geraume,
Adj.,
auch: geräume
.1.
›geräumig, breit angelegt, ausreichend Platz bietend‹.Bedeutungsverwandte:
weit
Belegblock:
Schöpper
43b
(Dortm.
1550
): Spaciosum. Weit geraum gerem.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
39, 34
(omd.
, n. 1474
): das loch [...] ist so groß, so with vnde so gerüme, das dry schone altaria do yn gebuwit sind.
Quint, Md. Karl u. Eleg.
822
(Hs. ˹thür.
, n. 1455
˺): Dz wz sime kūpan geneme, | Dz he dester gerymer her ußer queme.
Winter, Nöst. Weist.
3, 676, 41
(moobd.
, Hs. 16.
/17. Jh.
): paut sein nachtpaur an dem ort, so soll er ligen lassen sovill daß sein roß und oxen geraum gen mügen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
38, 23
(m/soobd.
, A. 16. Jh.
): Es sullen auch all wege und gättern pewart sein, die gattern geraum sein.
Henisch
1506
f.; Schwäb. Wb.
3, 388
; Schweiz. Id.
6, 914
.2.
›zeitlich ausgedehnt, von beträchtlicher Dauer, angemessen lange‹.Belegblock:
Perez, Dietzin
1, 203, 24
(Frankf.
1626
): kan auch in einer geraumen zeit weder guts noch boͤses mit jhnen zu reden finden.
Allg. Schau-Buͤhne
57, 31
(Frankf.
1699
): Sie
[Streitigkeiten]
hatten schon eine geraume Zeit gewaͤret. Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 3, 10
(Coburg
1634
): Die Majestet der Teutschen Sprach ist ein geraume Zeit verborgen gelegen.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
373, 25
(halem.
, 1467
): also man sol die secher in eim grumen zit heissen versprechen, die sach in der stuben lǎssen beliben.
Qu. Brassó
4, 290, 13
(siebenb.
, 1664
): Nachdem [...] sein Weib ein geraumbe Zeit im Zernest verharret hat, so werbet sie Soldaten bei sich.
A. à S. Clara. Deo Gratias
27, 23
.