eh,
ehe,
eher,
Konj.
(1),
Adv.
(2-6; in 4 vereinzelt auch adjektivisch gebraucht),
Präp.
(7); in zahlreichen Varianten (z. B.:
e, eb, ebe, ee, eer, ehr, ehir, er
) und Steigerungsformen (neben
eher
auch z. B.
ehender, ender
; Sup.:
ehest
) vorkommend;
zu
mhd.
êr
›früher, vormals, eher, vor, lieber‹
(
Lexer
1, 605
).
1.
›bevor, vormals, bis‹; dient nebensatzeinleitend dem Ausdruck der Vorzeitigkeit des Nebensatzinhaltes gegenüber dem Inhalt des Hauptsatzes.
Bedeutungsverwandte:
vor
; vgl.
bevor
 4.
Syntagmen:
häufig in den Doppelformeln
eh [...] eh
›bevor [...] lieber‹ bzw. ›lieber [...] bevor‹ (hier in komparativer Kombination mit dem modalen Adverb
eh
5) und
eh [...] dan / das / wan
vorkommend.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
264, 36
(
Wolfenb.
1593
):
Es wil wol vber Morgen werden, ehe ich wieder komme.
Luther, WA
38, 9, 25
(
1531
/
3
):
Ehe die dornen reiff werden [...], so komet der zorn.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9651
(
rib.
,
1444
):
id lijget lange zijt neder up houffen, | Ee dan sij dat konnen verkouffen.
Thiele, Chron. Stolle
411, 28
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
nymand thar weit kouffe [...] ehir wann man die weit glocken lutet.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 172, 18
(
Bautzen
1567
):
Petrus [...] | [...] vorleugnet jhn drey mahl, | Eh dann der Han kreet.
Henschel u. a., Heidin
1048
(
nobd.
,
um 1300
):
E· ich min lip | Wold evch boͤsem kristen geben | Ich nem e·
[hier modal: ›lieber‹]
mir daz leben.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
184, 3
(
Bamb.
1507
):
So aber der dieb [...], ee vnd er an sein gewarsam kumpt, betretten wuͤrdet.
Turmair
1, 112, 16
(
Nürnb.
1522
):
was die Teutschen treffenlichs, êund [...] Troia zestört ist worden, getan haben.
Ebd.
4, 374, 20
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Aber ê und si auß der stat Babylon kamen, war zum andern mal ein grosse aufruer.
Chron. Strassb.
1, 33, 24
(
els.
,
1362
):
Karolus der große [...] waz künig zuͦ Frangrich e daz er keiser wart.
Adomatis u. a., J. Murer. Ufferst.
70
(
Basel
1567
):
Diewyl unser Herr Christus offt in sinem laͤben (vor dem unnd ee er crützget ward) gredt hat.
Schmidt, Rud. v. Biberach
5, 8
(
whalem.
,
1345
/
60
):
E das wir mv́gen komen in dis heimlichi ganzer ruͦwe [...], so mvͦs hie beschehen ein [...] schidvng.
Klein, Oswald
41, 64
(
oobd.
,
1428
):
nu bin ich hie [Haidelwerg] und waist noch, wie es sich verdärt, | e ich zu land kom in meins weibes schosse.
Große, Schwabensp.
97a, 26
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
147, 3188
;
634, 3997
;
Fischer, Brun v. Schoneb.
618
;
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1430
;
Roloff, Brant. Tsp.
1514
;
Koppitz, Trojanerkr.
505
;
Strauch, Schürebrand
3, 17
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
137, 25
;
Meisen u. a., J. Eck
45, 2
;
Turmair
4, 1095, 14
;
Qu. Brassó
4, 515, 44
;
Maaler
96r
;
Henisch
793
ff.;
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
129
;
Schweiz. Id.
1, 10
;
Schwäb. Wb.
2, 523
ff.
Vgl. ferner s. v.
abgehen
 19,
absein
 1,
absieden
,
abzäumen
,
ackerheu
,
amptschade
,
aufbersten
,
aufklauben
 1.
2.
›vor, zuvor, vorher (als ein vorausgesetztes Vergleichsgeschehen); zuerst, früher‹; offen zu 3; 4.
Bedeutungsverwandte:
vorgestern
,
vormales
; vgl.
bevor
 2.
Wortbildungen:
˹
ehdens
,
ehdes
,
ehdest
˺ ›vorher, vormals‹, ˹
egester
,
ehegestern
˺ ›vorgestern‹ (dazu bdv.:
vorgester
), ˹
ehenter
,
eheunter
˺ ›früher‹,
eherbier
›unfertiges, in Gärung befindliches Bier‹,
ehevor
›zuerst‹, ˹
ehzeit
,
ehzeitig
˺ ›vorzeitig‹,
ekirche
›Erstkirche‹ (unklar, ob im zeitlichen oder rechtlichen Sinn gemeint; vgl.
Schmeller/F.
1, 5
; dazu bdv.:
erstkirche
,
sekirche
).

