ein-,
Präfix;
die Verbindungen von ein-
und Verb werden durchgängig als trennbare Präfixverben angesehen; meist liegen deverbale Bildungen vor; vgl. Dwb, Neub.
ff.; deutlich vorherrschend sind Bildungen, in denen 7, 479
ein-
richtungs- bzw. zielbestimmend im Sinne von ›hinein‹ ist (1-3); daneben bezeichnen ein-
Bildungen Vorgänge des Umschließens (4), wirken lagebestimmend (5), charakterisieren Vorgänge des Verringerns bzw. Zerstörens (6) sowie des Übergangs in einen anderen Zustand, darunter speziell dessen Eintreten oder Beginn (7); wenige Bildungen können als Intensivierung des Basisverbs aufgefasst werden (8); die hier vorgenommenen Zuordnungen bzw. Gruppierungen zeigen semantische Grundtendenzen auf, die zur Beschreibung der je spezifischen Semantik der Wortbildungen als sprachliche Einheiten beitragen, sie aber in erster Linie schematisch abstrahierend erfassen; aufgrund des großen reihenbildenden Potentials des Präfixes werden hier nur weniger frequente, vorrangig monoseme Wortbildungen in Auswahl dokumentiert; zu frequenteren bzw. polysemen Wortbildungen mit ein-
vgl. jeweils die entsprechenden Artikel; die diphthongierte Form
verbleibende Zweifelsfälle wurden zugunsten der Belegdokumentation teilweise aufgenommen.ein-
für mhd.
în-
setzt sich schriftsprachlich im 16. Jh. durch, kurzvokalisches, nicht diphthongiertes in-
bleibt vor allem im Alem., Wmd., Teilen des Omd. und im Nd.
erhalten (Dwb, Neub.
); da 7, 481
ein-
auch für mhd.
in-
und inne-
erscheinen kann, liegen teils Parallelbildungen vor (z. B. einwoner
u. inwoner
, einsitzen
u. innesitzen
; vgl. Pfeifer
); 2000, 268
1.
›wo hin, hinein, herein, nach innen‹; in Bildungen, die im weitesten Sinne das Bewegen, Verbringen, Befördern eines Objekts an einen Ort, in eine räumliche bzw. als räumlich gedachte Bezugsgröße hinein bezeichnen; teils Bildungen mit effiziertem Obj. (z. B. einbrennen
1); teils offen zu 8.Wortbildungen:
einatmen
ı̄nspı̄rāre
wiedergebend), einbeissen
einbrennen
einflechten
einflözen
einfurieren
eingraben
einhüllen
einkäuen
einkeilen
ein|
1
ladeneinleben
einlosieren
einsäen
einsäugen
einschieben
einschiessen
einschlingen
einsprengen
einstechen
einstecken
eintränken
einzeichnen
Belegblock:
Zu
einatmen
: Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 49, 4
(Straßb.
1466
): der herre got bildet einen menschen von lietiger erd · vnd inetempt
[Var. 1475
eyngaißte oder einbließ2
–1480: ;
blies [...] einLuther
1545, 1. Mose 2, 7: ]
an sein antlitz die ettung des lebens · vnd der mensch wart gemacht in ein lebendig sele.Zu
einbeissen
: Ermisch u. a., Haush. Vorw.
217, 19
(osächs.
, 1570
/7
): nimb die eingebeiste zweigli und steck die hin und wieder zu felde oder gehölz, wo gewönlich hasen seind
(um sie anzulocken).Zu
einbrennen
1: Henisch
842
(Augsb.
1616
): Einbrennen / inurere. Einbrennt / darinn gebrennt / inustus. Eingebrent werck / geschmeltzte arbeit.
Zu
einflechten
: Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 20, 15
(Straßb.
1466
): Iob der do ist ein ebenbilder der gedult weliche meinstu sein verborgne sacrament die er nicht ein flichtet in sein rede?
Luther, WA
17, 1, 211, 26
.Zu
einflözen
: Luther, WA
23, 548, 32
(1527
): Dem Josua kan Gott den geist kaum mit eintzelen troͤpfflin einfloͤtzen und diese sauffen yhn mit gantzen eymer vol ynn sich.
Zu
einfurieren
: Chron. Augsb.
8, 194, 6
(schwäb.
, zu 1562
): [
hertzog Albrecht von Bayrn und sein Anhang]
seind in des Caspar Saylers [...], des herren apts von s. Ulrich und herr Ulrich Fuggers heuser einfuriert worden.Zu
eingraben
1: Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
430, 35
(oobd.
