen schmal und clain | der sünd und übeltät unrain | und mert den haufen der guottat.
Heydn. maister
14r, 22
(
Augsb.
1490
):
Vn̄ eemal vnd d’ pot Aliati eingieng / het bias eī grossen hauffen mit sand gemachet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
81, 12
(
oobd.
,
1349
/
50
):
der dunst [...] scheint uns dann als ain hauf weizer wollen oder swarzer. daz haiz wir wolken.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
3, 425
;
Karnein, Salm. u. Morolf
325, 4
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
43, 17
;
Chron. Augsb.
2, 146,
A. 3;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
108, 28
;
Zingerle, Inventare
182b, 29
;
Rechn. Kronstadt
3, 380, 34
.
Vgl. ferner s. v.
aufgehen
 11,
aufhaufen
 1,
aufwurf
 1,
ausziehen
 25,
barnen
,
behäufeln
.
2.
›etw. Zusammengefallenes, Ein- oder Umgestürztes‹; ausschließlich in präpositionalen Wortgruppen; häufig in festen Wendungen, die Grenze zwischen Syntagmen und Phrasemen ist fließend.
Phraseme:
in haufen / zu haufen / über einen haufen fallen
›zu Boden fallen, gehen‹;
zu haufen gehen
›kaputt gehen‹;
an einen h. sinken
›zusammenstürzen‹;
etw. über (einen) haufen werfen
›etw. verwerfen, vernichten‹;
etw. auf / über einen haufen stossen
›etw. vernichten‹;
etw. in einen hauffen schlagen
›etw. vernichten‹;
jn. auf einen haufen / zu haufen schlagen
›jn. niederschlagen‹.

Belegblock:

Luther, WA
33, 599, 41
(
1531
):
ewer rhum, ehre und Gottesdienst alles sol uber einen hauffen geworffen werden.
Ebd.
47, 155, 8
(
1538
/
40
):
Also saget Joannes auch: durch meine reinigung werdet ir nicht selig, sondern ich mus klein werden, Christum aber wachsen, und stosset darmit auff einen hauffen alles, was menschen Sinne, Vernunfft und Gedancken mehr erdencken mogen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
631, 3900
(
Magdeb.
1608
):
Die Beum kamen auch in eim drabe / | Stiessen Heuser / Scheunen vnd Stall / | Vber ein hauffen in dem Fall.
Kurz, Waldis. Esopus
1, 85, 23
(
Frankf.
1557
):
Wenn einr auß schwachheit fellt zu hauffen, | Den wil ein jeder vberlauffen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
145, 39
(
Nürnb.
1548
):
das der Man in seim zorn / weyb vnd kind auff einen hauffen schlegt.
Bachmann, Haimonsk.
154, 18
(
halem.
,
1530
):
daz Ruolland zuo huffen fiel mit sinem pfert.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
48, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
mit ainem schlag vil schwäre | schlueg er [Hector] den held mit alle gar zue hauffen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
99, 30
(
tir.
,
1464
):
da fiel das selbig chostleich chloster gancz vnd gar v̈ber ain hauffen.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
3509
;
Luther, WA
41, 201, 32
;
Peil, a. a. O.
58, 464
;
Mieder, Lehmann. Flor.
845, 4
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
166v, 31
;
Perez, Dietzin
1, 322, 15
;
Bell, G. Hager
623, 19, 4
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
135, 12
;
Mayer, Folz. Meisterl.
95, 73
;
Chron. Augsb.
1, 75, 7
.
3.
›große Anzahl, Menge, Fülle‹; in Bergbautexten auch: ›Ertrag‹; oft in der präpositionalen Wendung
mit haufen
›zahlreich, reichlich, in großen Mengen‹; anschließbar an 1;
vgl.
haufen
(V.) 3.
Bedeutungsverwandte:
quantität
; vgl.
anzal
 1,
benügen
(
das
) 5,
genüge
 2,
gus
 2,
last
 1.