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
120, 23
(
preuß.
,
1519
):
2 vasz wermethbir [...], 1 vasz eherbir, 1 thon lorbirbir.
Luther. Hl. Schrifft.
1. Mose 31, 5
(
Wittenb.
1545
):
Jch sehe ewrs Vaters angesicht / das es nicht gegen mir ist / wie gestern vnd ehegestern
[nd. Bibel 1478:
vormales
;
Froschauer
1530 /
Eck
1537:
vorgestern
].
Fischer, Brun v. Schoneb.
8073
(
md.
, Hs.
um 1400
):
ich sprach edens zu stete, | daz sin hant myrren troffen hete.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 154, 5
(
Köln
1582
):
Des Herren starcke stimm | [...] | [...] macht die hinden schrecken vol, | Daß sie ehzeit geberen wol.
Strauch, Par. anime int.
60, 32
(
thür.
,
14. Jh.
):
des he
[Christus]
edis nicht intede.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 145, 9
(
Straßb.
1466
):
nit ist bey mir als gester vnd egester
[
Luther
1545, 1. Mose 31, 5:
ehegestern
]
an dem dritten tage.
Päpke, Marienl. Wernher
7363
(
halem.
,
v. 1382
):
Das du bist komen e zit | Und uns tuͦst gewaltes strit.
Maaler
98v
(
Zürich
1561
):
Eezeytig / Vor raͤchter zeyt reyff. [...] Ein Eezeytiger vñ schnaͤller tod.
Turmair
1, 452, 9
(
Augsb.
1517
):
vorgester ist nun der drit tag da, êegestern.
Turmair
5, 41, 27
(
moobd.
,
1522
/
33
):
die erst kirchen kurz ,êkirchen‘ g’nant, haists ietzo der g’main man ,Sêkirchen‘, tuet ain S hinzue, das passer hilt und laut.
Mell u. a., Steir. Taid.
70, 37
(
m/soobd.
,
1596
, 1. Hs.
1. H. 17. Jh.
):
wan aber [...] der richter in der wochen und eheunder ehr [montag] ain ratstag ansezt.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
330, 24
(
smoobd.
, Hs.
18. Jh.
):
soll sich auch kein underthon [...] unterfangen, ohne consens der gerichtsobrigkeit ein [...] gereit zu machen, sondern ehevor die bewilligung einhollen.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
18
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
So sol er ÿm die czech mach(e)nn also gut oder pesser: als er sie eedest gefund(e)nn hat.
Lauchert, Merswin
7, 19
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 709, 16
;
Voc. Teut.-Lat.
f viv
;
Maaler
96r
;
Henisch
793
 f.;
Dietz, Wb. Luther
1, 482
 f.;
Pfälz. Wb.
2, 733
;
Schweiz. Id.
1, 10
;
Schwäb. Wb.
2, 542
.
3.
›ehemals, einst (vor einer unbestimmt langen Zeit); früher‹; aber auch: ›vorhin, gerade‹.
Bedeutungsverwandte:
bevorens
,
herzeits
; vgl.
dermaleins
 2,
ichteswanne
.
Syntagmen:
j. e. regieren / verirren, etw. sagen / tun, j. e. blind / reich sein, jn. vertreiben, etw. e. geschehen / gewesen sein
; häufig in den Formeln
als e
.,
bei e
.,
vor e
. mit der Bedeutung ›wie einst‹ vorkommend.
Wortbildungen:
ehdauerlich
›anhaltend, fortdauernd‹, ˹
ehgedacht
,
ehgemelt
(häufig),
ehgenant
(häufig),
ehgerürt
,
ehgesprochen
,
ehgestimt
˺ ›vorgenannt, zuvor erwähnt‹, ˹
ehermals
,
ehweilen
,
ehzeiten
˺ ›einstmals, vormals‹ (dazu bdv.:
herzeits
,
vorzeiten
).

