gezeugnis,
das
(überwiegend md.) /
die
(eher obd.);
auch
/-nisse, auch
.
Die Syntagmen wurden auf
das
hin normalisiert.
1.
›Aussage eines um einen rechtsrelevanten Sachverhalt Wissenden (Kläger, Antworter, Zeuge, Schöffe u. ä.) zum Zwecke der Beweisführung vor Gericht oder (seltener) in Situationen, die analog zu einer Gerichtsverhandlung gedacht werden‹; mit fließendem (metonymischem) Übergang zu ›Inhalt der Aussage‹ sowie zu ›Beweisführung insgesamt‹; in Einzelfällen mit Verschiebung der Aussage vom Aussagenden auf das Gewissen (
conscienz
,
gewissen
,
das
, 1) oder auf einen die Prozeßführung dokumentierenden Text; mehrfach im Orientierungsfeld mit
antwort
 2; 3,
einrede
 1,
klage
 2,
urteil
.
Md., dort eher Rechts- sowie Wirtschaftstexte, wobd. / oobd., dort eher Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
bekentnis
 7,
beweisung
 2,
gezeug
(
der/das
) 1,
kundschaft
 3,
sage
 8,
urgicht
.
Syntagmen:
(ein) g. (aus)sagen / erdenken / geben / läutern
›näher erklären‹
/ (nicht) leiden
›zulassen‹
/ tadeln / (ver)hören / vorbringen / vorlegen / zulassen, j
. (auch:
die schöppen
)
ein g. tun, ein buch g. auf jn. tun
›zur Beweisführung dienen‹,
ein g. gegen jn. füren, mit dem eide befesten, in das gerichtsbuch einbringen
;
ein g. unmächtig sein
;
jn. ane g. beschuldigen, nicht
›nichts‹
gegen js. g. helfen, mit g. schweren, die stat
(Subj.)
mit einem g. volfaren
›vor Gericht treten‹,
einem spruche mit einem g. genug tun, wandels über ein g. pflichtig sein, jm. einen tag zu einem g. legen
;
das g. des briefes, der conscienz, e. P
. (z. B.
der doctores, des furmannes
),
das g. sieben manne
›von 7 Personen‹;
das falsche
(mehrmals)
/ gelobte
›beeidigte‹
/ genugsame / unbescholtene / verdächtige g
.;
die aussage / volfürung des gezeugnisses
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
Mt. 19, 18
(
Wittenb.
1545
):
Du solt nicht falsch gezeugnis
[
Mentel
1466-1480:
gezeug
]
geben.
Köbler, Ref. Franckenfort
26, 18
(
Mainz
1509
):
Wo dañ der jhene wider den gezeugnüß gefürt würt / wider die personen der gezeugen vermeint exceptiones zu geben.
Ders., Ref. Nürnberg
130, 13
(
Nürnb.
1484
):
WO yemãdt personlich weisung zufuͤren Jn Recht zugelassen wirdet. so soll yezuzeitten der oder die selben solliche kuntschaffter oder zeugē [...] das nechst nachuolgend gericht erfordern mit bestymmung beder partheyen vñ fuͤrhaltung. das sy Jr personliche kuntschafft oder gezeucknus zesagen erfordert werden.
Behrend, Magd. Fragen
41, 8
(
omd.
,
um 1400
):
Dornoch sal yn [totslag] der vronebote losen besehen von czwen scheppin, dy in gehegetem dinge ir geczugnisz thun und bekennen der worheit.
Ebd.
67, 25
:
ab dy stat undir irem ingesegel iris selbis sache czugen mogen unde mit dem geczugnisz volvaren, wan dy scheppin der stat von alders her keyn ingesegil gehat habin [...] unde alle sachen, dy vor in in gehegetem dinge geschen, mit dem richter vor dem rat czugen.
Ebd.
159, 28
:
ap nu des brieffes lawt und geczugnis vorgang sulle habin.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
99, 15
(
thür.
,
1474
):
habin danne dy geczugen [...] yr gezcügkeniß geluttert unde baß bedechteclichin ußgesaget.
Ebd.
198, 14
:
obir syben manne geczugkeniß endarff Herman Herczoge keyn hochern geczugk lyden.
Ebd.
210, 5
:
so hat er deme gemelten Hannßen Bluel syne frist unde zcyt syner volffurunge syns geczugkeniß [...] irlenget.
