eitel,
Adj.;
in attributivem Gebrauch häufig unflektiert (siehe dazu auch Dwb, Neub.
f.). – Eng vernetztes Bedeutungsfeld mit fließenden Übergängen: 1 Grundbedeutung; 2-5 tropisch; 6-8 mit Tendenz zur Mengenbezeichnung und zum Gradadverb.7, 1186
1.
›leer, bar, ledig‹ (räumlich, häufig von Gefäßen, Hohlkörpern u. Ä., auch bildlich); speziell von Lebewesen auch: ›unfruchtbar‹; in der Mystik von Personen: ›frei, losgelöst (von aller Weltverhaftung)‹; damit: ›empfänglich (für Gott)‹.Phraseme:
jn. e. sein lassen
›jn. leer ausgehen lassen‹.Bedeutungsverwandte:
blos
hol
ledig
ler
öde
unfruchtbar
wan
wüst
arm
Gegensätze:
vol
Syntagmen:
j. / etw
. (Subj., z. B. der mage, die erde
) e. sein / werden
; etw. e. finden / machen
; ein eiteles fas, eitele küe
.Wortbildungen:
eitelsein
das
), eitling
flächling
Belegblock:
Reissenberger, Väterb.
24673
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Der an tugenden bin ein wiht | Und vil gar ein itel vaz.
Quint, Eckharts Pred.
2, 124, 4
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): wære ich îtel und hæte ein inviuric minne und glîcheit, ich züge got alzemâle in mich.
Quint, Eckharts Trakt.
29, 11
(E. 13.
/A. 14. Jh.
): Blôz, arm, nicht-hân, îtel-sîn wandelt die natûre; îtel machet wazzer ze berge ûfklimmen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
1, 2
(thür.
, 1421
): In dem anbegynne schuf got hymmel unde erden. Die erde war eitel unde nicht wan wasser dor uffe.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1289,
Anm. 3 (mosfrk.
, 1532
): [unser gn.] mag holen idel
[›unfruchtbare‹]
kuhe und hornlos ochsen [...], daß [...] den armen kindern die milch nicht genommen werde. Voc. Teut.-Lat.
g jr
(Nürnb.
1482
): Eytelmachen außleren aufborē swachmachē zerstorn̄.
Vetter, Pred. Taulers
10, 3
(els.
, E. 14. Jh.
): welich ding enpfohen sol, das muͦs itel, lidig und wan sin.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 200, 4
(Straßb.
1466
): Die hungerigen die erfúllt er mit guͦten dingen: vnd die reichen ließ er eitel
[Var. 1476:
vnnitz;
leerLuther
1545, Lk. 1, 53: ].
Plant u. a., Main. Naturl.
297rb, 5
(ohalem.
, Hs. E. 14. Jh.
): danach en sol man nit zestunt essen biz d‘ mage itel werde.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
249, 14
(oobd.
, 1349
/50
): Concha [...] haizt ain snek und ist ze däutsch [...] ain flächlink oder ain eitlink, wan sô der môn abnimt, sô werdent ir schaln flach oder hol und eitel.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
455, 6
; Quint, Eckharts Trakt.
28, 5
; Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
10286
; Pfeiffer, a. a. O.
111, 9
; 249, 9
; Voc. Teut.-Lat.
g jv
; Schöpper
44a
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
185
.‒
Vgl. ferner s. v. eitel
(das
) 1.2.
›nichtig, nutzlos; wertlos, sinnlos; überflüssig‹ (häufig von abstrakten Bezugsgrößen); auch speziell: ›müßig, untätig‹; ›vergeblich, unbrauchbar‹; ›unsinnig‹; vom christlichen Standpunkt aus: ›vergänglich, oberflächlich, unbeständig‹; als Ütr. anschließbar an 1; offen zu 3; 4.Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
abweisig
blos
hirnlos
ler
müssig
nichtig
schnöde
unfruchtbar
ungeordnet
unnütze
wind
ledig
leichtfertig
Gegensätze:
ernstlich
nötig
nüzlich
Syntagmen:
etw
. (Subj., z. B. die art / kunst / philosophie, die anschläge / gedanken
) e. sein, e. in jm. sein
; j. e. stehen
; der eitele mensch / rauch / wandel, das eitele leben / geschwäz / glük, eitele affenheiten / dinge / gedanken
.Belegblock:
Luther. Hl. Schrifft.