, 1349
/50
): an dem end der red von den stainen setzt daz puoch der gar alten maister sin von den stainen, dâ tier eingegraben sint oder dar auf erhaben sint mangerlai form.
Zu
einhüllen
: Luther, WA
47, 149, 11
(1538
): Aber sein opffer ist bloss, und nicht eingehullet in den glauben, welcher allein einen gnedigen Gott machet.
Zu
einkäuen / einkeilen
: Luther, WA
51, 239, 23
(1534
): Jch muß jmer solch unterscheid dieser zweier Reich einbläuen und einkewen, eintreiben und einkeilen.
Ebd.
52, 60, 13
.‒
Vgl. ferner s. v. einstreichen
1.Zu
ein|
: 1
laden Dict. Germ.-Gall.-Lat.
133
(Genf
1636
): einladen / Embarquer, mettre dans vn vaisseau.
Zu
einleben
: Luther, WA
50, 565, 29
(1539
): Es war den Juͤden Moses Gesetz (so zu reden) angeborn, eingeborn, eingeseuget, eingeleibet und eingelebet von jugent auff, das es fast jr natur worden war, wie S. Paulus Gal. 2. spricht: ,wir sind von Natur Juͤden‘ (das ist) Mosisch geborn.
Zu
einlosieren
: Chron. Augsb.
7, 377, 18
(schwäb.
, zu 1559
): Albrecht graf zuͤ Mannsfeldt, ist [...] bei der frauen von Rappenstain einglosiert worden.
Zu
einsäen
: Strauch, Schürebrand
12, 4
(els.
, E. 14. Jh.
): wo er weis ein ernsthaft erber behuͦtsam leben [...], do seget der túfel gar gerne sin unkrut in.
Zu
einsäugen
: Luther, WA
50, 565, 29
(1539
): Es war den Juͤden Moses Gesetz (so zu reden) angeborn, eingeborn, eingeseuget, eingeleibet und eingelebet von jugent auff, das es fast jr natur worden war, wie S. Paulus Gal. 2. spricht: ,wir sind von Natur Juͤden‘ (das ist) Mosisch geborn.
Zu
einschieben
: Keil, Peter v. Ulm
243
(nobd.
, 1453
/4
): Wem der darm auß dem leib get, Der nem roßenöl vnd netz dor jnne pawmwollen vnd scheub den darm domit wider ein.
Zu
einschiessen
1: Dasypodius
81r
(Straßb.
1536
): Infurnibulu͂, Ein brotschüssel / beckerschaufel / da mit man das brot inscheüßt.
Zu
einschlingen
: Peil, Rollenhagen. Froschm.
593, 2779
(Magdeb.
1608
): Koͤnnen wir mit den Fischen machen / | Ein besondern bund in den sachen / | Das sie all Meuß schleunig einschlingen / | Die wir zu jhn ins Wasser zwingen.
Zu
einsprengen
1: Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2354
(oobd.
, 1607
/11
): Ein fläschlin von glaß und allerley schönen eingesprengten farben.
Zu
einstechen
1: Gille u. a., M. Beheim
84, 118
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): daz sper das sein hailgen | seitn ein gestochen wart.
Zu
einstecken
: Anderson u. a., Flugschrr.
26, 6, 27
(o. O. [1522
]): wen ich das Euangelij mit den pfaffen wolt außfechten so muͤst ich nymmer schwert einstecken.
Zu
eintränken
: Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
121, 20
(rhfrk.
, um 1435
): da swuore der getwerg / die konnigynne hette yne geslagen / kunde er das in eyniche wyse / so wolde er es ir jndrencken.
Zu
einzeichnen
: Grothausmann, Stadtb. Karpfen
64, 21
(mslow. inseldt.
, 1583
): damit [...] Zwiśhen den kindern kein uneinigkeit vnd Zwitracht entśtünde, hat Sie
[Erblasserin]
śolches [Verteilung des Erbes]
in das Stadbuch Zum ewigen gedechtnüs einZeichnen laśśen.2.
›wo hin, hinein, herein, nach innen‹; in Bildungen, die eine vom Subjekt ausgehende, insbesondere von diesem ausgeführte, auf ein Ziel gerichtete Handlung bzw. Bewegung in eine räumliche bzw. als räumlich gedachte Bezugsgröße (auch: eine Gruppe von Menschen) hinein bezeichnen; mehrfach refl. gebrauchte Verben (z. B. einflicken, einmengen
).Wortbildungen:
einflicken
einkriechen
auskriechen
einleuchten
einlugen
einmengen
einscheinen
einschiessen
einschleichen
einschleipfen
einsprengen
einstechen
einwachsen
Belegblock:
Zu
einflicken
: Turmair
5, 146, 5
(moobd.