Ermisch, Sächs. Bergr.
64, 8
(
osächs.
, Hs.
15. Jh.
):
Eynes bergmeysters tafel noch buch mag uff nymande gezcukenysse thun, sunder alleyne daz da geschryben wyrt yn den vyer benken yn gehegeten dyngen myt wyssen der, dy daz dyng helfyn syczen.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 257, 21
(
schles.
,
1528
):
unser berckmeister [...] sollen alle vier wochen gemein bergrecht besizen, alle clag antwurt (und) gezuegnus, [...], samt dem urtl in die gerichtsbücher vleissig einbringen.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
107, 13
(
Bamb.
1507
):
fuͤrter soͤllen dieselben zwen Schoͤpffen, so also gezeugknuss geben, vmb die vrteyl nit gefragt werden.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
8, 32
(
els.
,
1362
):
Das sehste ist die vnbetrogene gezúgnisse die von drien wurt geben.
Chron. Strassb.
613, 29
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
und noch vil gezügnisse die sü darüber verhortent, und noch langer betrahtunge [...], do erkantent sü mit urteil, das dise zwene werent [...] macher des scismatis.
Warnock, Pred. Paulis
22, 243
(
önalem.
,
1490
/
4
):
me, er sol die gezúgnuß siner conscientz darzuͦ nemen, sol in sin gewysne gon und lossen, ob dazselb werch im sin gewysne welle beschweren.
Drescher, Hartlieb. Caes.
157, 8
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Do also sein suͦn sach und horte das weder sein noch seiner geprüder gezeugknüsz nicht gehelffen mocht und das er solt sterben, do [...].
Köbler, Ref. Wormbs
278, 26
;
Behrend, a. a. O.
117, 33
;
Grosch u. a., a. a. O.
75, 24
;
76, 19
;
104, 21
;
201, 2
;
32
;
322, 19
; S. 
161-3
;
Williams u. a., a. a. O.
600, 37
;
Bauer, Imitatio Haller
89, 24
;
Dietz, Wb. Luther
2, 123
.
Vgl. ferner s. v.
parteiig
 1,
bedeuten
 20,
befesten
 7.
2.
›Beglaubigung, Bestätigung, Bekräftigung e. S.‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
bekentnis
 7,
brief
 1,
festenung
,
urkunde
,
vergicht
.
Syntagmen:
ein g. geben / haben / machen
;
auf ein g
. [etw. tun, z. B. einen Betrag
legen
],
etw. mit g. tun, jn. um ein g. vermanen, (jm.) etw
. (z. B.
einen brief
)
zu einem g. geben, etw. zu g. be-, verzeichnen, in das statbuch schreiben, zu g. e. S
. (Gen.)
ein insiegel an etw. henken
o. ä.;
das g. der sachen / dinge
;
das gute / offenbare / ware / warhaftige / merere g
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 503, 15
(
preuß.
,
1428
):
Ouch wellen die stete von den handwerken keyne briefe adir geczugniss bey en selben alleyne gemacht vorbas me uffnemen.
Luther, WA
21, 140, 12
(
1528
):
da fellen die armen blinden leute ein bloses urteil und geben des keinen grund noch gezeugnis.
Wyss, Limb. Chron. U,
122, 1
(
mfrk.
,
1371
):
daz sẏ ire ingesigele vur mich zuͦ eẏme gezuchnisse an dit testament gehangen hant.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
6
(
schles. inseldt.
,
1451
):
wÿ das Jocusch Vngelenk [...] vormant dÿ scheppin vm eyn geczeugnis, wy das dy mordir, dÿ Jocusch Andris dirslagen han, [...], vorfest vnd geecht sint noch rechte.
Ebd.
552
(
1476
):
das hot der gesworen rechter geczewget; vnd off das geczewgnos hot Neckel Neblang sss gelet.
Bihlmeyer, Seuse
146, 27
(
alem.
,
14. Jh.
):
und [der priol] tet daz mit guͦter gezúgnúst und mit widerrechnung sinen obren.
Merk, Stadtr. Neuenb.
180, 25
(
nalem.
,
1527
):
das wir solichs darbi pliben lassen sollen und wollen und des zu gezuignus unser pontifical insigel auch hieran henken lassen.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
133, 11
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
Zue mehrerm geZeügnuß habens gemelte Parteien in diß Stadtbuch Ver Zoichnen laśśen.