Pred. 1, 2
(Wittenb.
1545
): ES ist alles gantz Eitel
[
vppigMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
ydelheit;
ytelkeitFroschauer
1530 / Eck
1537: ]
/ sprach der Prediger. Reissenberger, Väterb.
21024
(md.
, Hs. 14. Jh.
): [Ein guter vater] hete sich genumen an | [...] daz er nie | Itele gedanken lie | [...] bi im sin.
Steer, Schol. Gnadenl. 3, O
1
, 228
(rhfrk.
, 1375
): die gnade gotis waz nit itel in mir.
Schönbach, Adt. Pred.
8, 11
(osächs.
, 1. H. 14. Jh.
): du ensolt uͦch nicht itelichen lachen.
Voc. Teut.-Lat.
g jr
(Nürnb.
1482
): Eyteler hirnloser. vnnutzer.
Franck, Klagbr.
232, 30
(˹wohl Nürnb.
˺ 1529
): diser reich [...] wirt bald [...] wie ein eitler rauch verschwindend.
Vetter, Pred. Taulers
29, 24
(els.
, E. 14. Jh.
): tete der mensche [...] alle die guͦten werg die alle die welt ie getet, er stet noch dan alzuͦmole muͤssig und itel.
Ebd.
394, 9
: das sú [lúte] weinent umb ire itele ungeordent leben.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 56, 18/19
(halem.
, n. 1529
): So gar itel sind in der hand Gots des itelen menschens gedanken und anschlaͤg.
Heydn. maister
3r, 20
(Augsb.
1490
): das sein philosopheÿ vnd kunst eÿtel vnd vnfruchtbar waͤre.
Luther. a. a. O. Jes.
41, 29
; 1. Kor. 15, 17
; Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
7, 18
; 8, 33
; Reichmann, Dietrich. Schrr.
187, 13
; Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 411, 28
; Bauer, Imitatio Haller
69, 22
; Maaler
128r
; Henisch
867
f.; Rwb
2, 1510
.‒
Vgl. ferner s. v. abweisig
2, affenheit
1, auswendig
12, befinden
(V.) 13, begschierer
.3.
›falsch, unwahr; trügerisch‹ (von Abstraktgegebenheiten, Bewertungsurteilen); auch: ›(mit leeren, falschen Versprechungen) lockend, (auf)reizend‹; offen zu 4.Bedeutungsverwandte:
äusserlich
böse
falsch
geschminkt
lügenhaft
üppig
wollüstig
irrig
Syntagmen:
die eitele gerechtigkeit / freude / heuchelei / hofnung / list / sicherheit / wollüstigkeit, eitele freuden
.Belegblock:
Luther, WA
35, 416, 1
(1524
): Sie leren eyttel falsche list.
Ebd.
41, 147, 12
(1535
): das ist noch eitel heuchley und nur eusserliche froͤmigkeit, durch das Gesetz erzwungen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
579, 2308
(Magdeb.
1608
): Bessr ist Fried mit beschwerligkeit / | Denn Krieg mit eitl Gerechtigkeit.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
7, 70
(nürnb.
, 1. H. 15. Jh.
): wenn sie durch sulch eytel und poße wollustikeit verdinen und komen in unaußsprechlich peynigung.
Ebd.
11, 23
: der grymmig tod [...] gibt den eyteln und falschen frewden also ende.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
171
; Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
47, 6
; Voc. Teut.-Lat.
g jr
; Schöpper
23b
; Schweiz. Id.