, 1522
/33
): das sich
[bei
der wal der bischof]
kainer einflick, der geitig und stolz ain unmässig leben füer.Zu
einkriechen
: Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 709, 33
(Nürnb.
1631
): Der Wuͤrm viel kriechen auß vnd ein, | Die wuͤrst vnd Vbel stincken.
Zu
einleuchten
: Vetter, Pred. Taulers
249, 35
(els.
, 1359
): so im [mensche] ie klerlicher und bloslicher in lúcht Gottes grosheit, so im ie bekentlicher wirt sin kleinheit [...]. Und do an sol man bekennen worheit dis goͤtlichen in lúchtens das es ein weselich in lúchten ist gewesen.
Zu
einlugen
: Kummer, Erlauer Sp.
4, 499
(m/soobd.
, 1400
/40
): nempt hin den spiegl in di hant, | den hat euch eur puͦl gesant, | da luͦgt ein und legt recht eur gepend | und truͦkchet schon eur hend!
Zu
einmengen
: Mathesius, Passionale
37r, 31
(Leipzig
1587
): bald redet der Prophet in GOttes Namen [...] bald widerumb in seinem eignem Namen [...] als wenn er sich selbst den Suͤndern einmenget.
Zu
einscheinen
: Luther, WA
33, 342, 19
(1531
): [der Keiser] furchtet sich doch fur einem blossen namen oder donnerschlag oder fur einem becken, do die Sonne einscheinet.
Zu
einschiessen
2: Chron. Magdeb.
2, 57, 16
(nrddt.
, 1565
/6
): man aus der Newstadt auch mit ketten heftigk zu ihne, wie alda sie fürüber faren musten, einschos.
Zu
einschleichen
: Luther. Hl. Schrifft.
Gal. 2, 4
(Wittenb.
1545
): etliche falsche Brüder / sich mit eingedrungen / vnd neben eingeschlichen waren
[
vnder in giengenMentel
1466: , Var. 1475
eingangen seien2
–1518: ;
eynkommen warendFroschauer
1530: ]
/ zu verkundschafften vnser Freiheit / die wir haben in Christo Jhesu.Zu
einschleipfen
: Mell u. a., Steir. Taid.
33, 25
(m/soobd.
, 1568
): Der markrichter solle [...] sein vleissigs aufsehen haben, damit [...] obbemelte oder dergleichen personen sich gleichfalls nit einschlaipfen.
Zu
einsprengen
2: Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
116, 20
(nobd.
, 2. H. 15. Jh.
): das dan die jcz geordenten schuczen von stund gegenn deyner feindt spiczenn [...] einsprengten vnd vff sie abschussenn.
Zu
einstechen
2: Peil, Rollenhagen. Froschm.
150, 3305
(Magdeb.
1608
): [der Jaͤger] Ruckt aus seines schwerts scharffe kling / | Vnd strich / vnd stach zu Petzen ein.
Zu
einwachsen
: Kohler u. a., Bamb. Halsger.
1, 6
(Bamb.
1507
): wie bissher an den halssgerichten [...], vnd in sachen denselbigen anhengig, [...] vil vnd mancherley vbung, myssbrauch vnd gewonheyt eingewachssen.
3.
›wo hin, zu ... hin; nach innen, heran‹; in Bildungen, die das (physische) Heran-, Hereinbefördern einer (materiellen) Bezugsgröße zu einem Subjekt hin, z. B. zu einer Person, Körperschaft usw. bezeichnen (oft zum Zwecke der Aneignung, Inbesitznahme).Wortbildungen:
einernten
einfordern
eingewinnen
einmanen
Belegblock:
Zu
einernten
: Luther, WA
32, 461, 20
(1532
): er doch den kleinesten vogelin [...] teglich jr narung und speisse gibt, die doch [...] weder seen noch wenns geseet ist, ein erndten konnen.
Zu
einfordern
: Behrend, Magd. Fragen
112, 11
(omd.
, um 1400
): Sy mogen ouch bynnen des keyne scholt ynfordern.
Zu
eingewinnen
: Dirr, Münchner Stadtr.
519, 15
(moobd.
, 2. H. 14. Jh.
): Ez sol aber der wirt seinem gast sein gelt nicht eingewinnen mit der stat pfentter.
Zu
einmanen
: Luther, WA
30, 2, 310, 31
(1530
): Der Bann ist nirgent zu gebraucht, denn das man zinse und schuld hat dadurch eingemanet.
