geschämig,
Adj.
›verschämt, schüchtern, züchtig, keusch; bescheiden; schamhaft; von Bescheidenheit zeugend‹.
Bedeutungsverwandte:
enthebig
keusch
sittig
züchtig
behäbig
Gegensätze:
vgl. geschamper
stirnlos
unschamhaft
Wortbildungen:
geschämigkeit
Belegblock:
Luther, WA
17, 2, 255, 34
(1527
): Apostel ist eben so vil gesaget als ein gesandter [...]. Dieser name ist ein geschemig name, unnd doch geleich wol hoch unnd ehrlich, dartzuͦ fuͤret er ain grosse demuͦt.
Sachs
22, 385, 5
(Nürnb.
1547
): Geschemig pueln, parmherzig kriegen | Mues oft mit schant erliegen.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
2, 214, 14
Var. (Straßb.
1466
): Dorumb es gezimpt dem bischoff zesein vnberesplich. ein man eins weibs: einen getemperten. einen witzigen. vnd einen gezierten. einen keuschen
[Var. um 1475-1507:
geschaͤmig;
sittigLuther
1545, 1. Tim. 3, 2: ].
einen herberger. einen lerer. | nit einen weins truncken. Ebd.
8, 272, 19
Var.: Das heilig weyp vnd das enthebig
[Var. 1477-1490:
geschaͤmig]:
ist ein gnad vber genad. Turmair
4, 112, 21
(moobd.
, 1522
/33
): mainten unser altväter, die Teuschen, das weiblich pild wär etwas als sunder begabt von got und der natur, züchtiger, geschämiger.
Ebd.
5, 16, 14
: Die alten Teutschen [...] haben’s dafür gehalten, die weiber sein etwas geschämiger und heiliger, auch künftiger ding von natur kündiger.
Henisch
1532
(Augsb.
1616
): Alle vernu͂fftige Menschen haben gefallen an züchtigen vnd geschaͤmigen Leuthen.
Voc. inc. teut.
iijv
; Kurrelmeyer, a. a. O.
2, 235, 5
Var.; Schwäb. Wb.
3, 451
.