erdscholle,
die
,
auch
der
;
-n/-n
.
1.
›Brocken Erde, Erdklumpen‹; auch als Symbol für den Besitzwechsel eines Grundstücks.
Bedeutungsverwandte:
ackerscholle
 1,
grumpe
,
2
leim
; vgl.
erdknolle
,
leimscholle
.
Syntagmen:
die erdschollen nemen / aufheben
;
mit erdschollen werfen, sich unter e. verbergen
;
etw. um einer erdschollen [feil sein]
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
333, 2278
(
Magdeb.
1608
):
Warffen mit Knuͤtteln vnd mit Steinen / | Mit Erdschollen vnd hartem Leimen.
Bachmann u. a., Volksb.
251, 31
(
alem.
,
15. Jh.
):
„[...] Lieber kouffman, ist daz land feil?“ [...] Jhesus antwurtt im [...]: „Umb einer erdenschollen“. Der bruder greif zue der erden [...] und nam ein erdschollen von der erden und den bott er im.
Golius
44
(
Straßb.
1579
):
Gleba, Erd oder Ackerscholl.
Henisch
1760
(
Augsb.
1616
):
Grumpen / grumpeln / erdschollen / auffgeworffen erden [...].
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
215, 26
(
oobd.
,
1349
/
50
):
wenn diu jungen rephüendl sich fürhtent, daz man si vâhen well, sô hebent si die ertschollen auf mit irn füezen und verpergent sich dar under.
Mylius
F 1r
.
2.
als Schimpfwort gebraucht, um jemanden als grob, bäurisch abzuwerten.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
ackerscholle
 2,
1
ackertrappe
.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 110, 5
(
Bodenseegebiet
1517
):
Den haffner schmecht der grob erd scholl | Dauid den king veracht Michol.