Qu. Brassó
4, 33, 30
(
siebenb.
,
1603
/
20
; Hs. 
v. 1761
):
welches er auch genugsam erfuhre und selbst Gezeugnis uns dessen vor dem Kaiser hat gegeben.
Ebd.
5, 133, 5
(
1550
):
Do der Farrherr von der Gemein [...] seines gueten Lebens guet Gezeugnus gehot hot, so haben wir [...].
Küther, UB Frauensee
102, 4
;
119, 2
;
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
107, 15
;
Doubek u. a., a. a. O.
675
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
60, 17
;
95, 40
;
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
117, 27
;
Merk, a. a. O.
96, 22
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
101, 17
;
Drescher, Hartlieb. Caes.
65, 14
;
Grothausmann, a. a. O.
10, 19
;
46, 10
.
3.
›Aussage e. P. oder (verschoben:) eines Textes in allgemeinen, nicht primär als Gerichtsverhandlung gedachten Zusammenhängen‹; eng an 1 anschließbar.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘, auch berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
gezeug
(
der/das
) 4,
zeugnis
.

Belegblock:

Bechstein, M. v. Beheim. Evang.
1, 19
(
osächs.
,
1343
):
daz daz bewêrit wirt, daz iz nicht wâr ist daz da ouch inzwei treit der ubele redêre gezuͦcnisse.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
10, 20
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
der herr jhesus [...] spricht auch: Auß dem herczen geen herfur poße gedancken, manslecht, eebrecherey, unkewsch, stelerey, falsch geczewgnuße.
Chron. Strassb.
783, 25
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
und erkos (men) nüne wise erber manne von edeln, burgern und antwerken, die do soltent heimeliche erfaren und gezügnisse hoͤren, was dise drige geton hettent.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 287, 10
(
Straßb.
1466
):
Nit rede falsche gezeugknúße
[Var. Hs. W, 15. Jh.:
gezeug
;
Luther
1545, 2. Mose 20, 16:
Zeugnis
]
wider dein nechsten.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
137, 26
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
daz von dem gezüknüsse Josephes bewert wirde, daz Christus geborn were von einer magt.
Rieder, St. Georg. Pred.
3, 7
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
so du mit lúgenn und mit valscher gezúgnust ieman sin guͦt nimest.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
311
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Geczewgnuss die valsch ist ob die allczeit ain toͤdleich sunde sey.
Turmair
1, 331, 27
(
Nürnb.
1541
):
diser vorgedachten alten lieder gezeugnus
[über
trefliche taten
]
brauchen sich nicht allein die unsern, sonder auch die Römer.
Warnke, Wb. Müntzer.
1993, 156
.
4.
›Zeugnis, Offenbarung, Botschaft Gottes an den Menschen; Voraussage, Weissagung, Verkündigung einer Heilswahrheit oder (seltener) eines Verdammungsurteils durch Gott oder eine religiös herausgehobene Person (vor allem: durch Johannes)‹; auch: ›Bekenntnis einer Heilswahrheit durch den Menschen‹; speziell: ›Testament (als Botschaft Gottes)‹.
Texte der Sinnwelt ,Religion‘, teils auch der ,Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
offenbarung
 1,
prophecei
,
spruch
; vgl.
eröfnung
 1; 2,
verkündigung
,
weissagung
.
Syntagmen:
(das / ein) g. anzeigen, (von jm., an den tag) geben, einsprechen / offenbaren, vor augen stellen, bewären
›beweisen‹
/ (er)hören / nemen / verlangen, innen werden, js. (des vaters) stimme g. geben, j. (der heilige geist) g. geben, g. von etw., mit jm
. (z. B.
mit
›von‹
Paulus
)
haben, ein g. in den bullen haben
;
etw. ein g. sein
;
das g. getreu / war sein, gläublich werden, weisheit geben
;
des gezeugnisses halten
;
mit g. etw. künden, kundbar machen, etw. zu js. g. predigen, seinen fus zu js. g. keren
;
das g. gottes / Christi, des heiligen geistes, der jünger, des Johannes, der heiligen lerer / väter, des babstes, der schrift
(jeweils gen. subj.),
das g. der verdamnis
(gen. obj.);
das gewaltige g.
;
das liecht beider gezeugnisse
.