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 344, 29
(
1530
):
Gott hat wol ehe durch boͤse buben regiert und guts gethan.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
22, 10
(
preuß.
,
1578
):
Den hoff [...] mocht man [...] auff die alte maure bauen, da ehezeiten ein sattelhoff gewesen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
597, 2891
(
Magdeb.
1608
):
Als wir auch ehe mit vnser Rotten / | Aus Jndia die Attariotten / | [...] | Vertrieben mit wehrloser Hand.
Reissenberger, Väterb.
34370
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Ob ich dir sage nu myn leben, | Deme ich ewilen was ergeben.
Froning, Alsf. Passionssp.
6858
(
ohess.
,
1501ff.
):
ßo wirt des unglauben me | und das volck wirt vorirret als e!
Kurz, Waldis. Esopus
4, 47, 7
(
Frankf.
1557
):
Er wer auch ehe ein Muͤller gwesen.
Gille u. a., M. Beheim
38, 30
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
das valk, die hie vor ee | Mit dem geses | in vinsternes | sassen da hinder.
Chron. Strassb.
1, 436, 29
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
das sich kein bischof [...] solte üt tuͦn also ein bischof, er hette denne e von dem keyser enpfangen sine regalia.
Ebd.
2, 947, 29
(
1482
):
das sindt zuͦsammen zehen constofeler, und dartzu die egeruͤrten zwentzig von den antwercken.
Dierauer, Chron. Zürich
213, 23
(
halem.
,
15. Jh.
):
Und also kamend die êgemaͤlten Schwitzer.
Schmidt, Rud. v. Biberach
62, 23
(
whalem.
,
1345
/
60
):
an in ist [...] ze suchende mit allem edúrlichum hertzlichem flisse [...] daz oberste guͦt.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Funk
186, 391
(
Bern
1551
):
was er hübsch ist gsin, | fallt wie die schönen rosen hin.
Chron. Augsb.
1, 62, 17
(
schwäb.
, zu
1378
):
uff dem egesprochen letzsten ros rait ain ersamer ritter.
Sappler, H. Kaufringer
10, 44
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
den bösen we, | der dich hat bekümert ee | lang zeit bis auf disen tag.
Henisch
793
(
Augsb.
1616
):
Ehermals / hie beforens / vorzeitene / herzeits.
Winter, Nöst. Weist.
3, 404, 8
(
moobd.
,
1494
, Hs.
1612
):
darnach geht es nach dem kürchweeg hinauf biß in das ehegestimbte pächlein.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
133, 35
(
m/soobd.
,
16. Jh.
, Hs.
17. Jh.
):
solle er [underthon] ehenter nit auß dem schloß gelassen werden, biß das er bemelte straffen erlegt.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
86, 14
(
mslow. inseldt.
,
1617
):
außgeśagt vnd bekant haben, dz ehegedachten frauen Barbara Natürlicher Vatter, Veit Lucas geheiśśen.
Lohmeyer, a. a. O.
28, 18
;
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
2766
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
241
;
411
;
414
;
Kurz, a. a. O.
82, 123
;
51, 9
;
Köbler, Ref. Nürnberg
68, 10
;
Winter, a. a. O.
1, 225, 9
;
Henisch
793
;
Pfälz. Wb.
2, 732
;
Schwäb. Wb.
2, 542
;
Gleinser, Anna v. Diesb. Arzneib.
1989, 85
.
4.
›eher, früher, schneller‹ (als ein Vergleichszeitpunkt).
Phraseme:
je ehe(r) je besser
o. Ä. ›je früher, umso besser‹.
Syntagmen:
j. e. anheben / herunterrennen / kommen / malen / wechseln, in unmacht fallen, j. etw. e. tun, an jn. bringen, von der acht kommen, jn. erlösen / sehen, j. sich e. versprechen, etw. e. gefertigt sein
;
die eheste gelegenheit
; in der Doppelformel
e. den [...] e. [...]
vorkommend.
Wortbildungen:
ehelangs
›bald‹,
ehersten
›am allerersten‹,
ehester
›Nächster, unmittelbar Folgender‹.