1, 602
.‒
Vgl. ferner s. v. alchimist
.4.
›(gottvergessen) selbstbezogen, eigennützig‹ (bewertend von Personen und ihrem Handeln); im Einzelnen auch: ›selbstüberheblich, anmaßend‹; ›lustbezogen, zügellos; den Leidenschaften folgend‹.Phraseme:
eitel(e)
(auch: eitelliche
) ere
›Ehrsucht, Ruhmsucht‹.Bedeutungsverwandte:
hochfärtig
irrig
ler
lustig
schändlich
üppig
vermaledeit
weltlich
Gegensätze:
dankbarlich
gerecht
götlich
heilig
notdürftig
vernünftig
Wortbildungen:
eitel|ere
hoffart
Belegblock:
Luther, WA
47, 402, 30
(1537
): Dieses sind Filii kenodoxiae, die von dem schonen freulein Eittelehre gezeuget werden.
Ebd.
49, 562, 33
(1544
): Die schentliche, vermaledeite, eitel ehre ist des Bapsts mutter.
Ebd.
51, 387, 18
(1540
): ,Wer da gibt, der gebe einfeltiglich‘, das ist, mit einfeltigem hertzen, nicht umb eitel ehre willen.
Reissenberger, Väterb.
5687
(md.
, Hs. 14. Jh.
): Hiez er [...] | [...] vlizeclichen sich bewarn | Vor itelichen eren, | Die groze lute ouch seren.
Gille u. a., M. Beheim
82, 602
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): Des kains seiner
[Christi]
werk oder wart | wer eitel, sunder alles nart, | greht, hailg, gotlich, vernunfftig. Voc. Teut.-Lat.
g jr
(Nürnb.
1482
): Eytelere od’ hoffart. zenodoxia.
Vetter, Pred. Taulers
196, 16
(els.
, 1359
): Ein mensche der sinne hette, der moͤchte an im selber bruͤfen itale weltliche herzen.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
2, 61, 67
(schwäb.
, 1471
): Gottes gnad empfach nit eytelich.
Wolf, Norm im sp. Ma.
58, 72
(oobd.
, 1486
): das sich dye bruͤder hutten von aller hochfart, eitler eer, neid, geiczs, sorg vnd sorgueltigkeit diser welt.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
153b
(moobd.
, A. 15. Jh.
): ob ain phaff wold als ain pischoff geeret sein oder ain pischof als der pabst, die sind ped eytel vnd hochuertig.
Drescher, Hartlieb. Caes.
139, 3
(moobd.
, 1456
/67
): Ich waͤn genuͦg wol das derselbe pruͦder nicht on eytel lob die selben sehung dem abpt gesagt hab.
Sexauer, Schrr. in Kart.
272, 27
(nöst.
, v. 1450
): daz nit gedacht werd was eytel oder lustig / denn allain was nötdurft sey.
Quint, Eckharts Trakt.
213, 3
; Vetter, a. a. O.
207, 26
; Voc. Teut.-Lat.
g jr
.‒
Vgl. ferner s. v. ausrede
3, begierlichkeit
2.5.
›rein, (in sich) unvermischt; unverfälscht‹; speziell von Geldstücken auch: ›gültig, echt, das volle Gewicht, den vollen Wert habend‹; offen zu 6; 7; 8.Bedeutungsverwandte:
lauter
unvermischt
klar
Gegensätze:
gemischt
Syntagmen:
der eitele friede / wein, die eitele güte / latwerge / münze / warheit, das eitele eierklar / silber, eitele haller
.Belegblock:
Lappenberg, Fleming. Ged.
275, 59
(1635
): Sein Gebeinlein soll hienieden | um sich haben eitel Frieden.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
190, 2
(Nürnb.
1548
): Die wege des Herren / sind eytel guͦte vnd warheyt.
Harsdoerffer. Trichter
2, 131, 16
(Nürnb.