4.
›ein-, um-, hinein, um etwas herum‹; in Bildungen, die das Umhüllen, Bedecken, Umschließen einer Bezugsgröße (mit einer anderen) bezeichnen; anschließbar an 1.Wortbildungen:
einfassen
einfrieden
eingraben
einmachen
begehen
einmauern
einnähen
einwinden
Belegblock:
Zu
einfassen
: Luther, WA
23, 261, 21
(1527
): ym abendmal wird uns das wort gegeben, da Christus leib, fur uns gecreutzigt, wird eingefasset, das er da sein sol leiblich zu essen.
Sappler, H. Kaufringer
13, 134
(schwäb.
, Hs. 1464
): die zwen würfel er im pracht | und hies im die mit silber vein | überlegen und vassen ein.
Zu
einfrieden
: Siegel u. a., Salzb. Taid.
25, 45
(smoobd.
, 1625
): Ob ainer ain veld einfriden wurde, das nit ain sonder veld wäre, der [...].
Zu
eingraben
2: Sappler, H. Kaufringer
8, 248
(schwäb.
, Hs. 1464
): ich gruob in
[den getöteten
pfaff]
auch haimlich ein, | das niemand waiß, wau er hin kam.Zu
einmachen
1: Stopp, Kochbuch S. Welserin
92, 1
(Augsb.
1553
): Wiltú bomerantzen jn honig ainmachen.
Zu
einmachen
2: Chron. Nürnb.
3, 412, 10
(nobd.
, 1456
): haben sie in ausser procht gen Peterwardein und in vor herlich pegangen und eingemacht.
Zu
einmauern
: Fuchs, Murner. 4 Ketzer
4306
(˹wohl Straßb.
˺ 1509
): Den bruͦder liessents mauren jn | In eine keffig mitten jn, | Beschliessen hart vnd wol bewaren, | Das er so boͤßlich nimm moͤcht faren.
Zu
einnähen
: Barack, Zim. Chron.
4, 66, 11
(schwäb.
, M. 16. Jh.
): Also hat man ine, wie gepreuchlich, eingenehet und allerdings, als wie man ein begraben soll, zugerüst und zugedeckt.
Zu
einwinden
: Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 107, 7
(Köln
1619
): Jn arme schlechte Windelein, | Wand die Jungfraw das Kindlein ein.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
2, 486, 17
(Straßb.
1466
): der himel schied sich als ein eingewundens
[
eingewickeltLuther
1545, Offb. 6, 14: ]
buͦch.5.
›in-, innen-‹; in Bildungen, die das Verbleiben einer Bezugsgröße an einem Ort bezeichnen; vgl. jeweils die konkurrierenden Bildungen mit inne-
(innebehalten
1, inneliegen
1, innesitzen
1; 3; 4).Wortbildungen:
einbehalten
einheimschen
einliegen
einsitzen
Belegblock:
Zu
einbehalten
: Sievers, Oxf. Benedictinerr.
32, 23
(hess.
, 14. Jh.
): Hat sie [suster] auch it habende, die sal sie entweder den armen da vor gegeben han, abe gebe sie dan zu dem clostere, so daz siz ir selbere nit inbehalde.
Zu
einheimschen
: Kollnig, Weist. Schriesh.
280, 18
(rhfrk.
, 1610
): Den grosen zehenden an früchten [...] nehmen ein die pfleg Schönau zu 2 [...] (ohne was landschreiber, closter Lorsch und glöckner einheimschen).
Zu
einliegen
: Henisch
853
(Augsb.
1616
): Einligen / nicht außgehen.
Zu
einsitzen
2: Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
386, 17
(Wolfenb.
1594
): Gehe doch ein wenig hinaus ins Holtz spatzieren [...] versuche es, Du wirst gleichwol nicht so ewig einsitzen können.
6.
›(in sich) zusammen-, zer-, ein-‹; in Bildungen, die das Verringern, Vermindern vom Umfang oder von der Substanz einer Bezugsgröße bezeichnen; darunter speziell Bildungen, die das (gewaltsame) Beschädigen, Zerstören von Bezugsgrößen (durch vom Subjekt ausgehende Handlungen) bezeichnen.Wortbildungen:
einberen
einbreisen
gürten
einlaufen
einsieden
eintreten
eintun
zermalen
Belegblock:
Zu
einberen / eintreten
6: Ermisch u. a., Haush. Vorw.
129, 9
(osächs.
