einfart,
die
;-Ø/-en
;einfärt
.1.
›das Betreten, Befahren einer örtlichen, räumlichen Gegebenheit (z. B. eines Feldes, Waldes); zweckgerichteter Zugang zu einem Ort‹; damit in rechtlichen Kontexten speziell verbunden: ›das (abgabenpflichtige) Recht, ein fremdes Grundstück zu betreten bzw. zu durchfahren‹; metonymisch auch: ›Einfuhrgebühr‹; vgl.
einfaren
1.Überwiegend oobd.; Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
auffart
antrit
aufrit
gang
Gegensätze:
ausfart
Belegblock:
Winter, Nöst. Weist.
4, 282, 21
(moobd.
, A. 16. Jh.
): er sol aber kainen nachpaurn irrn weder an seiner infart
[hier: ›Zugang zum freien Markt‹]
noch an der ausfart. Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
12, 20
(m/soobd.
, 2. H. 16. Jh.
): Ausfart und einfart solle ainer dem andern [...] passiern lassen und nit verwöhren.
Ebd.
37, 19
(1508
): Es sol auch dhainer dem andern dhaines schadens nicht zuesehen, es sei von wilden waidleutn auffart, infart
(hier: ›Eindringen von Unberechtigten auf das Weideland‹).
Ebd.
48, 36
(15. Jh.
): wer der wär, der sich underwunt aker [...] zeun, rain, wisen, aussfart oder infart, der wär meinem herrn vervallen leib und gut.
Ebd.
258, 26
(1629
, Hs. 1862
): ein- oder außfart über die felter.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
226, 22
; Hör, Urk. St. Veit
112, 34
; Rwb
2, 1377
.2.
›(mit einem Tor gesicherte) Einfahrt, Zufahrt zu einem Grundstück, Haus, Hof‹; ütr.: ›Zugang zum Himmelreich‹; vgl.
einfaren
1.Gehäuft oschwäb. / oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 2
anker
bauweg
pforte
tor
das
) 3.Gegensätze:
ausfart
Belegblock:
Froning, Alsf. Passionssp.
4495
(ohess.
, 1501ff.
): wirt eß an das alder gespart, | so vorsymen mer des hymmels infart!
Rauwolf. Raiß
26, 12
([Lauingen
] 1582
): Gegen den strassen habens nit / wie in vnseren Landen / so hohe grosse Thoͤrer vnd weite einfarten.
Dirr, Münchner Stadtr.
355, 4
(moobd.
, 1340
): Swer ze chlagen hat umb maurstet oder umb maur an haeusern [...] umb
[›bezüglich der Lage von‹]
einfert, umb liecht, umb went [...]. Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 3442, 22
(moobd.
, 1451
): die einfart und das tar, der hof, der prunn [...].
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 536, 40
(moobd.
, 1483
): [Die Hofstatt]
stoͤsst hindten mit der einfart auf die hindter Swaͤbinger gassen.‒
Vgl. ferner s. v. ausfart
2.