erzbube,
der
.
›schlimmer Verbrecher, Gauner, Bösewicht‹; in reformatorischer Polemik zur moralischen und kriminalisierenden Verketzerung des Gegners gebraucht;
zu
erz-
2,
bube
3.
Seit der 1. H. des 16. Jhs.
Bedeutungsverwandte:
bösewicht
,
erzdieb
,
erzketzer
,
erzschalk
; vgl.
angstbösewicht
,
gottesbösewicht
,
grundbösewicht
.
Wortbildungen:
erzbubenstük
(dazu bdv.:
tücke
).

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 99, 2
(o. O.
1521
):
Wir Luciper, [...], erzbub in allen landen, merer der sunden, alles unends und aller buberei.
Luther, WA
23, 281, 17
(
1527
):
Denn es stehet heiligen leuten ubel an, solch ertzbubenstuck und teuffelische tuͤcklin dem nehesten zu beweisen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
19, 11
(
nobd.
,
n. 1525
):
Doctor Karolstat speyt erst gift aus, [...], den halt ich fur ein erzbuben und erzketzer.
Maaler
119r
(
Zürich
1561
):
Ertzbuͦb / Ertzschalck (der) ein traͤffenlicher grosser ertzdieb.
Barack, Zim. Chron.
1, 117, 18
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Zu solchem wurden sie von dem römischen Antichristo und erzbuben Innocentio [...] verursacht.
Luther, WA
17, 2, 244, 22
;
18, 201, 11
;
23, 711, 9
;
Schottenloher, Flugschrr.
54, 14
;
88, 34
;
Schwäb. Wb.
2, 861
.