Belegblock:

Luther, WA
10, 2, 92, 3
(
1522
):
Das werden sie [Papisten] aber nit eher thun, der heylige geyst werde denn tzuvor eyn luͤgner.
Ebd.
12, 377, 5
(
1523
):
das ende wird ehr komen, denn wyr dencken.
J. W. von Cube. Hortus
105, 28
(
Mainz
1485
):
so mogē sye [die frauwe] woͤl drin esen von dissen blomen vff das sye got dester ee erloße.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 16, 4
(
Leipzig
1520
):
die [nuß] wirdt ich ym ehelangs mit der hilff gotes dermassen auffmachen.
Gajek, Seidelius. Tych.
11, 27
(
Breslau
1613
):
Agrippina die Kayserin / | Wil daß Nero jhr liebß Soͤhnlin. | Je ehr je besser Kayser werd.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
225, 16
(
Nürnb.
1548
):
ye zorniger vnnd boͤser die feinde Christi sindt / ye ehe rennen sie sich herunter.
Menge, Laufenb. Reg.
2340
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Ie minr du ouch ir nymest achte | Ie e du vellest in vnmachte.
Müller, Welthandelsbr.
146, 23
(
schwäb.
,
1506
):
wölcher da handln will, dem ist am erersten (!) nott, zu wissen, daz [...].
Chron. Augsb.
8, 389,
Anm. 3 (
schwäb.
, zu
1552
):
sie dann mit ehister gelegenhait zuͦ thun genaigt seien.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
147, 26
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ist daz dich der wolf ê sicht wann dû in.
Turmair
4, 305, 23
(
moobd.
,
1522
/
33
):
wart der zeit, wer ê kumpt der melt ê.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
36, 16
(
m/soobd.
,
1508
):
der [schuldigen] sol man dhainen ân klag aufhalden, alain er bring das ee an den ambtmann.
Große, Schwabensp.
202a, 34
;
Luther, WA
22, 124, 25
;
v. Keller, Amadis
379, 15
;
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
11, 31
;
Chron. Augsb.
8, 406,
Anm. 2;
Herzog, Landsh. UB
230, 25
;
Bischoff u. a., a. a. O.
30, 18
;
143, 26
;
Henisch
793
;
795
;
Schweiz. Id.
1, 10
.
Vgl. ferner s. v.
abfaren
 5,
ablassen
 1,
abmessen
 1,
absolvieren
 1.
5.
›lieber, besser, mehr als etwas anderes in der Seins-, Geschehens-, Handlungsmöglichkeit Liegendes; wahrscheinlicher, leichter‹.
Phraseme:
j. eh und näher sein
›j. drauf und dran sein‹;
eh mer eh minder
›eher mehr als weniger‹.
Bedeutungsverwandte:
˹
4
bas
(Adv.) 1; 3,
besser
˺ (s. v.
gut
, Adj., 1),
leichtlicher
(s. v.
leicht
, Adj., 3),
lieber
 1 (s. v.
lieb
, Adj., 1),
mer
(Adj.) 6.
Syntagmen:
e. bekennen (hungers / um etw.), e. springen / sterben / umkommen, vom leben abstehen, e. S. gedenken / helfen / raten, sich bewegen / vorsehen, jm. e. entrinnen, etw. e. bekommen / finden, aus etw. ziehen, jn. / etw. e. annemen / auswachsen / auswischen / bewegen / erleiden / hören / merken, an etw
. (z. B.
an galgen
)
hengen
; häufig in den Doppelformeln
eh [...] eh
oder
dan / den
›lieber [...] bevor‹ bzw. ›bevor [...] lieber‹ (hier in komparativer Kombination mit der temporalen Konjunktion
eh
1).

