gefänglich,
Adj.;
gefänglichen,
Adv.
›in der Art, Eigenschaft eines Gefangenen; als Gefangener, gefangen‹.
Urkunden, Rechtsschriften.
Bedeutungsverwandte:
gefangen
Syntagmen:
die gefängliche annemung / haft / verhaftung / verwarung / weise; jn. g. halten
›jn. gefangen halten‹, jn. g. einlegen / einziehen / nemen / setzen
›jn. gefangen nehmen‹.Belegblock:
Chron. Magdeb.
2, 120, 8
(nrddt.
, Hs. E. 16. Jh.
): hertzog Heinrich [...] ward mit seinem Sone gegen Cassel von dannen in die Vestung Ziegenhain geführet und alda gefenglich enthalten.
Ebd.
2, 180, 22
(nrddt.
, Hs. 1601
): darumb ist er vom Rathe gefenglich gesatzt wurden.
Aubin, Weist. Köln/Brühl
236, 16
(rib.
, Hs. 1630
): da einer von den lehnleuten [...] sich gröblich versündiget, so solle der erbkammerer diese auf den hofsgüteren angreifen und auf das haus Hemmerich gefänglich einziehen laßen.
Wunderlich, Fierrabr.
120, 21
(Simmern
1533
): darumb will ich euch gefengklich legen.
Ralegh. America
9, 22
(Frankf.
1599
): Ein anderer Hispanier / welcher auch gefaͤnglich auff vnser Schiff wardt gebracht / sagte.
Küther, UB Frauensee
376, 2
(thür.
, 1528
): Johann von Wytterßhausen, marschalck zu Herßfelt, Curdt Trubestein zu Sanct Jost hab gefencklich angenommen.
Ebd.
414, 5
(thür.
, 1540
): so soll der gefangenn in unnser der hertzogen nahmen so lange zum Sehe gefenglich enthalten [...] werden.
Göz. Leichabd.
225, 17
(Jena
1664
): Denn jhr kommt und spraͤcht / der Koͤnig in Aegypten habe ihn in gefaͤngliche Hafft genommen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr
412, 29
(osächs.
, 1523
/4
): So muß euch der amptman ine wider gefenglichen seczen.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
85, 157
(Zwickau
1536
): laßt sie nur gfenklich bald annemen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
509, 35
(nobd.
, n. 1525
): das man den gemelten Steffan von Menzingen söllte gefangklich annemen und verwarn.
Sachs
2, 15, 31
(Nürnb.
1530
): Ir schergen, nembt gefencklich an | Virginium, den mördersman.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 479, 8
(Nürnb.
1631
): Darumb der Koͤnig gefaͤnglich jhn nam, | Mit seinen Soldaten thet greifen an, | Die jn gebunden han fast vnd hart.
Chron. Augsb.
7, 199, 18
(schwäb.
, zu 1550
): hat der kaiser die drei lassen fahen und bewaren und also ain guͦte zeit gefencklichen behalten.
Ebd.
8, 26, 21
(schwäb.
, zu 1560
): Also haben sie das dienstmegdtlin auch gefengklich einzogen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 555, 22
(schwäb.
, 1600
): das gottslestern soll hiemit verbotten sein den heimbischen und frembden bei gefenglichem einlegen.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
684, 12
(halem.
, 1651
): im selbigen fahl mag gegen denselben mit gfenckliger einzeuchung [...] fürgefahren werden.
Lauater. Gespaͤnste
28v, 26
(Zürich
1578
): ließ ein Eersamer Radt die vier München gefengklich annemmen vnd verwaren.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
238, 4
(m/soobd.
, 16. Jh.
): wo die angesessen handwerker oder kramer ainen solchen störer dem richter anzeigen, soll er denselben gefanglich nemben.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
31, 13
(mslow. inseldt.
, 1534
): Auff śolch erkante Vrtail iśt Hans Stiml gefencklich angenomen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
218
(nwböhm.
, 1577
): Adam Schintler so Zu falcenaw gefenglich gehalten wirtt sej sein gesell geweßen.
Baumann, a. a. O.
399, 13
; 510, 10
; 521, 12
; 521, 15
; 569, 31
; Chron. Augsb.
4, 233, 11
; 7, 97, 5
; 222, 8
; 251, 10
; 8, 118, 9
; 411, 20
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 170
; Henisch
997
; Dietz, Wb. Luther
2, 37
; Bad. Wb.
2, 318
; Schwäb. Wb.
3, 154
; Schweiz. Id.
1, 861
; Rwb
3, 1411
.