gewürz,
das
;
auch
-Ø/–
.
›Gewürz, aus Kräutern bestehende, der Speise zugesetzte und ihr einen bestimmten Geschmack verleihende Substanz‹.
Zur Sache und Sachgeschichte: Lex. d. Mal.
4, 1432
 ff.
Beleghäufung für das Wobd. / Oobd.
Bedeutungsverwandte:
kraut
 3,
gekräute
,
spezerei
; vgl.
gestüppe
 4,
pi(g)ment
.
Syntagmen:
g. auswegen / beschauen / fordern
›bestellen‹
/ (ver)kaufen, klein zerschneiden, auf ein blat bereiten, in das haus tragen
;
das g
. (Subj.)
der speise geschmak geben
;
etw. mit g. bereiten, einen geschmak vom g. haben, von g. einen trank machen, jm. etw. von g. machen
;
das alte / gute / aufrichtige / reine / schlechte / gestossene / wilde / wolgeschmakte g
.;
das gewerbe mit g., kaufgeld von g
.
Wortbildungen:
gewürzbüchse
(a. 1425),
gewürzgarten
,
gewürzhandel
,
gewürzkramer
,
gewürzladen
,
gewürzwein
(16. Jh.).

Belegblock:

Luther, WA
32, 31, 9
(
1530
):
das unser lieber Gott uns so viel gewuͤrtz und labwasser wil jnn unsere hertzen geben, das [...].
Goedeke, Fischart
259, 215
(
1598
):
Sein krautgarten ist sein gwürzgarten, | Ein kraut kan im sein speis auch arten.
Hajek, Guͦte spise
56
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
ein wenig gewuͤrtz gebreit vf ein blat, von teyge gemacht.
Kurz, Murner. Luth. Narr
4131
(
Straßb.
1522
):
Eßt den pfeffer, er ist guͦt, | Macht schmutzig finger, verdendluͦt, | Es ist nicht schlecht gewürtz fürwar, | Von calicuten kam sie har.
Maaler
201v
(
Zürich
1561
):
Allerley Gwürtz das der speyß einen guͦten Geschmack gibt.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
87, 4
(
halem.
,
1562
/
4
):
die [krömer] allenthalb umb loufend, ir krom, thuͦch, gewürtz und ander waren biderbenlüten in ire hüser tragen.
Völker, Antichrist
121, 3
(
wschwäb.
,
15. Jh.
):
Wohlschmeckend obst zu machen. Spalte einen baum enzwei und zu beiden seiten bei dem kern schneide holz heraus und lege darein, welcherlei gewurz du wilst, gepulfert.
Brandstetter, Wigoleis
206, 10
(
Augsb.
1493
):
gabe jm die jung künigin eyn brot oder kuechlein gemacht von gewürczen vnd grosser meysterschafft.
Morrall, Mandev. Reiseb.
92, 22
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Aber doch machent sie gar guͦt tranck von canelle und von zucker und von guͦttem gewúrtz.
Henisch
1610
(
Augsb.
1616
):
Gewürtz Laden / oder offen Gewoͤlb [...]. Gewuͤrtz gaͤrtlin [...]. Gewuͤrtzhandel [...]. Gewuͤrtzkramer [...]. Ein maͤssig fruͤstuck ist ein gut Gewuͤrtz zum Abendtessen.
Straus, Juden Regensb.
979, 7
(
oobd.
,
1518
):
unzgoldt, gwuͤrz, saffran, pfeffer, saiffen und ander specerey wegen das nach dem gewicht auͤs.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 711, 8
(
München
1586
):
Da ist von Salben edler geruch, | Deß Gwuͤrtz vnd Specerey genug.
Stolz, Zollwesen
71, 2
(
tir.
,
1420
):
was gantz guet ist von Venedig als paumwoll seydeine tücher, pfeffer, ingwer, zuchker, saffran, muscat, zinamein, galgan, nagel, zittwer und alles gewürtz geit ain gewogner sam gantzen zol XXVIIII groschen.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
144, 15
;
Luther, WA
32, 430, 18
;
35, 479, 11
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
363, 4
;
405, 8
;
Koller, Ref. Siegmunds
273, 10
;
Sappler, H. Kaufringer
25, 181
;
Müller, Handel Paumgartner
210, 7
;
Dirr, Münchner Stadtr.
457, 15
;
Straus, a. a. O.
988, 100
;
Rechn. Kronstadt
2, 123, 20
;
Schmitt, Ordo rerum
192, 20
;
Voc. inc. teut.
i vijr
;
Rwb
4, 830
;
Schwäb. Wb.
3, 641
;
Öst. Wb.
3, 1283
;
West, Dasypodius. 1989, S. 
310
.