Belegblock:

Luther, WA
32, 84, 22
(
1530
):
teile du sie [gute werck] auch nicht mit mir, hencke sie viel eher an den liechten galgen.
Ebd.
33, 483a
, 31 (
1530
/
2
):
Jch will mich selbst eher todtschlagen lassen, eher dan ich einen Christen wolt umbbringen.
Ders., WA Tr.
4, 565, 1
(
1540
):
Ehe ich in ein solche schriefft wolt stellen, ich wolt in ehe in becher scheißen und bissen, so hetten sie zu fressen vnd zu sauffen beieinander.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
135, 14
(
preuß.
,
1578
):
Einer vom adel bedengkt sein [...] geschlecht besser und eher den einer [...] von geringer ankonfft.
Quint, Eckharts Pred.
2, 612, 12
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
er [mensche] stürbe ê hungers, ê er ir [besten spîse] iemer gesmeckte.
v. Keller, Amadis
383, 16
(
Frankf.
1571
):
Denn dieser sach ehe vnd leichtlicher [...] geholffen vnd gerathen werden soll.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
651
(
schles. inseldt.
,
1480
):
ich bÿn ee vnd neer das czw behalden.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
113, 24
(
nobd.
,
n. 1525
):
ob sich die pawrn destere er bewegen liessen, daruff mit inen zu handeln.
Rupprich, Dürer
3, 293, 239
(
nobd.
,
1528
):
wie wol man daz heßlich eer bekumbt dann das huͤbsch.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
174, 12
(
Nürnb.
1548
):
du solt derhalb dest ehe vnd lieber disen Heyland annemen.
Lauater. Gespaͤnste
22r, 26
(
Zürich
1578
):
Jr mann ließ es jm dester ee gefallen / daß er wol wußt daß sy eins [...] frommen wandels was.
Chron. Augsb.
1, 62, 11
(
schwäb.
, zu
1378
):
do besang in der ertzbischoff selb [...] und zwelf, e mer e minder
[›eher mehr als weniger‹]
, geynfelter korhern [...] dienten [...] zuͦ alter.
Bauer, Geiler. Pred.
78, 13
(
Augsb.
1508
):
es ist kain ding das ainen menschen ee bewege zuͦ wainen / dann e(rk)antnuß seiner aigenen gebresten.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
124, 4
;
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
22, 12
;
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
242
;
Chron. Strassb.
1, 297, 17
;
Wickram
4, 26, 19
;
Sappler, H. Kaufringer
17, 149
;
Kohler, Ickelsamer. Gram.
17, 14
;
Turmair
5, 70, 9
;
Klein, Oswald
73, 15
;
Henisch
793
;
795
;
Schweiz. Id.
1, 10
 f.;
Schwäb. Wb.
2, 524
ff.
Vgl. ferner s. v.
anbotwaren
,
ausfliessung
 3,
ausrichten
 7,
1
auswachsen
 1,
behalten
(V., unr. abl.) 11,
beichten
 2,
immer
 3.
6.
›ohnehin, ohnedies, sowieso‹; in komparativer Anwendung bis zur Unkenntlichkeit abgeschwächt; eng anschließbar an 5.
Obd.

Belegblock:

Henschel u. a., Heidin
1215
(
nobd.
,
um 1300
):
Ich wil pflegen des ich phlak | Vnsinnik bist e· gewesen.
Anderson u. a., Flugschrr.
7, 8, 23
(
Straßb.
1524
):
Welcher dir deinen rock nimpt / hader nit mit ym / laß ym ee den mantel auch.
Weber, Füetrer. Poyt.
296, 2
(
moobd.
,
1478
/
84
):
Do ich mit den zwain mannen | ye streitten mŭesste ee.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
203, 22
Var. (
m/soobd.
,
16.
/
17. Jh.
):
wo aber solche raitung ehe richtig wär gewesen, [...].
Schweiz. Id.
1, 11
.
7.
›vor einem zeitlichen Bezugspunkt‹.

Belegblock:

Leman, Kulm. Recht
2, 3, 121
(
Thorn
1584
):
so sal man tzu vor den luten eres geldes helfen. dy e dem gelobde ir gelt irstanden haben myt rechte.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
139, 26
(
oobd.
,
1349
/
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):
dar umb [...] muoz der mensch oder daz tier ê der zeit sterben.