getriebe,
das
;–/-Ø
.1.
›übles Treiben, Machenschaften (negativ bewertet); Wirken, Tätigkeit (positiv bewertet)‹; vgl.
getreiben
2.Nur nrddt. und omd. belegt; oft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
anregung
eingebung
fart
mutwille
der
) 3, werk
abenteuer
betreug
büberei
gestel
gestifte
geströle
gesuch
gewerbe
das
) 1.Syntagmen:
ein g. verursachen
; js. g
. (Subj.) böse / hart sein
; sich durch ein g. nicht spalten lassen, vor dem g. etw. geschehen
; das g. der feinde, des teufels / schalkes / babstes, des heiligen geistes
; das böse / gnadenreiche g
.Belegblock:
Luther, WA
31, 1, 356, 29
(1530
): es ist ja kein mutwill noch mein getrieb oder sach.
Ebd.
41, 108, 5
(1535
): es ist eigentlich des leidigen Teufels werck und getrieb.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
10660
(nrddt.
, 14. Jh.
): Diz geschach von dem getribe | Des tuvels der die juden reit.
Ders., Maccabäer
8588
(omd.
/nrddt.
, Hs. A. 15. Jh.
): Der Juden volke allen gar | was alzu bose und zu hart | daz getrib und des lebens vart.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
41, 304
(Zwickau
1536
): [ehleut] laßen sich nicht spalten | durch unfal oder fremde lieb, | noch klafferei und bös getrib | das ehlich band zureißen !
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
15, 74
(Zwickau
um 1540
): durch gottes gnadreichs getrieb / also auch fort durch diß buͤchlein weitter verursacht.
Mathesius, Passionale
37v, 5
(Leipzig
1587
): das die Prophetischen wort vnd Spruͤche / [...] aus anregung / getrieb vnd eingebung des Heiligen Geistes / [...] geschrieben sind worden.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
154v, 36
; Luther, WA
8, 531, 15
; Dietz, Wb. Luther
2, 109
.2.
›Getriebe einer technischen Einrichtung, Räderwerk‹; speziell: ›Mahlwerk der Mühle‹; ›Hebevorrichtung eines Brunnens‹.Wirtschaftstexte.
Belegblock:
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
259, 14
(preuß.
, 1411
): vor 1 getryb
[der
mole]
1 lot und vor anwelle, tragebenke und ander cleynot 1 fird. Ders., Gr. Ämterb.
98, 8
(preuß.
, 1440
): 4 czappen, 2 hauwen, 1 getrib und 1 pfanne.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
150, 30
(osächs.
, 1570
/7
): soll der hausmarschalch das zeugholz und allen andern vorrath, so zum mühlwerk gehörig, als krumling, schaufeln, wellen, getriebe, keilen, kloben, holz, steine, [...], zur stette schaffen.
Ebd.
147, 16
: was aber die tegliche haushaltung der mühlen [...], es sei an kampfraden, getrieben, wasserraden, wellen, [...] und dergleichen anlanget.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1524
(oobd.
, 1607
/11
): 6 messine gedrüeb mit ihrer zugehör, die auf die grosse plech gehorn.
Rechn. Kronstadt
3, 526, 16
(siebenb.
, 1549
): paravit 2 cirulos ad Well et drÿf reng an das Gedrÿf asp. 40.
Ebd.
543, 26
; Schwäb. Wb.
3, 579
.‒
Vgl. ferner s. v. parkenzimmer
.