geschneien,
V.;
euphemistisch zu
mhd.
hîwen
›heiraten‹
(
Lexer
1, 1312
), s. dazu die Erläuterungen im
Schweiz. Id.
2, 1107
.
›jn. (vom Mann auf die Frau gerichtet) sexuell entehren; sich sexuell (an einem Tier) vergehen‹; in letzterer Nuance mehrfach in Flüchen; auch generell: ›jn. plagen, verderben‹.
Bedeutungsverwandte:
brauten
2; vgl.
geschänden
3.
Wortbildungen:
geschneier
(a. 1387).

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
80, 8
(
halem.
,
um 1400
):
[Wer] schalklich sprichet die richte vsß, daz du din muͦter geschnigest, [...], der [...].
Ebd.
648, 28
;
Schweiz. Id.
9, 1212
(
seit 14. Jh.
, reiche Belegung und semantische Ausdifferenzierung).