1648
): Eitel / lauter unvermischt.
Roder, Hugs Vill. Chron.
190, 8
(önalem.
, 1529
): in der gantzen statt warf man gelt uß, itel muntz, och etlich kronen in golde
(anlässlich des Besuchs von
kay. may.).
Chron. Augsb.
1, 152,
Anm. 1 (schwäb.
, 1370
): 800 ℔ haller eyteller haller haben wir geben den juden von dem hertzogen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
353, 23
(oobd.
, 1349
/50
): ez sprechent auch etleich, daz gemischter wein mêr trunken mach wan ungemischter, [...], aber diu trunkenhait wert niht sô lang sam von eitelm wein.
Alberus, Barf.
96, 6
; Stopp, Kochbuch S. Welserin
99, 3
; Henisch
867
; Rwb
2, 1510
.‒
Vgl. ferner s. v. almei
.6.
›lauter, allerhand, viel; alle miteinander‹; Einheitlichkeit kennzeichnend; offen zu 7.Bedeutungsverwandte:
vgl. lauter
Syntagmen:
die eitelen armbrustschützen / buben / burger / hauptleute / heuchler / huren / kranken / teufel / tupfen / tyrannen / werke
.Belegblock:
Knape, Messerschmidt. Bris.
2, 74
(Frankf./M.
1559
): das sind eitel werck / so der barmhertzigkeit / bruͤderlicher liebe / vnd demut zu geeignet werden.
Ebd.
35, 55
: An den farben was er [Crocodill] oben auff [...] gantz gruͤn vnnd gelb vnder einander vermischt / mit eyttel tupffen / handtbreit.
Chron. Nürnb.
4, 192, 1
(nobd.
, 15. Jh.
): dar innen saßen eitel krancke und prechenhaftig menschen.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
541, 3
(nobd.
, n. 1525
): deßgleychen die fursten, der pund und sonderlich der marggraf sein eytel tewfel, buben, tyrannen und nit christenmenschen.
Ders., Bauernkr. Oberschw.
142, 10
(schwäb.
, v. 1542
): wurden [...] umb die 40 personen gefangen, eytel burger daselbst, wasen ach wudertaufer.
Chron. Nürnb.
2, 486, 3
; Reichmann, Dietrich. Schrr.
239, 23
; Roloff, Brant. Tsp.
2111
; Chron. Augsb.
8, 326, 20
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
185
; Schweiz. Id.
1, 602
; Schwäb. Wb.
2, 682
f.7.
›ausschließlich, allein, bloß, nur; nichts als‹; Ausschließlichkeit kennzeichnend.Bedeutungsverwandte:
allein
nur
lauter
Syntagmen:
der eitele käse / narrentand / zorn, die eitele büberei / freude, das eitele ˹begeren / erfüllen / lachen / liebhaben / senen
˺ (jeweils subst.), brot / eisen / fusvolk / sand, eitele christen / heiden / liebschläge / männer / schiffe, e. berg und tal
.Wortbildungen:
eitelig
Belegblock:
Luther, WA
12, 94, 18
(1523
): Wyr sehen yhe fur augen, das Gott teglich, nicht eyttel menner, sondern auch weyber schaffet.
Ebd.
18, 152, 33
(1525
): die Ebreische sprache hat keyn Das sondern eytel Der und Die.
Ebd.
22, 158, 15
(1544
): welcher uber sechs mal hundert tausent gezalt wurden an eitel erwachsenen Manspersonen, on jre Weibern.
Ders. Hl. Schrifft.
Spr. 15, 2
(Wittenb.
1545
): Der Narren mund speiet eitel
[
nichts dannFroschauer
1530: ]
narrheit. Peil, Rollenhagen. Froschm.
181, 4198
(Magdeb.
1608
): Darumb der Alchymisten rott / | Offtmals nicht hett das eytel broth.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
85, 12
(omd.
