erschmecken,
auch
erschmacken,
V.
1.
›jn. / etw. riechen, wittern‹; tropisch: ›jn. / etw. ausfindig machen‹; ›die Vorteile e. S. erkennen‹; speziell: ›etw. vorkosten‹; vgl.
er-
5; 8.Bedeutungsverwandte:
vgl. anriechen
Belegblock:
Franz u. a., Qu. hess. Ref.
3, 12, 24
(hess.
, 1547
): Wer aber Christum liebet und erschmacken wird den unbegreiflichen nutz, [...], von dem wil ich hoffen, das er werde mit David singen.
Goedeke, Fischart. Flöh Haz
968
(Straßb.
1594
): Gedacht, wie ich weg möcht erraten | Zu gniessen des erschmackten braten.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 19, 3
(orhein.
1520
): es ist kein guͦter fruchtbarer fleck in tausent mil wegs wit, den dise wölf nit erschmecken.
hail. altvaͤter
70v, 4
(schwäb.
, E. 14. Jh.
): do sú [rinder] es erst erschmakten do wurden si als vnsinnig.
Koller, Ref. Siegmunds
347, 20
(Hs. ˹Augsb.
, um 1440
˺): den geitz den haben nü die herren und die stet erschmeckt und künnen nit ablassen.
Sachs
13, 340, 11
; Schweiz. Id.
9, 906
; Schwäb. Wb.
2, 840
.2.
›zu stinken beginnen, einen üblen Geruch verbreiten‹; vgl.
er-
3; 8.Phraseme:
jn. erschmecken wollen
›jn. durch Gestank umbringen wollen‹.Bedeutungsverwandte:
erstinken
verderben
verschemen
stinken
Belegblock:
Barack, Teufels Netz
13305
(Bodenseegeb.
, 1. H. 15. Jh.
): Ist das si das korn tuond versteken, | Das es verdirpt und verschempt
[Var. 1449:
ersmecket].
Wiessner, Wittenw. Ring
2020
(ohalem.
, 1400
/08
): Welt ıͤr uns dersteken | Derstenken und dersmeken | Und dar zuo mir die chunst ab lern?
Schwäb. Wb.
2, 840
.