graueln,
greueln,
graulen,
V.
1.
›etw. befürchten, sich vor jm. / etw. fürchten, jm. angst und bang werden; vor etw. zurückschrecken‹; offen zu 2; zu
graue
1.Belegblock:
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9082
(rib.
, 1444
): Do ich die alde as heslich sach | Ind myn wech vur yre hyn gelach, | Began mich zo gruwelen ussermaissen | Dat sij mich neit en soulde ungeletzet laissen.
Buch Weinsb.
1, 64, 28
(rib.
, um 1560
): Etliche ander groilten vur das verdempen, und wan sei der sweischs anquam, leifen sei in verborgen orter.
Ebd.
5, 60, 28
(1566
): dan sei grault fillicht vur mich.
Ebd.
74, 1
(1570
): Wie aber die elter grauleten, hab ich inen min haus [...] geleint, da sei 14 tage ungeferlich innen gewont.
Chron. Köln
2, 493, 6
(Köln
1499
): dae si in niet konden vinden, so gruwelde in, der buschof soulde des morgens mit gewalt si overvallen.
Ebd.
559, 34
: eme gruwelde sere, sin lant sulde verhert ind verbrant werden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 640, 10
(Köln
1619
): Mich grewelt vor der schwerer last.
Rieder, Gottesfr.
129, 14
(els.
, 1377
): so gruwelt mir alse gar usser mossen sere darabe, daz rehte alle mine nature erzittert.
Chron. Strassb.
468, 10
(els.
, A. 15. Jh.
): do geriet dem künige und den die sin hůtent sere gruweln und mahtent crüze für sich: do verswant der tyfel.
Niewöhner, Teichner
404, 26
(1360
/70
): er muez sich gein ainem graulen | und den andern lachen an.
Meijboom, a. a. O.
9577
; Vetter, Pred. Taulers
343, 3
; 342, 12
; Schweiz. Id.
2, 834
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
158
.‒
Vgl. ferner s. v. ausherten
.2.
›sich vor etw. / jm. ekeln‹; zu
graue
2.Bedeutungsverwandte:
eckeln
Belegblock:
Quint, Eckharts Pred.
1, 331, 3
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): Sant Augustînus gedâhte von dirre spîse, dô grûwelte im und ensmeckete im niht.
Vetter, Pred. Taulers
38, 8
(els.
, E. 14. Jh.
): das ime nút der dinge smackent die ime e smachtent, und do ime vor gruwelte, daz gelust im nu.
Maaler
192r
(Zürich
1561
): Grewelen / Ein vnwillen an einem ding haben.
Quint, Eckharts Pred.
1, 344, 1
; Dietz, Wb. Luther
2, 165
.