, 1570
/7
): alsdann den haufen oder wurf
[Maulwurfshügel]
aufs härteste herumb eintreten und einbehren.Zu
einbreisen
: Fischer, Eunuchus d. Terenz
59, 10
(Ulm
1486
): Das ist hart yn gebrisen und gegürt das sie [jungkfrawen] schmal und ran werden.
Zu
einlaufen
3: Chron. Augsb.
3, 193, 4
(schwäb.
, E. 15. Jh.
): dieselben haben die gauporten am ersten eingenommen, die wachter ertödt [...], die ringmawer ze fuͦß eingelaffen, darauf der raisig zeug auch hinein ist komen.
Zu
einsieden
: Keil, Peter v. Ulm
39
(nobd.
, 1453
/4
): thu dy stuk allesampt in ein kessel vnd thu in uber das fewr vnd laß es nahent einsyeden.
Zu
eintun
4: Volz, Prophet Daniel W
2, 44
(Worms
1527
): sein
[Gottes]
künigreich wirt keynem andren volck gelassen / Ja das selbig wirt dise künigreich alle samen zuͦrmalen vnnd einthuͦn.7.
in Bildungen, die den Übergang, das Überführen einer Bezugsgröße (Subj. oder Obj.) in einen (neuen) Zustand charakterisieren; darunter speziell: ›beginnen zu ...‹ in Bildungen, die den Beginn einer Handlung, eines Vorgangs, das Eintreten eines Zustands bezeichnen; in Verbindung mit Verben, die bereits unpräfigiert das Überführen in einen anderen Zustand bezeichnen (z. B. weihen
) dient ein-
wohl zur Betonung der Inchoativität.Wortbildungen:
einbrennen
einheizen
einrichten
einschlafen
einteigen
kneten
teigmachen
einteilen
einweihen
einweihung
kirchweihe
kirmesse
Belegblock:
Zu
einbrennen
2: Müller, Stadtr. Ravensb.
61, 20
(oschwäb.
, 1326
/30
): Darnach ist gesetzet, daz enkain beke vor metie zit nit inbrennen sol.
Zu
einheizen
1: Maaler
125r
(Zürich
1561
): Eynheitzen / Das feüwr in ofen legen / ein feüwr in ofen machen.
Zu
einrichten
: Keil, Peter v. Ulm
155
(nobd.
, 1453
/4
): du must den [zerprochen] fuß vor hen wol einrichten in ein laden, daz er gleich lig.
Zu
einschlafen
: Peil, Rollenhagen. Froschm.
584, 2488
(Magdeb.
1608
): Wenn sie [Krieger] [...] | [...] | Funden Futter / Broth / Fleisch vnd Wein / | Frassen / soffen / vnd schlieffen ein.
Bell, G. Hager
627, 3, 8
(nobd.
, 1596
): Bis an sein endt. ein viertel stund | her nach, er sanft ein schlaffen gund; | gab auf seinen geist zu Der frist.
Zu
einteigen
: Voc. Teut.-Lat.
r jr
(Nürnb.
1482
): Knetten [...] od’ eintaigen od’ taigmachen.
Zu
einteilen
: M. Cunitia. Ur. Prop.
177, 49
(Öls
1650
): Desen erster Nutz ist / die parallaxes in laͤng’ und breite einzutheilen.
Zu
einweihen
: Luther. Hl. Schrifft.
5. Mose 20, 5
(Wittenb.
1545
): Welcher ein new Haus gebawet hat / vnd hats noch nicht eingeweihet
[
geziertMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
bereyt, 1522:
gemeyne gemaket]
/ Der gehe hin vnd bleib in seinem hause. Volkmar
162
(Danzig
1596
): Dedicatio, vbergebung / einweihung.
Ebd.
184
: Encania, einweihung / kirchweih.
8.
›sehr, ganz und gar‹; die vom Basislexem bestimmte Verbalhandlung (teils unscharf) im Sinne einer Intensivierung modifizierend.Wortbildungen:
einheizen
einsalzen
eintrinken
Belegblock:
Zu
einheizen
2: Thiele, Chron. Stolle
445, 8
(thür.
, 3. Dr. 15. Jh.
): es was ouch ummer kalt, wyndicht unnd regen unnd slossen, das man ummer dar moste in heisse.
Zu
einsalzen
: Dirr, Münchner Stadtr.
435, 12
(moobd.
, um 1365
): Swelich flaeschman [...] daz flaesch verchaufft, daz die juden habent geslagen, und daz ein saltz oder under ander flaesch myschet [...].
Zu
eintrinken
: Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
86, 15
(Frankf.
1535
): trinck das [geschaben goldt] ein mitt eim lot Hieralogodium.