gel,
gäl,
Adj.;
zu
mhd.
gël
, (flektiert:) gelw-
›gelb‹
(Lexer
).1, 804
1.
mit Bezug auf Größen unterschiedlicher Art, z. B. Blumen, Gegenstände, Kleidungsstücke, Stoffe: ›gelb, goldfarben, hell‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. gelb
goldgel
Syntagmen:
der gele mantel, die gele blume / kappe / schnur / seide, das gele bier / dotter / gebende / glas / kreuz / wachs
.Wortbildungen:
gelgrün
gelweis
Belegblock:
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
14, 19
(preuß.
, 1411
): 3 brotspisse, 4 kellen, 2 koppersyp, 1 fleyschbeyl, 2 pfannen, 1 kochinax, 18 gele schüsseln.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
118, 5
(preuß.
, 1507
): 1 gel kasel mit grun ingetragen mit aller zugehor.
Luther. Hl. Schrifft.
2. Mose 28, 28
(Wittenb.
1545
): man sol das Schiltlin mit seinen Ringen / mit einer gelen Schnur an die ringe des Leibrocks knüpffen.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 51, 4
(md.
/nd.
, 1354
): Ok schal jowelk roet laken vnde jowelk gheel laken so ghut syn, dat yd eyner mark werdych sy.
Thiele, Minner. II,
30, 61
(Hs. ˹md.
/rhein.
, 1. V. 15. Jh.
˺): da spruͤngen bluemen weder stryt, | wys, gheil, rot ind manger leye, | want it was midten in dem meye.
Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 90, 29
(rib.
, 1494
): da men des bisher gebrucht hait, einch bier gell odir roit einichen burgeren odir burgersen zo bruwen of zo laissen.
Hajek, Guͦte spise
47
(rhfrk.
/nobd.
, um 1350
): mach ez [ein gericht] gel mit saffran.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
119, 35
(rhfrk.
, um 1435
): Syn zene stünden yme als eyme eber swyne / vnd waren gele.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
58, 6
(Frankf.
1535
): Etlich diser steyn seind schwartz / etlich geel.
Ebd.
100, 12
: der steyn den ich sahe / zohe sich vff die geel weiß farb.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
27, 28
(osächs.
, 1343
): si zuͦgen en ûz, si ummegâbin en mit eime gelin pfellelîn mantel.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
146r, 31
(Leipzig
1588
): die Hewschrecken [...] Sind von mancherley Farben gewesen / Gruͤn / Geel / Blaw.
Ebd.
152v, 30
: wie das verwelckte Grass [...] sich Senkt vnd Henckt / Graw / Schwartz / Fahl / vnd Geelgruͤne zu werden pflegt.
Keil, Peter v. Ulm
16
(nobd.
, 1453
/4
): Dorzu nym gel wachs iiij lot vnd mastigk.
Gille u. a., M. Beheim
343, 9
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): des stund sich haid und anger, | walt, veld und ach die au | Graw, swarcz, gel, grun, blaw, | in aller varb vermist.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 342, 32
(Straßb.
1522
): Er hat mir von dem weißen Eyerklar geschickt, aber von den gelen Dottern hat er mir nichtz geschickt.
Koller, Ref. Siegmunds
179, 12
(Hs. ˹Basel
, um 1440
˺): sye soltent an irem mentelen gel crütz tragen, das was ir ordern.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Man.
15, 142
(Bern
1525
): ein feiste henn, die must sin schwarz, | mit gälen füßen.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 172, 66
(Luzern
1596
/7
): die [stiffelin] sond nit gespitzt sin wie die Jüdischen, ouch nit gäl, sonder wyß.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
79, 11
(oobd.
, 1349
/50
): ez scheint uns auch der himel in mangerlai varb, rôt, gel, grüen und mit andern varben.
Ebd.
195, 6
: diu air habent zwuo varb, weiz und gel.
Ebd.
375, 33
: sein holz haizt sandalum und daz ist dreierlai: weiz, rôt und gel.
Klein, Oswald
42, 37
(oobd.
, v. 1408
?): Die blümen gële, hele, | hübsch geverbet.
Vetter, Pred. Taulers
21, 15
; Chron. Augsb.
4, 83, 3
; Kummer, Erlauer Sp.
3, 242
; Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 34
; Schmitt, Ordo rerum
464, 16
; Voc. Teut.-Lat.
k vijr
; Maaler
154v
; Henisch
1411
f.; 1334
; Stieler
1, 595
; Dietz, Wb. Luther
2, 59
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
128
; Schwäb. Wb.
3, 261
; Schweiz. Id.
2, 295
.2.
mit Bezug auf das menschliche Haar: ›blond‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. gelb
goldgel
Belegblock:
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 5, 4
(Köln
um 1490
): Lanck kruys geel was sijn haer.
Gille u. a., M. Beheim
337, 34
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): ir har galt varbe gel | und ir schneweissen kel, | ir prustlin auss getrungen.
Thiele, Minner. II,
19, 33
(Hs. ˹wobd.
, 15. Jh.
˺): sie hät ain gold far här, | fin gel und brunn gevelwet.
Turmair
4, 758, 10
(moobd.
, 1522
/33
): die muesten punden und gefangen vor dem sigwagen gên und nit allain das hâr gel machen und lang [...] wachsen lassen.
Wyss, Limb. Chron.
54, 26
.3.
mit Bezug auf Pferde: ›grau-gelb, falb‹.Belegblock:
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
293, 32
(preuß.
, 1412
): 4 m. vor eyne gele trechtege kobel von Hannus Arnolt czu Lecsewict gekowfft dem karwansherren am selben tage.
4.
›bleich, fahl, krankhaft‹.Bedeutungsverwandte:
vgl. grün
Belegblock:
Kurz, Waldis. Esopus
4, 100, 175
(Frankf.
1557
): Ir schöne Farb ist gar verblichen, | [...] Schlotternd, zitternd, bleich, fahl, todt, gel.
Thiele, Chron. Stolle
443, 25
(thür.
, 3. Dr. 15. Jh.
): am sonabende [...] do vor loss der monde synen schin, gantcz geel, dor noch brun, dor noch gancz swarcz, do wart es gancz finster.
Roloff, Brant. Tsp.
2163
(Straßb.
1554
): Nun hoͤr zuͦ bleich dürrer sack | Was ich vermag auff disen tagk.
Dreckmann, H. Mair. Troja
42, 6
(oschwäb.
, 1393
): do ward er aller vor zorn entzünt, daz er gel ward an der farb.
Roder, Hugs Vill. Chron.
169, 33
(önalem.
, 1528
): Es hatt kain kneht kain lebliche farb, sy warend gantz gel und geschwoln.
5.
mit Bezug auf Töne ›hell, hoch‹; gegensätzlich zu
nieder
7.