guten,
güten,
V.;
letzteres häufiger, aber wegen der Nicht-Kennzeichnung des Umlauts nicht durchgehend von ersterem zu unterscheiden.1.
›jn. mit konkretem Besitz ausstatten‹; vgl.
1
gut
(das
) 3.Belegblock:
Chron. Köln
1, 1191
(rib.
, Hs. 1. H. 15. Jh.
): quam busschoff Coinrait in die stat | ind dede die richsten ane moiden, | hie wolde sy eruen ind goiden, | dat sy sich myt eme verbunden.
2.
›jm. etw. Gutes tun‹.Belegblock:
Neumann, Rothe. Keuschh.
2048
(thür.
, 1. H. 15. Jh.
): wi wiltu danne in kuscheit blibe | [...] | unnd mit edeler spise dime fleische gute | unnd nicht dir abe tzihen die spise?
3.
›etw. gut, wertvoll machen, erheben, adeln; etw. (Schlechtes) verbessern; büßen, sich bessern‹; speziell mystisch: ›sich in seiner Existenz als göttliche Güte in jn. ergießen‹; vgl.
güte
4.Älteres und mittleres Frnhd.; Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
11499
(nrddt.
, 14. Jh.
): Ist iz [...] | Daz nicht wen die guten genesen, | Oder ob sie sint ark gewesen, | Daz sie sich wider gueten.
Pyritz, Minneburg
3503
(nobd.
, Hs. um 1400
): So mocht mir werden basser, | Wenn sie daz melißen wasser | Ir zucker blumen guͤte | Und ez durch truwen fruͤte.
Bihlmeyer, Seuse
202, 11
(alem.
, 14. Jh.
): Owe, grundloses guͦt, wie hastu dich nu so suͤzeklich in mir gegutet! Do ich nit wat·z, do gebe du mir wesen.
Ebd.
233, 6
(alem.
, 14. Jh.
): so ich mich, daz ewig guͦt, als guͤtlich und als minneklich entgússe, so guͤtet sich alles daz, da ich hine kume.
Adrian, Saelden Hort
1469
(alem.
, Hss. E. 14.
/15. Jh.
): Got ist ir vatter, bruͦder, wirt, | der aller gebresten gar verbirt, | der alle guͦeti guͤtet.
Merzdorf, Historienb.
809, 27
(alem.
, Hs. 2. H. 14.
/A. 15. Jh.
): Also wart uff den tag Moabes gross hochfart geguͤttet und genidert und wart getrucket und hingeleit.
Schmidt, Rud. v. Biberach
42, 24
(whalem.
, 1345
/60
): Wie mag dvͥ natvͥrlich vernuͥnft das meditieren leren himelscher sache, so si sich selben nvͥt enmag guͤtennen an in geistunge goͤtliches geistes.
4.
›jn. / etw. besänftigen, beschwichtigen, etw. abmildern; schlichten, Frieden schließen‹; vgl.
gut
(Adj.) 3, güte
4.Belegblock:
Matthaei, Minner. I,
8, 479
(Hs. 15. Jh.
): zu allen dingen ist sie [bescheidenheit] gut | und senffet und guͤdet, | vil schaden sie behuͤdet.
Fastnachtsp.
855, 15
(nobd.
, n. 1450
): Nu laßt darvon! man sol das dink guten | Und sol sich vor großen trunken huten.
v. Keller, Ayrer. Dramen
2688, 26
(Nürnb.
1610
/18
): Wie hat der Herr getobt vnd gwüt! | Wie lang ich hab an jhm gegüt! | Ie mehr, je zorniger er ist worn.
Bartsch, Reinfrid
8714
(halem.
, Hs. 14. Jh.
): ob den sîn sorge güetet | mit trôst, daz ist ein billich dinc.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
4355
(halem.
, Hs. um 1435
): Das du gen mir guͤtist | Gottes zorn und mich behuͤtist | Vor allen súnden.
V. Anshelm. Berner Chron.
3, 443, 15
(halem.
, n. 1529
): Die Franzesischen runeten, man verderbte stat, land und luͤt [...], woͤlte nit guͤten, nuzlichen frid annemen.
Bartsch, Reinfrid
12830
.5.
›sich bereichern, durch etw. profitieren, einen Vorteil durch etw. haben‹; vgl.
1
gut
(das
) 1.Belegblock:
Helm, H. v. Hesler. Apok.
6504
(nrddt.
, 14. Jh.
): der sich guten wil mit list | An den geberden buzen.
Ebd.
21648
: Die grifen wonent ouch da, | Die der gimmen huten, | Nicht daz sie sich guten | An der gute des steines
(hierher?).
Guth, Gr. Alex.
2188
(Hs. ˹oobd.
, E. 14. Jh.
˺): Ich hab ain clain sig an dir | Genomen: daz ich da von | Nit ze vil güte nü.
6.
›sich in etw. schicken; sich gut, rechtmäßig, richtig verhalten‹; vgl.
gut
(Adj.) 3.Belegblock:
Gille u. a., M. Beheim
351, 34
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): die sorg ist gancz entwicht | Die ainem weip peschicht,| die sich selber nit peschicht. | die sich selber nit gütet, | verwaret und pehütet.
Barack, Teufels Netz
5539
(Bodenseegeb.
, 1. H. 15. Jh.
): Tæten si sich davor hüten | Und sich in all sach güten | und guot bild trügind vor, | So beslüsz man nit vor in daz tor.