Syntagmen:
jm. etw. mit h. bezalen, etw. mit h. finden, etw. mit h. zu jm. / in etw. bringen
;
der grosse h., der h. der regeln, der h. gottes barmherzigkeit
;
ein h. goldes / inseln / worte
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 295, 28
(
1530
):
Was ist ewr kirchen stand vor unserm Euangelio gewesen denn eitel tegliche newigkeit, eine uber die ander, dazu mit hauffen, wie eine wolckenbruch herein gerissen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
354, 12
(
Wolfenb.
1594
):
Vnd hat mir nicht allein ein hauffen vnnützer Wort geben.
Ralegh. America
16, 24
(
Frankf.
1599
):
Morequito botte dem Fashardo eine grosse Quantitet vnd hauffen Golds an.
Ebd.
20, 10
:
wir [...] kamen zu einem gantzen hauffen Jnseln.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
47, 164
(
Zwickau
1536
):
was es teurer ist am kaufe, | sol er euch bezaln mit haufe.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
141, 7
(
Nürnb.
1548
):
das er [der Ehestandt] [...] Gottes segen mit hauffen zu vns bringen soll.
Wickram
4, 28, 27
(
Straßb.
1556
):
Und ward Robertus ein besitzer und herr alles des guͦts / das dann zuͦ dem seinen / so er mit im auß Brabant bracht het / einen seer grossen hauffen machet.
Chron. Augsb.
7, 495, 12
(
schwäb.
, zu
1563
):
daß die italianischen, schweitzerischen und andere frembde geringe müntzen mit haufen in das reich gebracht.
Luther, WA
33, 436, 37
;
Wyss, Limb. Chron.
46, 11
;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang.
5, 3, 19
;
Asmussen, Buch d. 7 Grade
589
;
Franck, Klagbr.
222, 30
;
Rauwolf. Raiß
37, 12
;
Bauer, Geiler. Pred.
462, 15
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
133
.
4.
›(kleinere) militärische Einheit (als Teil des Heeres), Trupp Bewaffneter‹; seltener: ›Heer, Armee‹.
Oft berichtende Texte.
Phraseme:
der helle / gewaltige / grosse haufen
›Haupttrupp des Heeres‹;
der verlorene haufen
›Vortrupp eines Heeres, der den Kampf eröffnete und allmählich aufgerieben wurde‹.
Bedeutungsverwandte:
rotte
; vgl.
bataille
 1,
1
harst
,
hauptmanschaft
 3.
Syntagmen:
einen h. machen, einen h. gegen etw. schicken
;
mit einem h. liegen / rennen / ziehen / vorrücken, hauptleute unter den h. erwälen
;
der auserlesene / ausgezogene / ganze / geringe / rechte / starke / volle h.
;
ein h. der armee / feinde
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 183, 4
(
1529
):
wo ein sturm sol geschehen, mustu der verloren hauffe sein und alle erbeit ym heer thun.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
9, 5
(
Frankf./M.
1626
):
Da nun die Herren [...] sehr viel Volcks zusamen gebracht hatten / Zog Walter Sensenhaͤwer [...] mit einem grossen Hauffen / als dem Vortrab vor an.
Thür. Chron.
21v, 27
(
Mühlh.
1599
):
Deß Morgens fruͤe schickten sie ein Hauffen gegen der Sonnen Auffgang / vnd Stuͤrmeten die Stadt an zweyen enden.
Weise. Jugend-Lust
119, 8
(
Leipzig
1684
):
Dieses waͤre das erste Exempel nicht / daß ein geringer Hauffen der groͤsten Armée waͤre gewachsen gewesen.
Chron. Nürnb.
1, 164, 34
(
nobd.
,
1388
):
alz der krieg umb uns anging und die herren von Bairn wol sechs hawffen mit vil volks umb uns heten ligend.
Ebd.
2, 204, 8
(
nobd.
,
1449
/
50
):
do rant Her Reuss von Plauen mit dem ganczen hawffen in einen geschick gegen den feinten.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
97, 6
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
sein erlich leutt do jm hauffenn, die zu dinst geschickt sein, so mus man anheben mit hofflichen redenn.
Roder, Hugs Vill. Chron.
134, 23
(
önalem.
,
1525
):
der gewalltig huf huͦlt zuͦ Sant Jergen am berg in der ording.
Jörg, Salat. Reformationschr.