Belegblock:

Luther, WA
8, 492, 6
(
1521
):
wo her kuͤnnen wyr wissen, wo die kirche sey, ßo wyr nit hoͤren yhre prophecey und das getzeugniß des geystis.
Ebd.
10, 3, 147, 11
(
1522
):
Ewer liebe hat nu vil gehoͤrt von dem glauben, nu hoͤrt von dem getzeugnis des glaubens und creütz [...]. Dann also hat Paulus gesagt [...].
Ebd.
17, 2, 371, 9
(
1527
):
da der hailige geist, darzuͦ die veterliche stymm von Christo gezeugnis gabe, das er gotes son were.
Ebd.
20, 333, 21
(
1526
):
Das ist ein gewaltig gezeugnus, das dieser Christus ewiger Gott ist.
Dubizmay, kurß zu Teutze
11, 1
(
hess.
,
1463
):
gots gezeucknüß ist getrew vnd gibet weyßheyt den kinden.
Froning, Alsf. Passionssp.
3095
(
ohess.
,
1501ff.
):
doby solt er gedencken mynn: myn gezeugniß sail das syn !
Hübner, Buch Daniel
5269
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Ewangelist Johannes | Sach ez, und ist gezuc des; | War ist sin gezucnisse | In rechter bedutnisse.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
10, 18
(
osächs.
,
1343
):
ir werdet zuͦ den richtêren und zuͦ den kuͦnigen gefûrt durch mich en zuͦ gezuͦcnisse und den heiden.
Langen, Myst. Leben
197, 19
(
nobd.
,
1463
):
des hab wir ein gezeugniß / mit sant Pauls, der sprach: [...].
Gille u. a., M. Beheim
221, 54
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Von disem opher hab wir mer | geczeugnüs, dy sein offenber | im ersten chunig puch.
Vetter, Pred. Taulers
302, 11
(
els.
,
1359
):
Hie ist daz wore gezúgnisse: der heilige geist bezúget unserm geist das wir Gotes súne sint.
Bihlmeyer, Seuse
525, 1
(
alem.
,
14. Jh.
):
In dissen offenbarungen soll all deyn thuͦn dar auf gehen, das du der heyliger schrift gezeügnüsz in allen dingen findest.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
145, 31
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
der heilig geist kam nider in einem kleit einer tuben, unde dez vatters stimme, die dem sun gezüknüsse gebende waz, die wart erhört.
Völker, Antichrist
209
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
Es muͦß das ewangeli in aller der welte ee gebrediget werden ze gezúgnúß aller diet, daz ist ze gezúgnúß irer verdampnúß, die nit gelaubhaft werdent.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
4, 5
(
tir.
,
1464
):
So hat der heilig Jeronimus wol verdient ain stuel aus den höchsten vnder der wanung des himlischen vaters [...] mit seiner sweren arbait der verwanndlung pëder gezuiknus, der alten e vnd der neüen e.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
23159
;
23249
;
Luther, WA
10, 3, 151, 19
;
Alberus, Barf.
11, 3
;
Dubizmay, a. a. O.
24, 14
;
Hübner, a. a. O.
3185
;
Strauch, Par. anime int.
22, 4
;
Feudel, Evangelistar
6, 33
;
60, 29
;
Gerhardt, Meister v. Prag
26, 11
;
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
5, 4
;
Gille u. a., a. a. O.
253, 18
;
Sachs
18, 461, 22
;
Vetter, a. a. O.
298, 13
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 3, 12
;
Warnock, Pred. Paulis
3, 12
;
Völker, a. a. O.
104
;
Bauer, a. a. O.
16, 31
;
63, 20
;
81, 15
;
Warnke, Wb. Müntzer.
1933, 156
.
Vgl. ferner s. v.
auswirklich
,
pause
 2,
behüten
 1.
5.
›zeichenhafter Ausdruck von etw., damit Beweis e. S. (sowohl einer Glaubenswahrheit wie eines weltimmanenten Sachverhaltes)‹.
Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘ und für berichtende Texte.
Bedeutungsverwandte:
befestenung
 4,
1
bewerung
 1,
zeichen
.
Syntagmen:
werke, die schrift(en) g. e. S. geben, j. / etw. g. (über jn., von etw.) geben, g.
˹
bringen / geben / nemen, das [...]
˺
, g. gegen jm. tragen, das [...]
