gartenbruder,
der
;
–/-Ø
+ Uml.;
Herkunft des Bestimmungswortes in Bedeutung 2 umstritten, nicht nur Bezug zu
garten
(
der
) möglich, sondern auch zu
3
gart
(
Dwb
4, 1, 1, 1385
).
1.
›vagabundierender, bettelnder, herrenloser Landsknecht‹;
zu
3
gart
.

Belegblock:

Österley, Kirchhof. Wendunmuth
3, 112, 35
(
Frankf.
1602
):
Vor kurtzen jaren [...] kam ein gardenbruder oder wurstsamler im ampt Spangenberg vor eines bawren hauß, nicht daß er bettelt, sondern begert etwas mit ihm zu theilen.
2.
Bezeichnung für Wiedertäufer (die sich anfangs gern in abgeschlossenen Gärten versammelten).
Wortbildungen:
gartenbrüderei
(a. 1562).

Belegblock:

Chron. Augsb.
6, 38, 14
(
schwäb.
, zu
1527
):
Also kam ein reukauf in die gartenbrueder, und hets der schimpf gerauen, und weren gern herein gewesen.
Ebd.
6, 40, 1
:
ist ainer gewesen mitsambt den dreien, so in eisen gelegen sindt, die vor bezaichnet gewesen im ersten einlegen mit den gartenbruedern.
Ebd.
8, 182, 10
(
schwäb.
,
1562
):
Am dornstag [...] hat man ain ledige dochter und ain jungen gesellen sampt noch zwaien gartenbridern zur stat hinaus gefiert.
Dietz, Wb. Luther
2, 11
;
Schwäb. Wb.
3, 74
.