empfinden,
das
;
Schreibvarianten des Präfixes wie bei
empfinden
(V.).
›Wahrnehmung, seelisches Erleben‹; auch: ›Wahrnehmungsvermögen, Wahrnehmungsfähigkeit‹;
vgl.
empfinden
(V.) 1; 2.
Texte religiösen Inhalts, gehäuft der Mystik, in letzterem Falle wobd.
Bedeutungsverwandte:
beschäude
 1; 2; vgl.
empfindlichkeit
 1,
empfindnis
 1; 2,
empfindung
 1; 2,
gedank
 3,
geschmak
(
der
) 4,
herz
(
das
) 5.
Gegensätze:
geist
 3,
1
glaube
 1.

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 2, 223, 18
(
1526
):
Da hebt sich denn ein kampff, das das entpfinden her streytet wider den gaist und glauben, der gaist und glaube wider das entpfinden.
Jostes, Eckhart
1, 29
(
14. Jh.
):
alz si [di gotheit] sein emphahen mach: dem stein daz wesen, dem paum daz wazzen, dem vich daz enphinden, dem engel di redlicheit, dem menschen di vier natur alle.
Ebd.
66, 29
:
wir sullen in [got] erkennen in eim enphinden.
Eichler, Ruusbr. steen
782
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
Wenne vsser vnserm oͤbersten entfinden schinet die clorheit gottes in vns.
Schmidt, Rud. v. Biberach
60, 9
(
whalem.
,
1345
/
60
):
der contemplierer mvͦs [...] in dem gesmachlichen enphindenne der wurchlichen beschoͮde [...] got bekennen.
Ruh, Bonaventura
327, 33
(
oschwäb.
,
2. V. 15. Jh.
):
diser weg hebt sich an am stüpffel der gewissen vnd endet sich in enpfinden gaistlich froyd.
Vgl. ferner s. v.
1
acht
 8.