;
etw. ein g. (e. S.) sein
;
etw. zu g. e. S.finden / sagen
;
das g. von got, des schöpfers / gewaltes (gottes), guter werke, des wortes
;
das genugsame / gute / ware g
.;
der treue zu g
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
6154
(
preuß.
,
1331
):
Er sit ouch sin samwiczekeit, | Di geczugnis ken ém treit, | Daz er recht und redelich | Si vortumet endelich.
Luther, WA
8, 513, 20
(
1520
):
Szo ist auch ,gebenedeyen‘ und ,dancksagen‘ eyn tzeychen unnd getzeugnuß, das ettwas von gott [...] gegeben ist.
Ebd.
8, 523, 18
(
1521
):
wundertzeychen sind gotliche befestung und getzeugnus gotlichs worts.
Wyss, Limb. Chron.
89, 5
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
wart ein kint geborn [...], daz was unden ein mensch unde hatte ufert eine gestalt etzlicher maße einer kreden glich. Unde was daz gezuchnisse von Gode, want der man daz wip anezeich, daz si druge ein kint, da sprach si unde antworte daruf, si druge ein krede.
Froning, Alsf. Passionssp.
3501
(
ohess.
,
1501ff.
):
Hon ich [Jhesus] geret frevelich, | ßo gib gezeugniß ubber mich !
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
12, 32
(
Frankf./M.
1563
):
Das ander gezeugniß
[für die Existenz von Zauberei]
geben die schrifften der Heyden / bey welchen die Zauberey sehr gemeyn ist gewest.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
25, 35
(
omd.
,
1487
):
Szo ehliche leẃte, eins das ander vmb sein lebenn woltt bringen. vnd das offentliche zceichen vnd gezceẃgniß vorhanden wern.
Sachs
6, 175, 15
(
Nürnb.
1549
):
Die schrifft aber gezeugknus geit | Der Gottes erschröcklichen straff.
Ebd.
22, 12, 3
(
1524
):
wann ewere [Schuster] werck geben gezeügnus, dann ir freßt der witwen heüser.
Vetter, Pred. Taulers
24, 25
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Diser grunt git des selber gezúgnis in in selber daz in Got bereit und gelutert hat.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
44, 1
(
els.
,
1362
):
Die geburt nam gezúgnisse von
[›von seiten‹]
den mitteln creaturen, wenne der luft in der selben naht sich verkerte in die klorheit des tages.
Ebd. 7:
Oͮch nam die geburt gezúgnisse von den oͤbersten creaturen.
Warnock, Pred. Paulis
22, 238
(
önalem.
,
1490
/
4
):
Únser glori und fröd ist die gezúgnus únser gewysne.
Schmidt, Rud. v. Biberach
11, 17
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Mag er es nut worten, so sol er tvͦn als Moyses, wenne er wider kumet von der geselschaft gotes zvͦ der sel vnd zvͦ dem libe vnd bringe etwas zeichenon vnd gezvͥgnissi, daz er in dem lande des liechtes was.
Morrall, Mandev. Reiseb.
42, 13
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
wann die zaichen und wunder die got tuͦt die sind ain gezúgnúst sines gewaltes.
Chron. Augsb.
7, 77, 3
(
schwäb.
, zu
1548
):
wie dann deß alles bei gemelter stat auf heutigen tag genuͤgsame getzeugnus verhanden.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
1078
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
der ewig auzfluz der creatur ist mir pilleich ein geczewgenüss ires scheppher.
Roth, E. v. Wildenberg
18, 9
(
moobd.
,
v. 1493
):
es sagen die von Augspurg, es sei diser streit [...] in der stat beschehen, und zeigen des zuͦ getzewͦcknuss einen angeschutten pühl von den gepein der erschlagen.
Bauer, Zist.-Pred. Haller
65, 417
(
tir.
,
1466
):
Wand die czäher die sint ain geczeükchnus der lieb.
Neumann, Rothe. Keuschh.
4754
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2, 113
;
Sachs
13, 544, 35
;
Warnock, a. a. O.
28, 81
;
Chron. Augsb.
2, 323, 5
f.;
5, 151, 29
;
Leidinger, V. Arnpeck
451, 8
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
4, 4
;
Bauer, Imitatio Haller
88, 22
;
dies., Zist.-Pred. Haller
87, 159
.