593, 14
(
halem.
,
1534
/
5
):
wo das gotzwort / der geyst / und jr notdurft / sy [die puren] hin wyste / da wettends hin / waͤrend ouch nun ein usgezogner huf.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
189, 19
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Der Turck mit seynem gwaltigen haufen der ist vor duser schlacht hinweg zogen.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
129, 15
(
schwäb.
,
1552
):
als sie also vor der statt Metz lagen mitt irem gantzenn hellen hauffenn, derenn er gar ein grose menge hett von reisigen und fuss folk.
Turmair
4, 433, 33
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Frembd nation haben si
[die Römer]
nur zum verlornen haufen braucht.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
6, 2
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
33, 10
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 775
;
453, 1673
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
222, 21
;
v. Birken. Erzh. Österreich
66, 42
;
Roder, a. a. O.
80, 4
;
112, 28
;
Jörg, a. a. O.
593, 14
,
Baumann, a. a. O.
103, 24
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
195, 19
.
Vgl. ferner s. v.
abteilen
 4,
auserlesen
(Adj.),
artikulieren
 2,
bauernkrieg
 2.
5.
›Ansammlung von Menschen, (dichtgedrängte) Menschenmenge‹; auch: ›Gruppe von Menschen mit gemeinsamen Merkmalen; (Glaubens-)Gemeinschaft, Gefolgschaft‹; gelegentlich abwertend, dann: ›Bande, Rotte‹;
zu
haufen
(V.) 5.
Bedeutungsverwandte:
schar
; vgl.
anhang
 8,
2
burse
 1,
gedränge
 1,
gemein
(
die
) 3,
gemeinde
 3,
gemeinschaft
 1,
genosschaft
,
ingesinde
 2.
Syntagmen:
ein h.
(Subj.)
jn. in prozes beleiten
;
dem h. gefallen
;
das volk
(Subj.)
mit großen h. laufen, sich in h. teilen
;
der pabst und sein h., der h. leute / poeten, ein h. böser buben, der h. der apostel / christen
;
der ganze / grosse / lose / meiste h.
;
keiner unter dem h
.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
60, 28
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Also wart der meiste haufe lude von dem minsten nidergeworfen, unde was daz von Gode.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
12, 12
(
Frankf./M.
1563
):
die Zauberey [...] / welche [...] nit alleyn bey dem volck / welches Gott nicht kennet / sonder auch bey dem hauffen der Christen geuͤbet wird.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
30, 6
(
Frankf./M.
1568
):
Jch [der Juͤd] leih nur halb Gelt an ein Pfandt / | [...] | Darmit verderb ich den loßn hauffn / | Der nur wil Feyern / Fressn vnd Sauffn.
Wyss, Limb. Chron.
60, 28
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
Also wart der meiste haufe lude von dem minsten nidergeworfen.
Gille u. a., M. Beheim
453, 2868
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Der Kasiaker stund auff der maur | und sach, daz volk sunder laur | Reschlich und mit grossen hauffen lieff | gen dem schiff und dem wasser tieff.
Dietrich. Summaria
19v, 32
(
Nürnb.
1578
):
Also ergern sich noch heutigs tags an Christo vnd seim Euangelio / der Babst vnd sein gantzer hauff / Tuͤrcken vnd Juden.
Kurz, Murner. Luth. Narr
2267
(
Straßb.
1522
):
Den waren glauben hat allein | Der groͤsser huff der cristenheit.
Wickram
4, 12, 28
(
Straßb.
1556
):
Nuͦn het der Tuͦchbereiter einen suͦn / [...] / der nam yeder zeit mit fleis acht / uff die reden so die gesellen mit einander hetten / wann er von in kam / wußt er vil mer darvon zuͦ sagen / dann keiner under dem hauffen.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 354, 2
(
Straßb.
1522
):
Wie weiß er [Salomon] ist gewesen, das zoͤgt der Huff und Schar seiner Frawen an.
Goldammer, Paracelsus
7, 179, 19
(
1530
):
gott will, daß die haufen der apostel ohn weiber seien.
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 6, 13
([
Augsb.
