erbauung,
die
;
schwache Belegung; erst im 17. Jh. stärker verbreitet.
1.
›Bewirtschaftung nutzbarer Flächen‹;
zu
erbauen
 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
bauung
 1,
besiz
 2,
besserung
 3.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
381, 6
(
Lübeck
1639
):
Ein Haushaltung muß in fuͤnff theil getheilet werden [...]. 2. auff erbawung der Feld vnd Gartenguͤter.
Rwb
3, 32
.
2.
›Erschließen, Anlegen eines Stollens‹;
zu
erbauen
 2.

Belegblock:

Weizsäcker, Graupn. Bergb.
183, 18
(
osächs.
,
1532
):
Das alle zechen [...], die kein steuer zu erbauunge des obgenanten erbstollens gegeben haben, [...] das neunde zu sturzen vorpflicht sein ßollen.
3.
›Aufbau, Konstruktion‹ (von sachlichen Bezugsgrößen); speziell: ›Errichtung eines Gebäudes‹; ütr.: ›Gründung, Stiftung (einer Institution, einer Gemeinschaft)‹; bei Luther (auf der Basis von Paulus und Augustinus) speziell bezogen auf die Kirche als Gemeinschaft der wahren Christen;
vgl.
erbauen
 3; 4.
Bedeutungsverwandte:
ankunft
 5,
aufnemen
 5 (subst.).
Gegensätze:
zerstörung
.

Belegblock:

Luther, WA
22, 170, 27
(
1544
):
Diese [so der Kirchen furstehen] vermanet S. Paulus, wie ein jeder in seinem Ampt seiner gaben, so er hat, sol brauchen zu nutz der anderen und damit dienen zur einigkeit und erbawung der Kirchen.
Ebd.
22, 407, 19
:
und [Paulus] zeigt, worin der rechten Kirchen Christi erbawung und auffnemen stehe.
Ebd.
47, 420, 16
(
1537
):
thun nichts, das gereichen moͤchte zu erbawung des volcks gottes, sondern alles zur Zerstoͤrung desselben.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
4, 7
(
Frankf./M.
1563
):
Es seind zu der erbawung der Kirchen Christi drey ding von noͤten [...].
v. Keller, Ayrer. Dramen
576, 1
(
Nürnb.
1618
):
histori von erbauung vnd ankunfft der stadt vnd stiffts bamberg.
Memminger Chron. Beschr.
2, 19
(
Ulm
1660
):
Dieses seyn nun die vornehmbste Mutmassungen von der Erbawung vnd dem Nahmen disser Stadt.
Rwb
3, 32
;
Öst. Wb.
2, 734
.
4.
›Erbauung, Trost, moralische Unterstützung‹; auch: ›Aufbau einer Haltung, Lebensweise‹;
vgl.
erbauen
 5.
Bedeutungsverwandte:
erbaunis
,
nuzbarkeit
 3; vgl.
auferbauung
 1.

Belegblock:

Perez, Dietzin
1, 323, 27
(
Frankf.
1626
):
also werden auch vnser innerliche Glieder vnd alles Fleisch durch die vbermaͤssige Befeuchtigung des Weins zur Geystlichen Erbawung gantz vnduͤchtig gemacht.
Opitz. Poeterey
7, 28
(
Breslau
1624
):
so haben weise Maͤnner / was sie zue erbawung der Gottesfurcht / gutter sitten vnd wandels erfunden / in reime vnd fabeln [...] verbergen mussen.
Wolf, Norm im sp. Ma.
55, 64
(
schwäb.
,
15.
/
16. Jh.
):
ich mane und uermanen die selben brüder, das si in der predigunge, die si thund, sind ,überhort und küsche‘ ir rede zuͦ notcbarkait und erbauung des uolckes.
Schweiz. Id.
4, 1959
;
Schwäb. Wb.
2, 755
.