ersteigen,
V., unr. abl.
›einen vom Standpunkt des Sprechers höher gelegenen Ort erreichen; wo eindringen‹; auch: ›etw., das sich an einem höher gelegenen Ort befindet, erreichen, bekommen‹; überwiegend speziell: ›etw. (z. B. ein Schloss, eine Stadt) erobern, einnehmen‹; ütr.: ›etw. erreichen, gewinnen‹;
zu
er-
1, vgl. steigen
(V., unr. abl.) 1; 2.Bedeutungsverwandte:
bekommen
erlangen
erobern
erreichen
errennen
gewinnen
Syntagmen:
etw
. (z. B. den grafenstand / himmel / kirschbaum, die stat, den höchsten punkt, die mauern / schlösser
) e
., kirschen auf der jagd e., dem markgrafen das schlos e
.Belegblock:
Luther. Hl. Schrifft.
Jos. 6, 20
(Wittenb.
1545
): Vnd die mauren fielen vmb / Vnd das volck ersteig
[
steig aufMentel
1466: ]
die Stad. Peil, Rollenhagen. Froschm.
53, 289
(Magdeb.
1608
): Die [fruͤereiffe Kirsslein] schenck ich euch da in gemein. | Die hab ich auff der Jagt erstiegen
[›vom Baum gepflückt‹]
/ | Die abgefallen lassen liegen. Ebd.
511, 124
: Als ob der Feind jhr Schloß vnd Stedte / | Erstiegen vnd gewonnen hette.
Wyss, Limb. Chron.
55, 13
(mfrk.
, zu 1366
): da wart Lins uf dem Rine gewonnen, also daz si irstegen wart unde wart gare geplondert bit uf den grait.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
381, 3730
(Zwickau
um 1540
): Gyganten die sich trutzig masten an / | Den Hymel wolten sie erstigen han.
M. Cunitia. Ur. Prop.
149, 13
(Öls
1650
): biß sie
[die Sonne]
an dem Mittage den hoͤchsten Pnnckt [sic]
(den sie in ihrem uͤblichen Lauff / denselbigen Tag ersteigen kan) beruͤhret. Chron. Nürnb.
4, 336, 14
(nobd.
, 15. Jh.
): in dem jar Michahelis erstaig man die stat Elnpogen.
Ebd.
5, 595, 9
(E. 16.
/A. 16. Jh.
): da erstaigen die Gutenberger dem markgrafen Fridrich sein sloß Castel und zunten es an.
Bell, G. Hager
164, 3, 9
(nobd.
, 1601
): All Da erstich das volck gar freÿ, | jtter für sich, die mauren an dem orte.
Peil, a. a. O.
62, 591
; Wyss, a. a. O.
91, 17
; Thür. Chron.
23r, 1
; Schöpper
53a
; Schweiz. Id.
10, 1533
.