]
1523
):
Das gleichñ ward Zacharias jm tempel verstainiget dz er wid’ den hauffen die warhayt saget.
Froning, Alsf. Passionssp.
1066
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 261, 2
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
293r, 37
;
Opitz. Poeterey
10, 36
;
v. Ingen, Zesen. Ged.
392, 23
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
110, 32
;
Dietrich. Summaria
21r, 21
;
Chron. Strassb.
687, 11
;
Goedeke, Fischart Schiff/Schmachspr.,
85
;
Goldammer, a. a. O.
177, 22
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
141, 26
;
Sappler, H. Kaufringer
23, 102
.
Vgl. ferner s. v.
ablenen
,
aufhauen
 6.
6.
›(niederes) Volk‹; oft abwertend: ›Pöbel‹;
vgl.
haufen
(V.) 5.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
bafelvolk
,
gepöfel
 1; 2,
1
pak
 2,
pöbel
 1; 2,
pöbelvolk
 1; 2.
Syntagmen:
etw.
(Subj.)
den h. durchdringen / verderben / vergiften
;
der arme / gemeine / gotlose h
.

Belegblock:

Luther, WA
21, 284, 17
(
1544
):
Aber umb des hauffens willen und des jungen Volcks, so noch daher wechset, mus er [Prediger] solch oͤffentlich zeugnis oder Predigampt treiben.
Opel, Spittendorf
122, 6
(
osächs.
,
um 1480
):
die obirsten und die gefrundten nemen die meysten und besten gerenthe, und der gemeine huffe muste der entperen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
24, 19
(
nobd.
,
n. 1525
):
Der gottlos hawf, der sich dann an vilen orten hewflet.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
268, 29
(
Nürnb.
1548
):
Solche lehr nun / nimbt der wenigste hauff an.
Dietrich. Summaria (
Nürnb.
1578
):
Denn falsche lehr / sie sey vnd schein so gering sie woͤlle / so ists doch ein schendliches vnd subtiles gifft / das bald den hauffen durchdringt / vnnd vergifftet.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
71, 8
;
Anderson u. a., Flugschrr.
22, 2, 27
;
Goldammer, Paracelsus
177, 16
;
Reichmann, a. a. O.
121, 12
.
Vgl. ferner s. v.
bauch
 1,
behemot
,
icht
 6.
7.
›Ansammlung von Tieren; Herde, Schar, Schwarm‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
bauerherde
,
beinschwarm
,
galtherde
,
gehüt
,
gemenge
 2.
Syntagmen:
den h. teilen
;
ein schaf
(Subj.)
sich von dem h. lassen, die delfine sich mit h. sehen lassen
;
ein h. ameisen / stare
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
669, 5093
(
Magdeb.
1608
):
Lieffen zur seid vnd in die quehr / | Wie ein hauffn Staren vmbher zeugt / | Wenn der Habicht darunter fleugt.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 12, 16
(
orhein.
,
1520
):
sicht er [ein wolf] guͦt wacker hunt, so gat er hinder sich und wartet, ob sich ein schaf von dem hufen ließ.
Rauwolf. Raiß
12, 4
([
Lauingen
]
1582
):
Da sich nun der Wind ein wenig gelegt / vnnd die Delphin mit hauffen sich sehen liessen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
275, 7
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
42, 55
.
Vgl. ferner s. v.
baden
 1,
immentrüppel
.
8.
›Kothaufen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
bauerndrek
,
bauernschund
,
bauernveiel
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
540, 1063
(
Magdeb.
1608
):
DEr Esel legt drey gleiche hauffen.
Vgl. ferner s. v.
balsam
 1.
9.
ein Mengenmaß besonders für Getreide, in einem Beleg auch für Nüsse;
vgl.
haufen
(V.) 1.

Belegblock:

Mon. Boica, NF.
1, 169, 12
(
nobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Summa dinckels: drittehalb malder on einn hauffen.
Zingerle, Inventare
52a, 5
(
tir.
,
1479
):
Ain hawffen vngehachelter hamff vnd har.
Küther, UB Frauensee
216, 17
;
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 285, 30
.
Vgl. ferner s. v.
alfang
.