, n. 1474
): die stad [Basel] ist ittel berg vnd tal.
Böhme, Morg.R.
148, 7
(Hs. ˹schles.
, 1612
˺): ist nichts dan eitel lachen und freude / eitel lieb-haben.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 316, 5
(nobd.
, um 1428
): Darein gehoͤren zweinzig morgen veldes, der sind syben morgen eytel sant.
Anderson u. a., Flugschrr.
14, 13, 23
(Straßb.
1524
): Deñ in jnen ist nichts / dann eytel buͤberey / vnd eygennütziger genoß.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 104, 27
(Hagenau
1534
): so yemandt sihet zwey mit eynander schertzen / die sich liebhaben / so sagt man / es sind eyttel liebschlege.
Bächtold, N. Manuel. Bic.
25, 15
(Bern
um 1590
): mit iteligen huͦren | wölt ich üch allsampt bestan.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
136
(Genf
1636
): eitel Kaͤß essen ist nicht gut.
Chron. Magdeb.
2, 40, 6
; Böhme, a. a. O.
151, 9
; Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 326, 6
; Chron. Strassb.
331, 6
; Müller, Welthandelsbr.
259, 32
; Henisch
868
; Pfälz. Wb.
2, 863
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
185
; Schweiz. Id.
1, 602
; Schwäb. Wb.
2, 682
; Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 163
.‒
Vgl. ferner s. v. abwetzen
1.8.
›alles‹; häufig als Gradadv. vor Adj.: ›gänzlich, vollständig; vollkommen, ganz und gar‹; Vollständigkeit und Intensität kennzeichnend.Phraseme:
bei eiteler
(auch: eiteliger / eitellicher
) nacht
›in stockfinsterer Nacht‹.Bedeutungsverwandte:
durchaus
lauter
Syntagmen:
j. e. neu / weltlich sein / werden, etw
. (Subj.) e. aussaz / blut, e. fein / gulden / lieblich / rein / rot / weis sein
; e. gut auserwälte männer
.Wortbildungen:
eitelliche
eitelig
ganz
merklich
eitelvöllig
sat
Belegblock:
Luther, WA
32, 456, 5
(1532
): da der geitz so durch und durch regiret, das es eitel aussatz ist von geitz unter Adel, Baur, Buͤrger.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
130, 17
(rhfrk.
, um 1435
): der [man] hat ein ouge das was ytel wyß.
Sachs
2, 416, 7
(Nürnb.
1529
): Bey eytler nacht man lerman schlug.
Ebd.
15, 141, 26
(1562
): Da wurd das wasser eytel blut, | Und starben alle fische gut.
Koller, Ref. Siegmunds
244, 4
(Hs. um 1474
): der mensch solt sich reinigen von allen sunden, das er eytel new werde.
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 113, 13
(whalem.
, 1484
): ein casten was itel gúlden.
Maaler
128r
(Zürich
1561
): Eyteliche. Soliditas.
Ebd.
343r
: Satt / Eyteluoͤllig. Solidus.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin
1, 53, 10
(schwäb.
, 1471
): Ain plömlin zart und eytel vein.
Barack, Zim. Chron.
4, 291, 34
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): Wie man dann bei eiteliger nacht one liechter für die statt hinauss ritt.
Henisch
867
(Augsb.
1616
): Eitel ist bißweilen ein fuͤllend wort / so die red vollkommen macht / bedeut so vil / als durch auß.
Klein, Oswald
61, 24
(oobd.
, 1417
): Ir zarter leib nie mailes pein | verschart; zucht, tugent eitel rain.
Luther, WA
41, 531, 9
; Koller, a. a. O.
212, 9
; Chron. Augsb.
2, 277, 18
; Schlosser, H. v. Sachsenh.
463
; Baumann, Bauernkr. Oberschw.
31, 19
; Henisch
867
; Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
185
; Schweiz. Id.
1, 602
; Schwäb. Wb.
2, 683
; Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 90
.