2
geisler,der
;–/-Ø
;2
geisel
.1.
›Fleischer, Dorffleischer, Kleinviehschlachter, Viehhändler‹.Nrddt./omd.
Syntagmen:
der g
. (Subj.) kaufen / verkaufen / reiten / ziehen
.Wortbildungen:
geislergeselle
Belegblock:
Joachim, Marienb. Tresslerb.
72, 20
(preuß.
, 1400
): 2 m. eynen geyszelers im gebite zur Brathean am zinse dirlassen an der mittewochen nach dem palmtage.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 384, 32
(preuß.
, 1422
): von den geyselergezellen, wenne de breve irer gebort sdder getugebreve irer handelung nemen under des rades sigille.
Ebd.
1, 473, 3
(preuß.
, 1427
): das die geisseler frei uff Sambland unde durch das gancze land reithen unde vorkouffen mogen.
Ebd.
1, 629, 38
(preuß.
, 1434
): das dy fleyscher und geyseler keyn fye uff den merkten betreten adir besprechen.
Ebd.
2, 222, 10
(preuß.
, 1440
): das dy geisseler adir fleischer frey, als wyt das land ist, mogen czien.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 216, 25
(omd.
, 1427
): baͤnnige leuthe [...] werden geleden uff den iarmarckten under der gestalt der vleisscher, die geisseler seyn genant.
2.
›sich geißelnder Büßer, Pilger, Geißler, Flagellant‹; zu
geiseln
.Wortbildungen:
geislerfart
Belegblock:
Wyss, Limb. Chron.
33, 22
(mfrk.
, Hs. 2. H. 16. Jh.
): hatten di geiseler den siden, daz si keinen wiben zusprachen in der geiselerfarte.
Thiele, Chron. Stolle
201, 16
(thür.
, 3. Dr. 15. Jh.
): do gingen dy geysselere. adir dy man hiss dy crucze brudere, unnd gingen an grossen scharen in den steten.
Chron. Nürnb.
3, 277, 18
(nobd.
, 1450
/80
): erstunde ein grosse menig volcks in deutzschen landen, gaysler mit gayseln, die knopff mit nadelen besteckt.
Chron. Strassb.
73, 2
(els.
, 1362
): in der vasten koment geischeler, die hettent sich gesament in Düschan und zuͦ Rome.
Ebd.
768, 13
: sus brohtent sü die lüte derzuͦ, das men den geischelern me gloubete denne den priestern.
Chron. Augsb.
1, 308, 9
(schwäb.
, E. 15. Jh.
): Anno 1349 jar giengen umb 400 gaisler.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
217, 15
(oobd.
, 1349
/50
): dô stuont ain volk auf, daz hiez man die gaislær, die sluogen sich mit gaiseln alsô nakent.
Maaler
165r
; Stieler
1, 637
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
126
; Schwäb. Wb.
3, 241
.