ergetzung,
die
;
Ø/
–.
1.
›Gegenleistung; Entschädigung, Wiedergutmachung; Belohnung‹;
zu
ergetzen
 1.
Obd.; meist Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
abtrag
 3,
behulfenheit
,
belonung
 1; 3,
ersatzung
 1,
lon
 1,
trost
 4.
Syntagmen:
e. (von jm.) empfahen / erlangen, jm. e. tun / verheissen / zusagen
;
die e
. (Subj.)
jm. beschehen
;
die e. des schadens, der freundschaft / treue
.

Belegblock:

Baumann, Bauernkr. Rotenb.
546, 10
(
nobd.
,
n. 1525
):
verhofft, durch söliche predig lon oder ergetzung von der welt zu empfahen.
Kohler u. a., Peinl. GO Karls V.
12, 19
(o. O.
1532
):
damit derselbig gefangen beclagt seiner erlitten costen, schmehe vnd scheden dester ausstreglicher vnnd furderlicher ergetzung vnd abtrag erlangen möge.
Ebd.
20, 11
:
sollenn die dem, so allso wider Recht one die bewisen anzeigung gemartert were, seine schmach, schmertzen, Costen vnd schadenn der gepure ergezung zu thun schulldig sein.
Dietrich. Summaria
20r, 31
(
Nürnb.
1578
):
vnnd [Gott] verheisset trost vnd ergetzung der Seelen / in allerley creutz vnd leiden.
Leisi, Thurg. UB
7, 128, 1
(
halem.
,
1378
):
ze ergetzung der vorgedachten trúw und frúntschaft.
Hör, Urk. St. Veit
45, 26
(
moobd.
,
1333
):
ze ergetzung des schadens, den dazselb gotzhaus von vns vnd vnsern wegen hat genomen.
Mell u. a., Steir. Taid.
68, 23
(
m/soobd.
,
1596
, Hs.
1. H. 17. Jh.
):
daz aber er richter auch etwas mererer ergözung empfahe [...]
(hier: eine feste Besoldung).
Siegel u. a., Salzb. Taid.
156, 5
(
smoobd.
,
1585
):
soll demselben beschwärdten thail umb sein schaden und übereczen nach billicher erkantnuß ergeczung beschehen.
Chron. Nürnb.
3, 140, 14
;
5, 575,
Anm. 4;
Bernoulli, Basler Chron.
6, 205, 8
;
Rennefahrt, Gebiet Bern
519, 22
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
36, 19
;
37, 9
;
Rwb
3, 196
f.
Schweiz. Id.
2, 575
.
Vgl. ferner s. v.
befürdern
 1,
behulfenheit
.
2.
›Freude, Vergnügen‹; ›Befriedigung, Lustgewinn‹; metonymisch auch: ›etw., das Freude bereitet‹;
vgl.
ergetzen
 2; 3.
Bedeutungsverwandte:
belustigung
 1,
frölichkeit
,
1
lust
 2; vgl.
benügung
 2,
kurzweil
.
Gegensätze:
unterrichtung
.

Belegblock:

v. Ingen, Zesen. Rosenw.
10, 4
(
Hamb.
1642
):
viel lustige Erlen und Gestreuche den Augen eine sonderliche Ergoͤtzung erweckten.
Volkmar
308
(
Danzig
1596
):
Oblectamentum, ein belüstigung / ergetzung.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth
1, 5, 12
(
Frankf.
1583
):
solche gleichnus und fabeln richten nicht allein an [...] ergetzung und frölichkeit [...].
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 283, 3
(
Bautzen
1567
):
Du suͤsse ergetzung vnd fried allein.
Opitz. Poeterey
8, 33
(
Breslau
1624
):
gemeinet / es begehre kein Poete durch vnterrichtung / sondern alle bloß durch ergetzung sich angeneme zue machen
(hier steht die Unterscheidung von
docere
und
delectare
im Hintergrund).
Ebd.
12, 2
:
Es sehen aber die menschen nicht alleine die sachen gerne / welche an sich selber eine ergetzung haben; als schoͤne Wiesen / Berge [...].
Reichmann, Dietrich. Schrr.
140, 29
(
Nürnb.
1548
):
das man auff hoͤchzeyten froͤlichkeyt gepfleget [...] vnd sonst ehrliche ergetzung gesucht hat.
Strauch, Schürebrand
47, 16
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
[die kündigen dienstmegede] hant groszen lust und ergetzunge in dem tegelichen gewinne.
Karnein, de amore dt.
74, 25
(
moobd.
,
v. 1440
):
Seyt nẅ die lieb mit lieb nit ergeczung haben mag, so kumbt gewönlich zwischen die geliebten wainen vnd seüfftzen.
Vgl. ferner s. v.
anmutung
 3.