10.
in der Wendung
zu haufen
, seltener
auf einem / einen haufen, in einem / einen haufen, über einen haufen
: ›zusammen, gemeinsam; zu einem Ganzen, in einem Ganzen‹; Ütr. zu 1.
Gehäuft md. und nobd.
Phraseme:
sich zu haufen schlagen
›sich zusammenfinden‹;
etw. auf einen haufen hinweg schlagen
›etw. zusammenfassen‹;
etw. auf einen haufen ausschütten
›alles ohne Unterschied verwerfen‹;
etw. über einen haufen geben
›etw. auf einmal geben‹.
Syntagmen:
zu h. fliessen / kommen / laufen / reiten / stossen, jn. zu h. halten / rufen, sich zu h. besammeln, etw. zu h. bringen / binden / tragen / tun, jn. zu der ehe zu h. geben
;
auf einen h. kommen, auf einem h. zusammen kommen, etw. auf einen h. finden, in einem h. schwören
.

Belegblock:

Luther, WA
17, 2, 325, 5
(
1527
):
Das heist yhe auff einen hauffen hynweg geschlagen alles, was menschen sind und vermuͤgen.
Ebd.
32, 29, 16
(
1530
):
Sein gantze Christenheit ist noch nicht vol bereitet, wir mussen auch hinnach, das nichts an dem leiden Christi feile noch abgehe, sondern das es alles auff einen hauffen kome.
Ebd.
32, 398, 35
(
1532
):
sonderlich S. Paulus Gal. 1. schuttet es gar auff einen hauffen aus und heisst sie alle Anathema.
Ebd.
32, 420, 36
(
1532
):
ob sich gleich alle welt zu hauff schluͤge und stercket, jr ding dawidder zu erhalten.
Wyss, Limb. Chron.
87, 5
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di zwene genanten greben gaben ir kinde zu der heiligen e zu hauf.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
2, 633,
Anm. 3 (
mosfrk.
,
1323
):
die herren van deme Duitschenhuse [...] mogent eine klocke dun luden, die gemeinde zu hauf zu rufene.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
113, 6
(
thür.
,
1421
):
her [...] liess zwuschen zwene greifen von ledir eynen stul machen unde die veste mit kethin zu houfen bynden.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
8, 29
(
thür.
,
1474
):
Hat eyn geselle [...] durch syne getruwe unde flißige arbeyt gelt unde gud erworbin unde zcu houffe getragen.
Opel, Spittendorf
85, 13
(
osächs.
,
um 1480
):
das die parthe uff einem hauffen zusammen kommen.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
78, 36
(
osächs.
,
1543
):
Sol der obgenante keufer vor solche zeche [...] die bezolung por uber ein haufen geben.
Anderson u. a., Flugschrr.
21, 3, 10
([
Zwickau
]
1525
):
Mit grossem gewalt zu hauffe lauffen vn̄ sich rotten.
Gille u. a., M. Beheim
104, 209
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
da pliess man dy trumeten auff, | das her pesamelt sich zu hauff.
Ebd.
453, 491
:
Also raktens in dem rat auff | und swurens all in ainem hauff.
Chron. Nürnb.
3, 50, 16
(
nobd.
,
1488
):
das land haist von der Wertach und Lech Vindelicia, und die hauptstat haist Vindelica, Augspurg, da sie zu hauffen fließent.
Fuchs, Murner. Geuchmat
2815
(
Basel
1519
):
Er wurdts als vff eim huffen finden.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
118, 4
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do komen sy [dy soldner von Sannd Veit] und die veindt von Altenhofen nahent bey der Gurckh ze hauffen.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
3001
;
Luther, WA
33, 298, 16
;
Wyss, a. a. O.
88, 12
;
v. Liliencron, a. a. O.
99, 28
;
Küther, UB Frauensee
363, 26
;
Opel, a. a. O.
36, 24
;
44, 35
;
85, 13
;
Chron. Nürnb.
2, 529, 5
;
Niewöhner, Teichner
303, 8
;
385, 8
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
34, 14
;
Turmair
4, 947, 21
;
4, 1044, 2
;
Rechn. Kronstadt
3, 535, 37
.