gefärig,
Adj.;
zu
mhd.
geværec
›heimlich, nachstellend, hinterlistig, feindselig‹
(
Lexer
1, 957
).
1.
›hinterlistig, feindselig, feindlich gesinnt‹.
Bedeutungsverwandte:
feind
,
gefär
(Adj.),
gefärde
(Adj.),
gefärlich
 1.

Belegblock:

Pfaff, Tristrant
65, 12
(
Augsb.
1498
):
Tristant hat dich gehoͤnet, ist deinen eren geferig, und buͦlet dein weib.
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
144, 35
(
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
ob der chünig von Ungern graf Yban wolt geferig sein, so solt im zu legen der von Österreich alz seinem dienner ain herre.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
51, 2
(
moobd.
,
1385
):
und wil auch nyeman dar umb nicht veint sein noch geverig.
Gierach, Märterb.
12088
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
waz wiltu der wünne, | die mir von Got perait ist, | daz du der so gevärig pist.
Schwäb. Wb.
6, 1988
.
2.
›gefährlich, Gefahr bringend‹.
Bedeutungsverwandte:
beissend
,
gefärlich
 2,
schlagend
,
2
schwer
 10.
Wortbildungen:
gefärigkeit
›Gefahr‹ (a. 1523).

Belegblock:

Winter, Nöst. Weist.
3, 487, 12
(
moobd.
, Hs.
E. 15. Jh.
):
kainer sol gevarig oder peissund viech oder hund, schlahund oder peissund ross oder stassund viech das den nachpaurn wissen ist behalten.
Ebd.
4, 5, 17
(
moobd.
,
A. 16. Jh.
):
ob ainer hiet ain gefarige kue in den derfern, ders waiß der soll nit dreiben zu der hert.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V.
12, 17
(o. O.
1532
):
das die gefenngnuss zu behalltung vnnd nit zu schwerer geferiger peynigung der gefangen sollenn gemacht vnnd zugericht sein.
Schwäb. Wb.
3, 158
.